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Deutschland und Nigeria: Bilaterale Beziehungen
Ländername: Bundesrepublik Nigeria, Federal Republic of Nigeria
Aufnahme diplomatischer Beziehungen:
- 01.10.1960 (Bundesrepublik Deutschland)
- 10.02.1973 (Deutsche Demokratische Republik)
Regierungsform: Bundesrepublik, Präsidialdemokratie seit 29.05.1999 („Vierte Republik“)
Nigeria spielt eine entscheidende Rolle für Stabilität und Demokratie in der Region und verfügt über ein großes wirtschaftliches Potenzial. Für Deutschland ist das Land ein zentraler globaler Partner. Es finden regelmäßig hochrangige politische Treffen statt. Außenminister Wadephul besuchte Nigeria zuletzt im Juli 2026. Seit 1974 bestehen deutsche bilaterale Beziehungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Die 2011 gegründete deutsch-nigerianische Binationale Kommission (BNK) dient als Dialogformat zur Vertiefung und Ausbau der bilateralen Kooperation und tagte zuletzt im Jahr 2025 unter Leitung der Außenminister in Berlin. Die BNK arbeitet in vier Arbeitsgruppen unter anderem zu den Themen Wirtschaft, Energie, Außen- und Sicherheitspolitik, Migration und Kultur zusammen.
Nigeria ist Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner in Subsahara-Afrika. Seit 1983 ist die deutsche Wirtschaft mit einer Auslandshandelskammer in Nigeria vertreten. Verschiedenste große deutsche Unternehmen, wie Siemens Energy, BASF, SAP und DHL sind in Nigeria tätig. Ein Schwerpunkt der Wirtschaftsbeziehungen ist die Zusammenarbeit im Energiebereich.
Die seit 2008 bestehende Deutsch-Nigerianische Energiepartnerschaft wurde 2021 im Einklang mit der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung um ein Wasserstoffbüro in Abuja erweitert.
Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) sind mit einem Volumen von über 710 Mio. EUR in Nigeria in den folgenden Schwerpunkten aktiv: Nachhaltige Wirtschaftsförderung einschl. Berufsbildung und Beschäftigung, ländliche Entwicklung, erneuerbare Energie/Klima, Frieden und Konfliktprävention sowie Gesundheit.
Im Kampf gegen terroristische Bedrohungen unterstützt die Bundesregierung die Ausbildung und Ausstattung der nigerianischen Sicherheitskräfte und fördert länderübergreifende Stabilisierungsprojekte.
In den kulturellen Beziehungen zu Nigeria eröffnete die Rückgabe der ersten Benin Bronzen im Jahr 2022 durch die damalige Außenministerin Baerbock ein neues Kapitel. Das Goethe-Institut in Lagos existiert seit 1962, seit 2025 werden auch Sprachkurse in der Hauptstadt Abuja angeboten. Das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache ist groß. Viele Nigerianerinnen und Nigerianer bewerben sich erfolgreich um Stipendien für ein Studium oder Forschungsaufenthalte in Deutschland. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung unterhalten Büros in Nigeria.