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Humanitäre Hilfe: Wie Deutschland jetzt den Menschen in und um Afghanistan hilft Afghanistan

Das WFP unterstützt Menschen, die ihre Heimatdörfer wegen Kampfhandlungen oder wegen der anhaltenden schweren Dürre verlassen mussten und dadurch ihr Einkommen verloren haben. 

Das WFP unterstützt Menschen, die ihre Heimatdörfer wegen Kampfhandlungen oder wegen der anhaltenden schweren Dürre verlassen mussten und dadurch ihr Einkommen verloren haben. , © WFP/Photolibrary

06.10.2021 - Artikel

Schon vor der Machtübernahme der Taliban war die humanitäre Lage in Afghanistan sehr angespannt. Die Situation verschlechtert sich weiter. Deutschland stellt zusätzliche Hilfsgelder bereit, um den Menschen vor Ort zu helfen.

Die Hälfte der afghanischen Bevölkerung, rund 18 Millionen Menschen, ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Etwa 3,5 Millionen Afghaninnen und Afghanen sind als Binnenvertriebene innerhalb des Landes auf der Flucht; fast ebenso viele sind in Nachbarländer und die Region geflohen. Seit der Machtübernahme durch die Taliban ist die schon zuvor schwache Wirtschaft weiter eingebrochen. Viele Menschen, die sich früher problemlos selbst versorgen konnten, haben ihre Arbeit verloren und sind nun mit ihren Familien auf Hilfe angewiesen. Gleichzeitig vernichtet eine heftige Dürre die Ernteerträge.

Deutschland stellt 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit

Deutschland hat bereits Ende August zusätzlich 100 Millionen Euro humanitäre Hilfe in Afghanistan zugesagt. Über Partnerorganisationen, zum Beispiel das Welternährungsprogramm (WFP) oder das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) kommt die Hilfe den Menschen direkt zugute. Die Bundesregierung stützt sich bei der Hilfegewährung maßgeblich auf die von den Vereinten Nationen und der Rotkreuz-/Roter Halbmondbewegung ermittelten Bedarfe.

Mit dem Geld können die Hilfsorganisationen schnelle und effiziente Hilfe für Millionen Bedürftige im ganzen Land leisten: Gleichzeitig stellen unsere Partner sicher, dass die Hilfe nur humanitären Zwecken dient und nicht den Taliban zugutekommt. Auch in den Nachbarländern wie Iran und Pakistan unterstützt Deutschland mit seinen Partnerorganisationen bei der Deckung humanitärer Bedarfe.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) unterstützt beispielsweise Menschen, die ihre Heimatdörfer wegen Kampfhandlungen oder wegen der anhaltenden schweren Dürre verlassen mussten und dadurch ihr Einkommen verloren haben. Das WFP versorgt diese Menschen mit Lebensmitteln und Feuerholz oder stellt Bargeld zur Verfügung, mit dem sich Familien wieder selbst versorgen können. Gleichzeitig wird so auch die lokale Wirtschaft gestützt – Menschen können auf den Märkten wieder das Nötigste einkaufen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat mit der Unterstützung aus Deutschland unter anderem Unterkünfte, Sanitäreinrichtungen und Medizinstationen eingerichtet. Hier können geflüchtete Menschen, unter ihnen viele Kinder, sicher unterkommen, medizinisch betreut und mit dem Überlebenswichtigsten versorgt werden.

Die genaue Aufteilung ist wie folgt:

  • WFP: 40 Millionen Euro
  • UNHCR: 40 Millionen Euro
  • Internationales Komitee des Roten Kreuzes: 10 Millionen Euro
  • International Organization for Migration: 5 Millionen Euro
  • Humanitärer Länderfonds für Afghanistan: 5 Millionen Euro

Weitere 500 Millionen Euro sind in Planung

Bereits jetzt ist absehbar, dass sich die Situation sich weiter verschärfen wird, auch aufgrund  des nahenden Winters. Daher hat Deutschland angekündigt, Menschen in Afghanistan und der Region mit weiteren 500 Millionen Euro zu unterstützen. Die Bundesregierung ermittelt zurzeit aufgrund der humanitären Bedarfsmeldungen die Verteilung der zusätzlichen Hilfsgelder.

Die humanitäre Hilfe der Bundesregierung in Afghanistan ist Teil der weltweiten deutschen humanitären Hilfe, die derzeit in über 60 Ländern geleistet wird. Mit einem Beitrag von rund 2,4 Milliarden Euro ist Deutschland 2021 erneut der zweitgrößte Geber für humanitäre Hilfe.

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