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Südasien: Eine Region im Wandel

Die UNESCO-Weltkulturerbestätte Swayambhunath in Kathmandu, Nepal

Die UNESCO-Weltkulturerbestätte Swayambhunath in Kathmandu, Nepal © NurPhoto

30.01.2026 - Artikel

Regionale Kooperation

1985 haben sich die Länder der Region in der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Kooperation (englisch: SAARC) zusammengeschlossen. Ziel ist vor allem die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bislang bestreiten die Staaten der Region allerdings nur knapp 5 Prozent ihres Handels mit den jeweils anderen südasiatischen Staaten. Auch der indisch-pakistanische Gegensatz und die demographischen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern erschweren gemeinsame Projekte der SAARC-Staatengruppe (www.saarc-sec.org), zum Beispiel zum Ausbau der Verkehrs- und Energieverbindungen und zur Förderung von Handel und Investitionen.

Über die SAARC hinaus wird die regionale Integration zudem über die „Bay of Bengal Initiative for Multi-Sectoral Technical and Economic Cooperation“ (BIMSTEC; www.bimstec.org) angestrebt, die sieben Staaten aus Süd- und Südostasien (ohne Pakistan) um die Bucht von Bengalen miteinander verbindet.

Deutsches Engagement in der Region

Außenminister Johann Wadephul beim Hockey-Training mit Schülerinnen und Schülern und den Hockey-Spielern Moritz Fürste und Sardar Singh in Neu-Delhi
Außenminister Johann Wadephul beim Hockey-Training mit Schülerinnen und Schülern und den Hockey-Spielern Moritz Fürste und Sardar Singh in Neu-Delhi © Photothek Media Lab

Deutschland pflegt enge, partnerschaftliche Beziehungen zu den südasiatischen Ländern. Durch regelmäßige gegenseitige Besuche halten Regierungsmitglieder und Parlamentarierinnen und Parlamentarier intensiven Kontakt mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in der Region. Deutschland ist ein wichtiger Wirtschafts- und Entwicklungspartner für die südasiatischen Staaten und fördert Projekte zu so unterschiedlichen Themen wie dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Begleitung von Urbanisierungsprozessen, der Berufsbildung, dem Gesundheitswesen, der Förderung demokratischer Fortschritte und der Stärkung der Rechtstaatlichkeit.

Mit der faktischen Übernahme der Macht in Afghanistan durch die Taliban im Sommer 2021 haben sich die Rahmenbedingungen des Engagements der Bundesregierung fundamental verändert: Zwar hat Deutschland die diplomatischen Beziehungen zu Afghanistan stets aufrechterhalten, erkennt jedoch die De-facto-Regierung der Taliban nicht als legitime Regierung Afghanistans an. Damit sich Sicherheit und Stabilität in der Region verbessern, muss Afghanistan seine internationalen Verpflichtungen erfüllen. Dazu zählt nicht zuletzt die Einhaltung von Menschenrechtsstandards. Hierfür setzen wir uns gemeinsam mit vielen anderen Staaten im „Doha-Prozess“ ein. Dieser von den Vereinten Nationen geleitete Prozess ist das einzige Forum, das darauf abzielt, Afghanistan wieder in die internationale Staatengemeinschaft zu integrieren. Im Zentrum der Bemühungen Deutschlands und internationaler Partner stehen aktuell v.a. der Einsatz für Menschenrechte – besonders auch für Frauen und Mädchen – und Meinungsfreiheit in Afghanistan sowie die Bereitstellung humanitärer Unterstützung für die afghanische Bevölkerung. Deutschland bleibt daher auch weiterhin engagiert und einer der größten bilateralen Geber humanitärer Hilfe in Afghanistan.

