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Peru: Politisches Porträt
Peru ist eine demokratische Republik. Nach der Verfassung wird alle fünf Jahre ein/e Staatspräsident/in gewählt, die nächste Wahl findet am 12. April 2026 statt. In den letzten Jahren war das politische System von erheblicher Instabilität geprägt: Präsident Balcázar ist der achte Präsident seit 2018. Der Staatspräsident ist zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er ernennt und entlässt das vom Parlament zu bestätigende Kabinett.
Die Präsidentschaftswahlen 2021 hatte überraschend und knapp der linksgerichtete Anführer der Lehrergewerkschaft Pedro Castillo gewonnen. Am 07.12.2022 versuchte er einen verfassungswidrigen Staatsstreich, wurde durch das Parlament abgesetzt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Verfassungsgemäß rückte Vizepräsidentin Boluarte als Staatspräsidentin nach, die am 10.10.2025 vor dem Hintergrund einer seit Monaten eskalierenden Sicherheits- und Vertrauenskrise ebenfalls durch den Kongress des Amtes enthoben wurde. Gem. Art. 115 der Verfassung rückte der amtierende Parlamentspräsident, der 38-jährige José Jerí in das Amt des Staatspräsidenten nach. Dieser wurde am 17.02.2026 seines Amtes enthoben und durch Präsident Balcázar ersetzt.
Die 130 Sitze des Kongresses verteilten sich nach den Wahlen vom 11. April 2021 zunächst auf Abgeordnete von zehn Parteien. Später folgte eine größere Zersplitterung durch Abspaltungen.
Zwischen den Staatsgewalten herrscht seit Jahren ein Machtkampf, in dem sich das Parlament als „erste Gewalt“ zu etablieren sucht. Insbesondere die Unabhängigkeit der Judikative steht unter Druck.
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