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Mauretanien: Politisches Porträt
Mauretanien ist eine islamische Republik sunnitischer Prägung mit zentralistischem Präsidialsystem. Das Land liegt geografisch wie kulturell an einer Scharnierstelle zwischen Nordafrika und der arabischen Welt sowie dem Sahel und Afrika südlich der Sahara. Es ist Mitglied der Arabischen Liga und der Organisation Islamischer Staaten, aber seit dem Jahr 2000 kein Mitglied mehr der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten ECOWAS.
Staatspräsident Ghazouani verfolgt auch in seiner zweiten Amtszeit seit August 2024 eine politische wie wirtschaftliche Reformagenda, mit Bemühungen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Fokus auf der Verbesserung der Chancen für die Jugend. Im Parlament verfügt die Regierungspartei El Insaf über die Mehrheit der Sitze; Frauen stellen gut 23% der Abgeordneten.
Im regionalen Vergleich zeichnet sich Mauretanien durch relative Sicherheit und Stabilität aus, sieht sich jedoch mit den Herausforderungen des Klimawandels, Migration und der multiplen Krisen im Sahel konfrontiert. Dabei zeigt das Land hohe Bereitschaft zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingen aus Mali (über310.000). Aufgrund seiner zentralen Lage an der westafrikanischen Atlantikküste ist Mauretanien zudem Transitland für Migrantinnen und Migranten.
Die mauretanische Wirtschaft erweist sich als vergleichsweise robust, ist jedoch stark vom Abbau und Export von Rohstoffen (v.a. Eisenerz, Gold, Kupfer und seit 2025 auch Gasförderung) sowie von der Fischerei abhängig.
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