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Sicherheit im Hohen Norden: Außenminister Wadephul besucht Norwegen
Mehrere Fahrzeuge der Gebirgsjäger der Bundeswehr während der Teilnahme an der Militärübung „Cold Response“ in Norwegen © dpa
Außenminister Wadephul reist am 13. und 14. Juli zu politischen Gesprächen mit seinem norwegischen Amtskollegen Eide nach Bodø, Norwegen. Im Fokus des Besuchs steht die Sicherheitslage im Hohen Norden. Mehr zur Reise hier.
Sicherheit im Hohen Norden
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa, insbesondere an der Ost- und Nordflanke der NATO, grundlegend verändert. Außenminister Wadephul besucht deshalb morgen gemeinsam mit seinem norwegischen Amtskollegen Eide das Hauptquartier der norwegischen Streitkräfte in Reitan, um sich ein unmittelbares Bild von der Bedeutung der nordischen Staaten für die transatlantische Sicherheit zu machen.
Außenminister Wadephul sagte vor seiner Abreise:
Im Hohen Norden ist Norwegen für Deutschland ein unverzichtbarer Werte-, Sicherheits- und Wirtschaftspartner. Hier hat sich ein geopolitischer Hotspot entwickelt, der für unsere gemeinsame Sicherheit von strategischer Bedeutung ist.
Im Hohen Norden wird die veränderte Bedrohungslage für die NATO besonders deutlich, denn Russland verstärkt seine wirtschaftliche und militärische Präsenz in der Region. Dabei schreckt Russland weder vor Provokationen, noch vor hybriden Aktivitäten zurück. Auch China weitet seine Aktivitäten in der Arktis planvoll aus. Denn hier verlaufen zentrale Verbindungen über den Nordatlantik wie z.B. Unterseekabel, Luftverkehrsrouten und zunehmend auch Seewege. Norwegen kommt als starkem und verlässlichem NATO-Partner eine zentrale Rolle beim Schutz europäischer Interessen im Nordatlantik und der Arktis zu, insbesondere bei der Beobachtung und Bewertung der Lage.
Die Sicherung der NATO-Nordflanke sowie der Schutz kritischer Infrastruktur sind für alle Bündnispartner von herausragender Bedeutung. Deutschland beteiligt sich daher aktiv an der Sicherung der Nordflanke, unter anderem durch Teilnahme an Übungen wie „Cold Response“ sowie durch die Weiterentwicklung der sogenannten „maritimen Sicherheitspartnerschaft“ („Maritime Security Partnership“) gemeinsam mit Norwegen, Kanada, Dänemark und Island.
Auch die Entscheidung Kanadas für das gemeinsam von Deutschland und Norwegen entwickelte U-Boot 212 CD unterstreicht, wie eng wir transatlantisch zusammenarbeiten. Die vertiefte Kooperation bei Flotten und Wartungsinfrastruktur wird die Sicherheit im Atlantik auf ein neues Niveau heben und mit der modernsten konventionellen U-Boot-Flotte unsere Partnerschaft und Fähigkeiten im Nordatlantik nachhaltig stärken.
Außenminister Wadephul erklärte dazu heute:
Deutschland und Norwegen stehen in der NATO dabei Seite an Seite. Wir stärken konsequent die Nordflanke des Bündnisses gegen alte wie neue Bedrohungen. Das zwischen Deutschland und Norwegen gemeinsam entwickelte U-Boot der Klasse U212CD, für das sich vergangene Woche auch Kanada entschieden hat, verkörpert unsere herausragende Zusammenarbeit. Daraus entsteht die größte, stärkste und modernste konventionelle U-Boot-Flotte der Allianz. Unsere transatlantischen Verteidigungsfähigkeiten im Nordatlantik hebt diese Zusammenarbeit auf ein vollkommen neues Niveau. Und unsere personellen Fähigkeiten wachsen ebenfalls mit: Mehr als tausend deutsche Soldatinnen und Soldaten haben sich in diesem Jahr an der NATO-Übung Cold Response in Norwegen beteiligt – ein klares Zeichen, dass wir uns auf neue Entwicklungen im Nordatlantik gemeinsam vorbereiten.
Weltraum, Wasserstoff & Wasserwege: eine Region mit viel Potential
Der Klimawandel beschleunigt auch im Hohen Norden die geopolitische Drift: Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als andere Weltregionen. Das schmelzende Eis eröffnet neue Schifffahrtsrouten und erleichtert den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen, darunter seltene Erden.
Damit wächst der internationale Wettbewerb um Einfluss und Ressourcen in der Region. Neben sicherheitspolitische Fragen tritt auch wirtschaftlicher und technologischer Wettbewerb. Vor diesem Hintergrund kommt der Sicherung stabiler Rahmenbedingungen und nachhaltiger Nutzung der fragilen Umwelt besondere Bedeutung zu.
Auch für Europas Zugang zum Weltraum ist der Hohe Norden entscheidend. Raumfahrtstandorte in Norwegen und Schweden stellen sicher, dass wir von Europa aus ins All starten können. Der Hohe Norden bietet außerdem erhebliche Potenziale für die Produktion von Wasserstoff sowie für die Diversifizierung kritischer Lieferketten im Bereich der seltenen Erden. Dies stärkt Europas Souveränität und Autonomie als starker Pfeiler im transatlantischen Bündnis.
Zugleich erfordert die Entwicklung der Region einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer sensiblen Umwelt. Die Auswirkungen des Klimawandels sind im Hohen Norden bereits deutlich sichtbar. Sie unterstreichen die Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens. Der Besuch des High North Center der Universität Bodø dient dazu, diese Themen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu vertiefen.
Für Deutschland bleibt der nordatlantische und arktische Raum eine strategische Schlüsselregion für europäische Sicherheit und wirtschaftliche Souveränität. Mit Norwegen ist ein starker und verlässlicher Freund und Partner an unserer Seite.