Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Burkina Faso: Politisches Porträt

02.04.2026 - Artikel

Nach dem Sturz des damaligen Präsidenten Blaise Compaoré (1987 bis 2014) erhielt Burkina Faso nach einer kurzen Übergangszeit unter militärischer Führung im Jahr 2015 wieder ein demokratisch legitimiertes Regierungssystem. Der gewählte Präsident Roch Marc Kaboré wurde jedoch im Januar 2022 im Rahmen eines Militärputsches durch Oberstleutnant Paul Henri Sandaogo Damiba abgelöst. Bei einem weiteren Putsch im September 2022 setzte sich Hauptmann Ibrahim Traoré an die Spitze des Staates.

Mit der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) hatte Burkina Faso zunächst eine politische Transition vereinbart, trat allerdings im Januar 2025 aus der Organisation aus. Präsident Traoré und seine Regierung streben eine Neugründung des Staates im Rahmen einer „progressiven Volksrevolution“ an. Als rechtlicher Bezugsrahmen dient eine Revolutionscharta. Politische Parteien wurden aufgelöst, Wahlen bislang nicht terminiert.

Unter dem Leitmotiv der Souveränität diversifiziert Burkina Faso seine internationalen Partner und setzt den Kampf gegen den Terrorismus fort. Gemeinsam mit Mali und Niger gründete Burkina Faso im September 2023 die Allianz der Sahelstaaten (AES), die von einem Verteidigungsbündnis zu einer Konföderation weiterentwickelt werden soll. Im Dezember 2025 übernahm Präsident Traoré turnusmäßig den Vorsitz der AES. Das Bündnis strebt eine gemeinsame Sicherheits-, Außen- und Entwicklungspolitik an.

Die Bevölkerung von Burkina Faso ist ethnisch und religiös divers. Wie die Nachbarländer Mali und Niger ist das Land sehr stark von Terrorismus und organisierter Kriminalität, hohem Bevölkerungswachstum sowie den Auswirkungen des Klimawandels, extremer Armut und Ernährungsunsicherheit betroffen. Die prekäre Sicherheitslage hat zu einer wachsenden Zahl von Binnenvertriebenen und einer humanitären Notlage geführt.

Weitere Informationen

Schlagworte

nach oben