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Deutschland und Marokko: bilaterale Beziehungen

04.09.2025 - Artikel

Das Königreich Marokko ist politisch, kulturell und wirtschaftlich ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd und ein zentraler Partner der Europäischen Union und Deutschlands in Nordafrika. Deutschland und Marokko vereinbarten im August 2022 in einer gemeinsamen Erklärung eine erweiterte, auf die Zukunft ausgerichtete Partnerschaft.

Das Land spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Region, zum Beispiel im Sahel, mit dem angekündigten Engagement in Gaza und mit der Normalisierung seiner Beziehungen mit Israel seit 2020. Die Vereinten Nationen bemühen sich unter dem seit 2021 amtierenden Persönlichen Gesandten des Generalsekretärs Staffan de Mistura um eine Lösung der Westsaharafrage. Deutschland unterstützt den Persönlichen Gesandten bei seinen Bemühungen um eine gerechte, dauerhafte und für alle Seiten akzeptable politischen Lösung auf Grundlage der einschlägigen Resolutionen des VN-Sicherheitsrats, zuletzt der Resolution 2797 von Oktober 2025.

Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Marokko entwickeln sich dynamisch. Marokko ist inzwischen für Deutschland der zweitwichtigste Investitionsstandort und der drittwichtigste Handelspartnerin Afrika. Im Jahr 2025 importierte Deutschland aus Marokko Waren im Wert von über 3,4 Mrd. Euro, während Waren im Wert von knapp 3,9 Mrd. Euro exportiert wurden. Etwa 300 deutsche Firmen sind in Marokko vertreten, etwa 30 davon mit Produktionsstätten oder Dienstleistungsniederlassungen; sie schaffen in Marokko ca. 35.000 Arbeitsplätze. Marokko ist ein beliebtes Reiseland, ca. 4% der ausländischen Touristen kamen 2024 aus Deutschland (361.000 deutsche Touristen von 8,8 Mio.).

Deutschland unterstützt Marokko auf seinem Modernisierungskurs und gehört zu den größten bilateralen Entwicklungspartnern. Bei Regierungsverhandlungen im November 2025 in Berlin wurden 634 Mio. Euro zugesagt, der Großteil davon rückzahlbare Darlehen der KfW-Entwicklungsbank. Die deutsch-marokkanische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf zwei Kernthemen: nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung sowie Klima und Energie und Just Transition (sozialverträgliche Energiewende). Darüber hinaus werden die Themen Migration (einschließlich Fachkräftegewinnung) und gute Regierungsführung bearbeitet.Marokko ist Teil der G20-Initiative “Compact with Africa”, die private Investitionen in reformorientierten Ländern Afrikas unterstützt.

Neben Außenhandelskammer, Gesellschaft für Zusammenarbeit, Germany Trade and Invest, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und die physikalisch-technische Bundesanstalt sind in Marokko auch die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung mit Büros vertreten. Das Goethe-Institut unterhält Zweigstellen in Casablanca und Rabat. Es bestehen zahlreiche Partnerschulen und über 80 Kooperationen im Hochschulbereich. Ein Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD unterrichtet in Rabat. Das Auswärtige Amt fördert zudem über das Deutsche Archäologische Institut DAI den Kulturerhalt in Marokko.

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