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Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Lettland und Schweden

26.01.2026 - Pressemitteilung

Vor seiner Abreise nach Lettland und Schweden erklärte Außenminister Wadephul heute (26.01.):

Die Welt ordnet sich neu. In dieser Phase geopolitischer Umbrüche müssen wir Europäer selbstbewusst und geschlossen auftreten und handeln. Als Hotspot verdient der Ostseeraum dabei unsere besondere Aufmerksamkeit: Dort sind wir und einige unserer engsten Partner in der Europäischen Union und im NATO-Bündnis hybriden Bedrohungen Russlands ausgesetzt. Dort entscheidet sich auch, ob wir durch Zusammenhalt und Stärke dauerhaft für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand in Europa sorgen können.

Meine Reise nach Lettland und Schweden führt mich bereits zum wiederholten Mal in kurzer Zeit in den Ostseeraum, wo die großen Fragen europäischer Sicherheit mit besonderer Schärfe zu Tage treten. Das habe ich auch erst vor drei Wochen in Litauen noch einmal sehr deutlich erfahren, wo ich die Soldatinnen und Soldaten der deutschen Brigade besucht hatte, die einen unmittelbaren und robusten Beitrag zur Sicherheit an der NATO-Ostflanke leisten.

In Riga werde ich heute im Rahmen der dortigen Botschafterkonferenz mit den Botschafterinnen und Botschaftern Lettlands über ihre Erfahrungen sprechen – Erfahrungen als Vertreterinnen und Vertreter eines Landes, das Russlands sicherheitspolitische Drohgebärden gegen Europa früher und unmittelbarer spürt als andere. Kaum eine Region in der EU ist so massiv von den hybriden Aktivitäten, die der Kreml orchestriert, betroffen. Die baltischen Erfahrungen unterstreichen unseren akuten Handlungsbedarf: Wir können es uns nicht leisten, Zeit zu verlieren, wenn es um den Schutz kritischer Infrastruktur oder um Sanktionen gegen die russische Schattenflotte geht. Sicherheit und Resilienz im Ostseeraum schaffen Stabilität für ganz Europa.

Schweden spielt – insbesondere seit seinem NATO-Beitritt – eine zentrale Rolle für die Sicherheit im Norden Europas – einer Region, die auch Gegenstand globaler Rivalitäten ist. Als eine führende Stimme der Nordischen Staaten, mit denen Deutschland besonders eng verbunden ist, bringt Schweden große sicherheitspolitische Erfahrung und Kompetenz in die Allianz ein. Schweden investiert entschlossen in nationale Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit und hat mit einem modernen Wehrdienst neue Maßstäbe gesetzt. Davon profitieren wir alle – im Ostseeraum, in Europa und im NATO-Bündnis.

Das transatlantische Bündnis bleibt für unsere Sicherheit unverzichtbar. Es sind dieses starke Band und gemeinsame Kerninteressen, die uns mit den Vereinigten Staaten verbinden. Aber weder können und werden wir uns darauf ausruhen, noch werden wir darin nachlassen, als Europäer unsere eigene Sicherheit künftig stärker selbst in die Hand zu nehmen. Entscheidend ist, dass wir uns nicht spalten lassen – denn genau darauf zielen jene, die ein Interesse am Zerfall unseres Verteidigungsbündnisses und der Europäischen Union haben.

Wichtige Debatten, die wir im transatlantischen Bündnis führen, dürfen auch nicht dazu führen, dass unser zentrales Interesse, nämlich die Freiheit und Sicherheit der Ukraine als souveräner Staat, aus dem Fokus gerät. Darauf setzt Putin. Für uns ist klar: Russland ist und bleibt die größte Bedrohung für Sicherheit und Freiheit in Europa. Die Lage in der Ukraine ist aktuell besonders gravierend – eine Million Menschen sind nach gezielten Angriffen auf zivile Infrastruktur bei eisigen Temperaturen ohne Strom, hunderttausende ohne Heizung.

Umso wichtiger ist das Signal, dass es nun Bewegung in Richtung direkter Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und unter Vermittlung der USA gibt. Eines muss dabei immer klar sein: Europa muss mit am Verhandlungstisch sitzen, wenn es um gesamteuropäische Interessen und unsere Sicherheit geht. Diese Fragen europäischer Sicherheit stehen im Zentrum meiner Reise.

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