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Tansania: Politisches Porträt

01.04.2026 - Artikel

Die Vereinigte Republik Tansania entstand 1964 infolge des Zusammenschlusses des Festlands Tanganyika mit den Inseln Sansibars. Tansania gilt im regionalen Vergleich als Land mit ausgeprägter religiöser Koexistenz und grundsätzlich hoher gesellschaftlicher Toleranz; zugleich haben innenpolitische Spannungen das Bild als verlässlicher Stabilitätsanker belastet.

Die Partei CCM regiert seit der Unabhängigkeit 1961 und dominiert das politische System. Unter dem 2021 verstorbenen autokratischen Präsidenten Magufuli herrschte Isolation. Unter seiner Nachfolgerin Präsidentin Samia Suluhu Hassan, der ersten Frau im Amt, setzte zunächst eine Öffnung in Politik, Wirtschaft und Diplomatie ein. Seit Ende 2023 und verstärkt in den Wahljahren 2024 und 2025 wurden jedoch erneut restriktive Tendenzen sichtbar und der politische Handlungsspielraum von Opposition, Medien und Zivilgesellschaft hat sich verengt.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen fanden am 29.10.2025 statt. Präsidentin Hassan wurde im Amt offiziell bestätigt, das Ergebnis sowie der Wahlprozess wurden von Oppositionsvertretern und Teilen der Zivilgesellschaft sowie Wahlbeobachtungsmissionen von SADC und AU jedoch deutlich in Frage gestellt. Im Umfeld der Wahlen kam es in mehreren Städten zu schweren Unruhen, hartem Vorgehen der Sicherheitskräfte und zahlreichen Toten. Zudem wurde das Internet vorübergehend abgeschaltet. Politisch bleibt die Lage angespannt, auch aufgrund laufender Verfahren gegen führende Oppositionsvertreter. Auf der teilautonomen Insel Sansibar regiert seit November 2020 Präsident Hussein Ali Mwinyi (CCM). Die Wahlen 2025 verliefen friedlich.

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