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'Weimarer Dreieck': 30 Jahre grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen

27.08.2021 - Artikel

Das 'Weimarer Dreieck'bietet Deutschland, Frankreich und Polen ein wichtiges Forum, um sich über grenzüberschreitende und europapolitische Fragen abzustimmen. Neben den Regierungen arbeiten auch die Parlamente und Zivilgesellschaften eng zusammen.

Die Flaggen Frankreichs, Polens und Deutschlands vor dem Rathaus von Weimar
Die Flaggen Frankreichs, Polens und Deutschlands vor dem Rathaus von Weimar© picture-alliance/dpa

Am 28. August 1991 trafen sich die damaligen Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens - Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski - an Goethes Geburtstag in Weimar, um das ‚Weimarer Dreieck‘ ins Leben zu rufen. Ihr Bestreben war es, gemeinsame Grundinteressen für die Zukunft Europas zu identifizieren sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auszubauen. In einer 10-Punkte-Erklärung bekräftigten die Minister damals die maßgebliche Verantwortung der drei Länder für den europäischen Integrationsprozess. Historische Wegmarken seitdem stellen insbesondere die Aufnahme Polens in die NATO (1999) sowie in die Europäische Union (2004) dar.

Am 28./29. August 2021 jährt sich die Gründung des ‚Weimarer Dreiecks‘ nun zum dreißigsten Male. Drei Jahrzehnte nach seiner Gründung ist dieses trilaterale Gesprächs- und Kooperationsformat wichtiger denn je, um dem politischen und zivilgesellschaftlichen Austausch neue Impulse zu geben und damit Europa geeinter und handlungsfähiger zu machen. Das ‚Weimarer Dreieck‘ versinnbildlicht dabei, wie auf vielen verschiedenen Ebenen gemeinsam und über Grenzen hinweg Zukunft in Europa gestaltet werden kann.

Treffen auf Regierungsebene

Die Außen- und Europaminister der drei Länder kommen regelmäßig zu trilateralen Gesprächen zusammen, um über aktuelle politische Themen zu beraten und gemeinsame Initiativen zu entwickeln.

  • Außenministertreffen: Heiko Maas, Jean-Yves Le Drian und Zbigniew Rau kamen zuletzt am 15. Oktober 2020 in Paris im Weimarer Format zusammen. Den Text der aus diesem Anlass verabschiedeten gemeinsamen Erklärung finden Sie hier.
  • Europaministertreffen: Michael Roth, seine damalige Amtskollegin Amélie de Montchalin und Konrad Szymański trafen sich letztmalig am 21. Januar 2020 in Lens (Frankreich). Die dort verabschiedete gemeinsame Erklärung finden Sie hier.

Auch auf Ebene der Regierungschefs sowie zwischen einzelnen Fachministerien finden regelmäßig Treffen im Rahmen des Weimarer Dreiecks statt.

Zusammenarbeit der Parlamente

Die früheren Außenminister von Polen, Deutschland und Frankreich, (l-r) Krzystof Skubiszewski, Hans Dietrich Genscher und Roland Dumas am 29.08.2006 im Rathaus von Weimar.
Die früheren Außenminister von Polen, Deutschland und Frankreich, (l-r) Krzystof Skubiszewski, Hans Dietrich Genscher und Roland Dumas am 29.08.2006 im Rathaus von Weimar.© picture-alliance/ dpa

Eine wichtige Rolle im ‚Weimarer Dreieck‘ nimmt auch die parlamentarische Zusammenarbeit ein. Neben den drei Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten beziehungsweise -präsidien treffen sich auch einzelne Fachausschüsse in diesem trilateralen Format.

Initiativen der Zivilgesellschaft

In den vergangenen Jahren hat gerade der Austausch auf Ebene der Zivilgesellschaften zwischen Deutschland, Frankreich und Polen zunehmend an Bedeutung gewonnen – in Form von Städtepartnerschaften, Jugendbegegnungen oder Kulturveranstaltungen. Diese lebendigen Treffen leisten damit einen wesentlichen Beitrag für ein noch engeres Zusammenwachsen der Bürger aus diesen drei Staaten im Zentrum Europas.

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