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„Konzept für einen Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen“: Vorstellung durch Außenminister Heiko Maas in Berlin

Flaggen Deutschlands, Polens und der EU

Flaggen Deutschlands, Polens und der EU, © dpa-Zentralbild

15.09.2021 - Artikel

Das Leiden der polnischen Zivil­bevölkerung war lange nur ein Splitter in der deutschen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Der Bundestag hat daher einen Ort der Erinnerung und der Begegnung mit Polen beschlossen.

Beim Einmarsch deutscher Truppen in Polen am 01.09.1939 reißen Soldaten der deutschen Wehrmacht einen rot-weißen Schlagbaum an der deutsch-polnischen Grenze nieder.
Deutscher Überfall auf Polen - Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939© A0009_dpa

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann im September 1939 der Zweite Weltkrieg. Dort zeigte sich erstmals die unmenschliche Gewalt des rassenideologischen Vernichtungskrieges in Mittel- und Osteuropa und brachte unermessliches Leid über die Menschen des Landes. Die Zerstörung ganzer Städte, Umsiedlungen und Massenerschießungen sollten Polen für immer von Landkarte tilgen. Deutschland trägt die volle Verantwortung für die in deutschem Namen und von deutscher Hand verübten Verbrechen und wird dies auch in Zukunft tun. 

Der Deutsche Bundestag hat daher am 30. Oktober 2020 beschlossen, dass an prominenter Stelle in Berlin ein Ort entstehen soll, der den polnischen Opfern des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Besatzung Polens gewidmet ist. Die Ausarbeitung eines Umsetzungskonzepts erfolgte in Federführung des Auswärtigen Amtes mit Unterstützung einer deutsch-polnischen Expertenkommission sowie eines politischen Beirats. 

Anlässlich der Vorstellung des Konzepts am 15. September 2021 in Berlin sagte Außenminister Heiko Maas:

Das Leiden der polnischen Zivilbevölkerung war lange nur ein Splitter in der deutschen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Der Bundestag hat daher vergangenes Jahr mit seinem Beschluss für einen Ort der Erinnerung und der Begegnung mit Polen einen wegweisenden Schritt getan. Diesen Auftrag unseres Parlaments habe ich für das Auswärtige Amt gerne angenommen – er war mir ein persönliches Anliegen.

Der zukünftige Ort der Erinnerung und der Begegnung mit Polen kann ein Meilenstein der deutsch-polnischen Aussöhnung werden. Denn nicht nur den Toten schulden wir die Aufarbeitung der Vergangenheit. Für Deutsche und Polen bleibt sie die Grundlage unseres gemeinsamen Wegs in die Zukunft. 

Zentrum soll historisch und zukunftsgewandt zugleich sein

Zuvor hatte Außenminister Maas das Konzept an Bundestagspräsident Schäuble übermittelt. Kerninhalt ist ein künftiger ‚Ort des Erinnerns und des Begegnens‘ in Berlin, welcher einerseits das gemeinsame Erinnern und die Vermittlung von historischem Wissen in den Mittelpunkt stellen soll. Zugleich sollen dort aber auch Begegnungen zwischen Deutschen, Polen und deren europäischen Nachbarn ermöglicht werden und damit zur Vertiefung unserer guten nachbarschaftlichen Beziehungen beitragen. Kurz gesagt: Das Zentrum soll historisch und zukunftsgewandt zugleich sein - deutsch-polnisch und europäisch. 

Mit Beginn der neuen Legislaturperiode wird das Konzept dann den neuen Abgeordneten mit einer Einladung vorgelegt, über das Konzept zu entscheiden. Darin sind zehn konkrete Empfehlungen enthalten für die Planung und den Bau einer Gedenk- und Begegnungsstätte in der kommenden Legislaturperiode.

Das gesamte Konzeptpapier können Sie hier nachlesen. 

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