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Deutschland und Bhutan: Bilaterale Beziehungen Bhutan

25.02.2019 - Artikel

Politik

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Bhutan sind sehr freundschaftlich. Es bestehen noch keine diplomatischen, jedoch seit Juli 2000 konsularische Beziehungen. Offizielle bilaterale Kontakte werden über die deutsche Botschaft in New Delhi gepflegt.

Bhutan hatte erstmals 1978 formell Interesse an einer Kooperation mit der Bundesrepublik Deutschland bekundet, besonders auch den Wunsch nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Nach dem ersten offiziellen Bhutan-Besuch des deutschen Botschafters in New Delhi im Februar 1979 reiste im Dezember 1983 eine Delegation von drei Bundestagsabgeordneten als erste Parlamentarierdelegation der Welt überhaupt in das Himalaya-Königreich. Im Jahr 2015 traf die deutsche Bundeskanzlerin am Rande der VN-Generalversammlung mit Bhutans Premierminister Tobgay zusammen. Im November 2016 reiste der bhutanische Premierminister zur Entgegennahme des Deutschen Nachhaltigkeitspreises nach Deutschland. Im April 2017 führten die Bundesumweltministerin Hendricks und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Roth offizielle Gespräche im Königreich.

Wirtschaft

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind ausbaufähig. Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Fabrikanlagen und Papierwaren sind wichtige deutsche Exporte nach Bhutan. Eisen und Stahl sind die wichtigsten Importgüter aus Bhutan. Der Gesamthandel hatte 2017 ein Volumen von 6,6 Mio. EUR; Bhutan steht an Rang 190 als Handelspartner Deutschlands. Es bestehen derzeit keine langfristigen Handels- oder Investitionsvorhaben, so dass bereits Geschäftsabschlüsse mit geringem Umfang die bilaterale Handelsbilanz von Jahr zu Jahr erheblich verändern können.

Entwicklungszusammenarbeit

Bhutan ist kein Partnerland der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland unterstützt über seine Beiträge an internationale Organisationen, die in Bhutan engagiert sind, multilaterale Programme wie z.B. der Weltbank, der Asiatische Entwicklungsbank (AsDB), die Europäische Union (EU)..

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert einzelne  Projekte von Nichtregierungsorganisationen und privaten Trägern. Im Bereich Wirtschaftskooperation unterstützt das BMZ ein Vorhaben der Sparkassenstiftung zu Aufbau und Stärkung des Mikrofinanzsektors.

Deutsche politische Stiftungen beziehen Bhutan in ihre regionalen Projekte ein. Darüber hinaus sind mehrere deutsche Vereine in Bhutan engagiert und unterhalten eigene Kontakte zu Partnerorganisationen im Land: Bhutan Hilfe e.V., Pro Bhutan e.V., Deutsche Bhutan Himalaya Gesellschaft e.V.

Die deutsche Botschaft in New Delhi unterstützt regelmäßig Kleinstprojekte in Bhutan.

Umwelt

Umwelt-, Klima- und Artenschutz spielen in Bhutan eine große Rolle. Das Land verfügt über eine enorme Artenvielfalt und ist wichtiges Transit- und Rückzugsland für wandernde Tierarten (z.B. Schwarzhalskranich, Königstiger). Das Land ist klimaneutral – es verfügt sogar über eine negative Kohlenstoffbilanz. Deutschland unterstützt Bhutan beim Erhalt und Wiederaufbau von Wäldern und hat den Beitritt des Landes zur Bonner Konvention zum Schutz wandernder und wildlebender Tierarten (UNEP-CMS) gefördert.  Die deutsche Regierung wird zusätzliche Finanzmittel für ein laufendes Aufforstungsprojekt in Bhutan bereitstellen. Ziel ist die Konservierung von natürlichen Kohlenstoffsenken im Kontext von REDD+, eines Instruments der Klimarahmenkonvention

Kultur und Wissenschaft

Auf kulturellem Gebiet hat Deutschland in den letzten Jahren Projekte zum Kulturerhalt in Bhutan wie den Wiederaufbau der Kragbrücke des historischen Dzongs (Klosterburg) in Punakha unterstützt, eingeweiht im Mai 2008 durch den Premierminister Bhutans. Auch eine ergänzende gleichfalls aus Mitteln des Kulturerhalts des Auswärtigen Amts finanzierte permanente Fotoausstellung in den Brückenhäusern der Kragbrücke wurde Ende Oktober 2011 durch den damaligen Premierminister Thinley eröffnet. Im März 2019 wird ein vom Auswärtigen Amt gefördertes gemeinschaftliches Projekt der Deutschen Bhutan Himalaya Gesellschaft (DBHG) und der Bhutanischen Nationalbibliothek in Thimphu zum Erhalt traditioneller bhutanischer Schriftkultur anlaufen.

Vereinzelt kooperieren deutsche Wissenschaftler mit Forschungseinrichtungen und Ministerien in Bhutan, etwa zur Geologie und zur Klimaforschung. Die Max Planck Gesellschaft unterhält mit Bhutan ein Forschungsprojekt zur Ornithologie. Der DAAD hat ein Kooperationsprojekt zwischen der Royal University of Bhutan und der Universität Rostock im Bereich Wasserkraft gefördert.

Auf bilateraler Basis nimmt Bhutan seit vielen Jahren Angebote zur Aus- und Fortbildung in Deutschland wahr. Im Programm 'Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik' des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) werden in Deutschland praxisnah junge Führungskräfte aus der Verwaltung und aus Nichtregierungsorganisationen Bhutans gefördert. Jährlich werden mehrere Stipendien vergeben, die nach zwei Jahren einen Master-Abschluss ermöglichen.

 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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Taktsang Palphug Kloster
Taktsang Palphug Kloster © picture-alliance/dpa

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