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Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik: Starke Netzwerke in Zeiten geopolitischer Umbrüche
Kulturakademie Tarabya © Dawin Meckel
Was haben das Goethe-Institut in Warschau, die Deutsche Auslandschule in Sao Paulo, und deutsche Archäologen im irakischen Uruk gemeinsam? Sie sind Teil des weltweiten Netzwerks der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) Deutschlands.
Dieses Netzwerk, zu dem auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung und viele andere Organisationen zählen, trägt mit dazu bei, Verständnis für Deutschland zu fördern, wissenschaftliche Zusammenarbeit zu ermöglichen, aber auch deutsche Interessen zu vertreten. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist zentraler Bestandteil der deutschen Außenpolitik, wichtiges Element der Soft Power Deutschlands und damit ein strategisches Instrument im globalen Wettbewerb um Ansehen, Einfluss, Narrative, Ideen und Werte.“
Deutschland ist mit großen internationalen Umbrüchen konfrontiert: Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf die Ukraine hat den Krieg nach Europa zurückgebracht. Wachsende geopolitische Rivalitäten zwischen den Großmächten setzen die regelbasierte internationale Ordnung massiv unter Druck. Wir müssen uns in einem Systemwettbewerb zwischen liberalen Demokratien und einer wachsenden Zahl an Autokratien behaupten. Angesichts dieser und weiterer Herausforderungen stärkt Deutschland entschieden seine militärische Verteidigungsfähigkeit. Gleichzeitig stehen wir international klar für unsere Interessen und Werte ein und werben gezielt um neue globale Partner.
Vor diesem Hintergrund wirken die Netzwerke und Instrumente der AKBP über ihren unmittelbaren Eindruck auf den einzelnen Schüler, Forscher, Ausstellungsbesucher. Sie bewegen sich dabei im Rahmen des Dreiklangs von Sicherheit, Freiheit und Wohlstand in Deutschland – den Kernzielen deutscher Außenpolitik. Zum Beispiel: Die Freiheit von Kunst und Kultur, von Wissenschaft und Forschung, die in Deutschland umfänglich geschützt und garantiert wird, ist zentral für den Einsatz unserer Mittler auch an schwierigen Standorten. Diese Freiheiten zu gewähren, ist Auftrag der Deutschen Auslandschulen, Wissenschaftsorganisationen und Gothe-Institute. Gleichzeitig sind diese Freiheiten auch ein zentraler Faktor der Attraktivität Deutschlands, für die unsere Mittler im Ausland werben.
Neben der Arbeit der Mittler der Wissenschaftsdiplomatie und der Cultural Diplomacy zählt zur AKBP auch die Public Diplomacy. Ihr Ziel ist es, Menschen in Indonesien, Nigeria oder Mexiko über Deutschland zu informieren, auch und gerade über Social Media. Jede der über 220 Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland ist Teil des Public-Diplomacy-Netzwerks und verfolgt damit den Auftrag, im virtuellen Dickicht aus immer mehr künstlicher und absichtlich verfälschter Information sichtbar zu machen, was unsere Stärken sind und wofür sich Deutschland einsetzt. Damit leistet die AKBP im Zeitalter von Bots, Desinformation und hybriden Angriffen auch einen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands.