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Deutschland in den Vereinten Nationen

12.07.2021 - Artikel

Deutschland ist der viertgrößte Beitragszahler der UN und ist an diversen Friedenmissionen beteiligt. Außerdem setzt sich Deutschland mit Nachdruck für eine Reform der Vereinten Nationen ein.

Deutschland als viertgrößter Beitragszahler

Deutschland ist seit 45 Jahren VN-Mitglied
Deutschland ist seit 45 Jahren VN-Mitglied© dpa/picture alliance

Das vielfältige deutsche Engagement in den Vereinten Nationen ist im Laufe der 47-jährigen Mitgliedschaft Deutschlands stetig gewachsen. Mittlerweile haben zahlreiche Institutionen der Vereinten Nationen ihren Sitz in Deutschland, vor allem in Bonn. Deutschland beteiligt sich an einer Vielzahl von Gremien, Institutionen und Friedensmissionen der Vereinten Nationen und war bisher fünf Mal als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten, zuletzt für den Zeitraum 2019-20.

Der Haushalt der Vereinten Nationen für 2021 beläuft sich auf knapp 3,208 Milliarden US-Dollar. Davon trägt Deutschland einen Anteil von 6,09 Prozent mit rund 176 Millionen US-Dollar. Damit ist Deutschland nach den USA (22 Prozent), China (12 Prozent)  und Japan (8,56 Prozent)  viertgrößter Beitragszahler für das reguläre Budget.

Die Haushalte der einzelnen Friedensmissionen werden gesondert verabschiedet. Für den Zeitraum Juli 2021 bis Juni 2022 beläuft sich das veranschlagte Budget auf etwa 6,38 Milliarden US-Dollar. Deutschland trägt hiervon derzeit 6,09 Prozent, zahlt also etwa 400 Millionen US-Dollar und ist hierbei ebenfalls viertgrößter Beitragszahler. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates zahlen wegen ihrer besonderen Verantwortung für Friedensmissionen einen höheren Beitrag. Noch vor Deutschland sind die USA mit 27,89 Prozent (von US-Seite national auf 25% begrenzt), China mit 15,21 Prozent sowie Japan mit 8,56 Prozent größte Beitragszahler.

Außerdem leistet Deutschland Pflichtbeiträge für den „International Residual Mechanism for Criminal Tribunals“ (Abwicklungsmechanismus für die Internationalen Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda) sowie an Sonderorganisationen und andere UN-Einrichtungen Darüber hinaus zahlt Deutschland auch erhebliche freiwillige Beiträge zu Einzelprogrammen der Vereinten Nationen, etwa im Bereich der Humanitären Hilfe, und fördert die UN im Bereich der Krisenprävention.

Im abgelaufenen Jahr 2020 hat die Bundesregierung insgesamt mehr als 5,2 Mrd. Euro an das VN-System insgesamt gezahlt bzw. über das VN-System in Form von Projekten abgewickelt. Damit ist Deutschland der zweit-wichtigste Finanzierer der Vereinten Nationen.

Engagement in UN-Missionen

Das deutsche Engagement in UN-Missionen ist integraler Bestandteil deutscher Außen- und Friedenspolitik. Neben dem finanziellen Beitrag unterstützt Deutschland UN-Missionen vor allem durch zivile Mittel und die Förderung von Stabilisierungsmaßnahmen, diplomatische Vermittlungsbemühungen und Krisennachsorge. Zudem beteiligt sich Deutschland mit Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten und qualifiziertem Zivilpersonal und stellt hochwertige Fähigkeiten und Trainingsmaßnahmen bereit. Aktuell sind insgesamt rund 3.500 deutsche Kräfte bei Missionen der UN, NATO, EU und OSZE eingesetzt.

Der Schwerpunkt der militärischen und polizeilichen Beteiligung Deutschlands in den UN liegt seit Anfang 2017 bei der UN-Friedensmission MINUSMA, die Stabilisierungshilfe für Mali und die gesamte Sahel-Region leistet. Das deutsche Engagement wird begleitet durch die fortgesetzte Beteiligung in EU-Missionen, z.B. der Trainingsmission EUTM Mali oder der zivilen EUCAP Sahel. Weiterer Schwerpunkt des deutschen Engagements ist der maritime Teil der Mission UNIFIL (Maritime Task Force) in Libanon, für den Deutschland Anfang 2021 die Führungsverantwortung übernommen hat. Deutschland ist auch an den UN Missionen in Südsudan (UNMISS), Sudan (UNITAMS), in der Westsahara (MINURSO), in Somalia (UNSOM) und in Kosovo (UNMIK) beteiligt. Alle Einsätze finden im Rahmen und nach den Regeln eines Systems gegenseitiger kollektiver Sicherheit statt.

Mehr zu UN-Friedensmissionen

Einsatz für Reformen

Die Reform des UN-Sicherheitsrats bleibt ein Kernanliegen der Bundesregierung. Eine solche Reform muss den Rat an die geopolitischen Realitäten des 21. Jahrhunderts anpassen. Solange wesentliche Regionen und zentrale Beitragsleister nicht angemessen vertreten sind, verliert der Sicherheitsrat an Legitimität und Autorität. Deutschland setzt sich daher gemeinsam mit seinen G4-Partnern Brasilien, Indien und Japan aktiv für diese Reform ein.

Auch in anderen Bereichen gibt es Reformbestrebungen. UN-Generalsekretär Guterres möchte die Vereinten Nationen mit einer umfassenden Reformagenda fit für die Herausforderungen der Zukunft machen. Er hat dafür Prioritäten definiert, die Deutschland unterstützt: neben der kohärenten Umsetzung der Agenda 2030 will er Konfliktprävention stärken und die Friedens- und Sicherheitsarchitektur der UN neu aufstellen.

Mehr zur Reform der Vereinten Nationen

Bericht der Bundesregierung zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinten Nationen  2018 / 2019 PDF / 2 MB

Bericht zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinten Nationen 2016/2017 PDF / 1 MB

Bericht zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinten Nationen 2014/2015 PDF / 1 MB

Bericht zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinten Nationen 2012/2013 PDF / 1 MB

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen

Karriere in internationalen Organisationen

Video: Warum wir die UN brauchen - TEDxTalk von Patricia Flor

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