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Für eine starke EU: Außenminister Wadephul reist nach Irland

Stadtansicht von Dublin

Stadtansicht von Dublin © dpa

22.04.2026 - Artikel

Außenminister Wadephul reist nach Irland, um über Irlands kommende EU-Ratspräsidentschaft zu sprechen. Mehr hier.

Im Mittelpunkt der Gespräche in Dublin mit seiner irischen Amtskollegin Helen McEntee stehen die Unterstützung der Ukraine, die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie die Wettbewerbsfähigkeit der EU. Die EU muss Bürokratie abbauen und einen modernisierten Mehrjährigen Finanzrahmen beschließen. Nur so kann die EU mehr Verantwortung für ihre Sicherheit und Verteidigung übernehmen und zugleich wirtschaftlich stark bleiben.

Außenminister Johann Wadephul sagte vor Abreise:

Die internationale Politik ist rauer geworden und wir erleben jeden Tag, dass die Welt nicht auf Deutschland wartet. Es ist wichtig, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Antwort auf schwankende Gewissheiten ist es nicht, Fenster und Türen zu schließen und auf bessere Zeiten zu hoffen. Die Antwort ist es, uns auf unsere Stärken zu besinnen. Das Fundament unseres Wohlstands, der Garant unserer Freiheit und zentraler Schlüssel für unsere Sicherheit ist dabei Europa. Europa gilt es zu stärken und zu modernisieren, handlungsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen.

Ich bin überzeugt, gerade weil die Krise mehr und mehr zum Normalfall zu werden droht, dulden entscheidende, strukturelle Reformen keinen Aufschub mehr. Es kommt auf jeden Monat, jede Woche an.

Irland übernimmt daher im Juli die EU-Ratspräsidentschaft an einer entscheidenden Wegmarke für unseren Kontinent. Nach den Wahlen in Ungarn haben wir nun ein ungewöhnlich gutes Zeitfenster, das wir nutzen wollen, nutzen müssen, um Europa nachhaltig stärker zu machen.

Wir wollen einen mehrjährigen Finanzrahmen der EU zu Ende verhandeln, der uns den Spielraum und die Flexibilität gibt, besser auf Krisen zu reagieren. Wir wollen in Brüssel entscheidende Wettbewerbsreformen auf den Weg bringen, um das wirtschaftliche Potential unserer europäischen Einheit besser zu nutzen. Wir wollen die Institutionen stärken, indem wir unsolidarische Blockademöglichkeiten Einzelner, die uns in den vergangenen Jahren zurückgeworfen haben, überwinden. Und wir wollen Frieden in Europa sichern, indem wir die Ukraine weiter entschlossen in ihrer Verteidigung gegen Russlands verbrecherischen Angriffskrieg unterstützen.

In all diesen Fragen haben wir mit Irland sehr weitgehende Übereinstimmungen. In Dublin werden wir daher beraten, wie Deutschland den irischen Vorsitz unterstützen kann, in den kommenden Wochen und Monaten die entscheidenden Schritte für Europa voranzukommen.

Deutschland und Irland arbeiteten bereits seit Jahren eng zusammen, unter anderem auf Grundlage des seit 2024 laufenden deutsch-irischen Aktionsplans.

Angesichts der anhaltenden russischen Aggression gegen die Ukraine muss die EU geschlossen handeln. Zugleich müssen wir die EU und ihre Institutionen handlungsfähiger machen, um künftigen Krisen wirksamer begegnen zu können. Dazu ließen sich beispielsweise Abstimmungen mit qualifizierter Mehrheit ausweiten – zum Beispiel bei Sanktionen und für die vielen Zwischenschritte der EU-Erweiterung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Gemeinsam besuchen die Außenminister Wadephul und McEntee das Werk von Siemens Healthineers in Swords, wo Diagnostikgeräte für Krankenhäuser und Labore hergestellt werden. Der Standort steht exemplarisch für die Stärken Europas: einen funktionierenden Binnenmarkt, Forschung, industrielles Know-how und offenen Welthandel.

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