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Deutschland und Tschad: Bilaterale Beziehungen

02.10.2026 - Artikel

Ländername: Republik Tschad, République du Tchad

Aufnahme diplomatischer Beziehungen:

11.08.1960 (Bundesrepublik Deutschland)

10.06.1971 (Deutsche Demokratische Republik)

Staatsform/Regierungsform: Präsidiale Republik

Diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Tschad bestehen seit der politischen Unabhängigkeit Tschads 1960. Deutschland hat die politische Transition in Tschad begleitet, die 2024/25 mit der Wahl des Staatsoberhaupts und einer Volksvertretung abgeschlossen wurde. Beide Regierungen eint das gemeinsame Interesse an Sicherheit, Stabilität und wirtschaftlicher Entwicklung.

Der Krieg in Sudan führt zu signifikanten Fluchtbewegungen nach Tschad und hat im Osten des Landes eine schwere humanitären Krise ausgelöst. Zwischen März 2023 und September 2026 sind über eine Million Menschen aus Sudan nach Tschad geflohen. In der Region des Tschadsees mussten seit 2015 rund 180.00 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder ihre Wohngebiete verlassen und überleben derzeit unter schwierigsten Bedingungen.

Deutschland engagiert sich mit humanitärer Hilfe und anderen Kriseninstrumenten, um Tschad beim Umgang mit akuten Notlagen zu unterstützen. Deutschland kooperiert dabei mit Hilfsorganisationen, wie dem Welternährungsprogramm, dem Flüchtlings- sowie dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und dem Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Schwerpunkte liegen in der Ernährungssicherheit, der Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie humanitären Schutzmaßnahmen (insbesondere für Frauen und Kinder).

Regionale Stabilisierungsprojekte zielen besonders auf die Tschadseeregion. Das Stabilisierungskonzept zielt auf eine Stärkung der zivil-militärischen Koordinierung sowie eine Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten und der internationalen Gemeinschaft. In den Konfliktgebieten wird eine positive staatliche Präsenz gefördert, um Sicherheit und Dienstleistungen für die Bevölkerung voranzubringen und terroristische Bedrohungen langfristig einzuhegen. Die Zivilgesellschaft soll gestärkt werden.

In der Entwicklungspolitik unterstützt Deutschland Tschad über die bilaterale Zusammenarbeit, regionale Vorhaben, die strukturbildende Übergangshilfe sowie die Sonderinitiative „Geflüchtete und Aufnahmeländer“. Der Fokus liegt hierbei auf der Stärkung der Widerstandsfähigkeit, Ernährungssicherung, Zugang zu Energie und Verbesserung der Lebensgrundlagen der einheimischen und der nach oder in Tschad geflüchteten Bevölkerung.

Deutschland unterstützt Tschad zudem im Rahmen der Europäischen Union (EU) und des erneuerten EU-Ansatzes für die Sahelregion. Tschad ist Unterzeichner des Samoa-Abkommens mit der EU vom 15. November 2023.

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