Initiative zur Rechenschaftspflicht für Afghanistans Verletzung der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau

Für Bangladesch ist Deutschland ein sehr wichtiger Exportmarkt vor allem für Textilien und bedeutender Wirtschaftspartner. Die Bundesregierung setzt sich in diesem Zusammenhang für verbesserte soziale und ökologische Mindeststandards ein. Bangladesch ist ein Kooperationspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Schwerpunkten in den Bereichen Klima/erneuerbare Energien, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität. Darüber hinaus unterstützt Deutschland Bangladesch bei der Versorgung der etwa 1 Million Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar.

Im November 2020 erfolgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Königreich Bhutan. Zuvor schon engagierten sich private deutsche Träger, teils mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Neu-Delhi und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie beim Kulturerhalt in Bhutan.

Indien ist der mit Abstand bedeutendste Partner Deutschlands unter den südasiatischen Staaten. Auf ihn entfallen rund drei Viertel der Bevölkerung und der Wirtschaftsleistung in der Region. Bundeskanzler Merz besuchte im Januar 2026 das Land im Rahmen seiner ersten Asienreise und betonte Indiens Rolle als Wunschpartner. Außenminister Wadephul war bereits im September 2025 dort. Deutschland und Indien pflegen seit über 25 Jahren eine strategische Partnerschaft und unterhalten sei 75 Jahren diplomatische Beziehungen. Die Bundesregierung baut diese Beziehungen derzeit umfassend aus. Für Herbst 2026 sind die nächsten Regierungskonsultationen geplant. Mit dem erfolgreichen EU-Indien-Gipfel Ende Januar 2026 und den nun abgeschlossenen Verhandlungen zu einem der weltweit größten Freihandelsabkommen, von dem fast zwei Milliarden Menschen profitieren werden, stehen die Beziehungen zu Indien auch auf europäischer Ebene hoch auf der Agenda. Die EU und Indien haben außerdem eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft geschlossen und eine umfassende strategische Agenda bis 2030 vereinbart.

Die Malediven sind ein Archipel von fast 1.200 Inseln, die ausschließliche Wirtschaftszone umfasst 1 Mio. km² im westlichen Indischen Ozean. Der Tourismus generiert mit fast 2 Mio. Besuchern jährlich ca. 70% des BIP. Aus Deutschland kommen jährlich ca. 100.000 Besucher. Die Malediven eröffneten 2016 eine Botschaft in Berlin; in Malé gibt es einen deutschen Honorarkonsul.

Der Himalaya-Binnenstaat Nepal steht seit über 50 Jahren im Fokus des zivilgesellschaftlichen Engagements zahlreicher deutscher Organisationen und Vereine im Bereich Bildung und Gesundheit. Die staatliche entwicklungspolitische Zusammenarbeit fördert v.a. den Energiesektor durch den Bau von Wasserkraftwerken und Stromtrassen; außerdem unterstützt Deutschland Nepal bei der Überwindung der Folgen des langjährigen Bürgerkriegs.

In Pakistan engagiert sich Deutschland für eine demokratische und stabile Entwicklung des mit etwa 251 Millionen Einwohnern weltweit fünftgrößten Landes und setzt sich für eine konstruktiven Rolle Pakistans in der Region ein. Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind gute Regierungsführung, Klima und Energie sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von 3,4 Mrd. USD im Jahr 2024 zählt Deutschland zu Pakistans wichtigsten EU-Handelspartnern. Deutschland unterstützt zudem Projekte der humanitären Hilfe.

Deutschland unterstützt Sri Lanka nach dem Ende eines langen Bürgerkriegs beim Versöhnungsprozess zwischen den Bevölkerungsgruppen, berät in Verfassungsfragen und fördert die berufliche Bildung junger Menschen. Seit 2018 ist Deutschland auch mit einer eigenen Außenhandelskammer in der Hauptstadt Colombo vertreten. Nach dem Staatsbankrott 2022 stabilisiert sich das Land zusehends; das wirtschaftliche Potenzial Sri Lankas und seine touristische Attraktivität finden auch in Deutschland wachsendes Interesse.

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