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Ein neues Kapitel in den deutsch-ungarischen Beziehungen: Außenminister Wadephul reist nach Budapest
Parlamentsgebäude in Budapest, Ungarn © SULUPRESS.DE
Wenn Außenminister Wadephul heute nach Budapest reist, ist es mehr als ein Antrittsbesuch. Es ist der erste Besuch eines deutschen Außenministers in Ungarn seit 2019 – und er fällt in eine Zeit des politischen Aufbruchs in Budapest.
Nach Jahren zunehmender Entfremdung stehen die Zeichen wieder ganz auf Annäherung. Der politische Wechsel in Ungarn, der durch den Wahlsieg der neuen Regierung möglich wurde, eröffnet die Chance, die deutsch-ungarischen Beziehungen neu aufzustellen.
Dieser Neustart wird nun gemeinsam gestaltet. In Budapest trifft Außenminister Wadephul deshalb den neuen ungarischen Staatspräsidenten András Bálint Baka sowie seine Amtskollegin Anita Orbán.
Vor dem Abflug sagte Außenminister Wadephul:
Der politische Wechsel in Ungarn eröffnet die Chance, unsere Beziehungen mit großer Geschwindigkeit wieder auf ein Fundament des gegenseitigen Vertrauens und der Verlässlichkeit zu stellen. Ich komme also mit der Hoffnung, dass Ungarn sein großes europäisches Herz wiederentdeckt und ganz Europa das spürt.
Neue Dynamik auch in den Wirtschaftsbeziehungen
In Budapest trifft Außenminister Wadephul auch mit Wirtschaftsminister István Kapitány und Vertreterinnen und Vertretern der deutschen und ungarischen Wirtschaft zusammen. Denn der politische Neustart soll auch wirtschaftlich spürbar werden.
Wie eng beide Volkswirtschaften bereits miteinander verbunden sind, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Mehr als 6.000 deutsche Unternehmen sind in Ungarn aktiv, 250.000 Arbeitsplätze gehen auf das Engagement und die Investitionen deutscher Unternehmen in Ungarn zurück.
Wenn für Unternehmen aus allen EU-Mitgliedstaaten wieder faire und verlässliche Wettbewerbsbedingungen gelten, wird Ungarns Wirtschaft erheblich davon profitieren. Ich freue mich sehr, dass mich heute eine Delegation deutscher Unternehmen und Verbände begleitet, um ganz konkret zu besprechen, welche weiteren Schritte nun erforderlich sind.
Außenminister Wadephul
Eine besondere Geschichte verbindet
Die deutsch-ungarischen Beziehungen sind allerdings nicht nur durch Politik und Handel geprägt. Sie haben eine Geschichte, die tief in das deutsche Gedächtnis eingeschrieben ist.
1989 öffnete Ungarn als erstes Land des Warschauer Paktes seine Grenze in den Westen – nämlich nach Österreich. Tausende DDR-Bürgerinnen und -Bürger nutzten die Möglichkeit, über Ungarn auszureisen. Wenige Wochen später fiel die Berliner Mauer.
Mir war es aber auch mit Blick auf unsere gemeinsame Geschichte wichtig, die Chance auf einen Neuanfang mit unseren Freunden in Ungarn zu nutzen. Wir sind den Ungarinnen und Ungarn für immer verbunden, dass sie es waren, die 1989 den Stein ins Rollen brachten, der am Ende den Eisernen Vorhang zerriss und die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte.
Außenminister Wadephul
Heute soll diese besondere Verbindung wieder stärker mit Leben gefüllt werden. Dass ungarische Studierende nun wieder Zugang zum Erasmus-Programm haben, ist dafür ein wichtiges Signal.
Gemeinsame Antworten auf neue Bedrohungen
Deutschland und Ungarn wollen auch darüber sprechen, wie Europa außenpolitisch schlagkräftiger werden kann. Eine stärkere europäische Außenpolitik liegt im Interesse aller Mitgliedstaaten. Gerade in einer Zeit, in der Europas Sicherheit und seine Werte unter Druck geraten, wollen Deutschland und Ungarn wieder stärker an einem Strang ziehen, bilateral, aber auch im Rahmen der EU und NATO.
Ungarns neue Regierung hat in kurzer Zeit zentrale Reformen angestoßen. Die Rückkehr zu Rechtsstaatlichkeit und die Umsetzung europäischer Vorgaben sind gute Nachrichten – für Europa, vor allem aber für die Menschen in Ungarn selbst.
Außenminister Wadephul