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Staatsministerin Müntefering zu den Eckpunkten für den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

13.03.2019 - Pressemitteilung

Zu den Eckpunkten für den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten erklärte die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt Michelle Müntefering heute (13.03.): 

Die heutige Vereinbarung zeigt: Wir als kulturpolitisch Verantwortliche in Deutschland kümmern uns und tragen gemeinsam historische Verantwortung. Dies unterstreicht: wir sind dialogfähig und konstruktiv.

Die für die Kulturpolitik Verantwortlichen von Bund und Ländern sowie die kommunalen Spitzenverbände haben sich auf eine gemeinsame politische Positionierung zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten verständigt. Gemeinsam tragen wir eine historische Verantwortung, die sich aus der Zeit des deutschen Kolonialismus ergibt.

Wir setzen somit den Auftrag des Koalitionsvertrags von Union und SPD um, der die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte als Teil unseres demokratischen Grundkonsenses verankert. Denn letztlich ist dies nicht nur Aufgabe für Politik, sondern für alle Bereiche der Gesellschaft: Kultur, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Damit haben wir einen klaren Rahmen, um weitere konkrete Schritte und Maßnahmen zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in folgenden sechs Handlungsfelder zu planen: Transparenz und Dokumentation; Provenienzforschung; Präsentation und Vermittlung; Rückführungen; Kulturaustausch und internationale Kooperation und Beitrag von Wissenschaft und Forschung.

Das Auswärtige Amt wird sich besonders für die Stärkung der kulturellen Zusammenarbeit und einen stärkeren Kulturaustausch, insbesondere mit Afrika einsetzen. Gerade das Goethe Institut mit seinen zahlreichen Einrichtungen und Projekten ist hier ein wichtiger Partner und Mittler. Wichtig sind dabei Dialog, Kooperation, kultureller Austausch und der Ausbau der kulturellen Infrastruktur in Afrika. Genau daran arbeiten wir in der internationalen Kulturpolitik.

Die heute vereinbarten Eckpunkte sind ein wichtiger gemeinsamer Schritt. Zugleich wissen wir, dass wir bei diesem Thema erst am Anfang stehen. Dabei sind Fragen des Umgangs mit Sammlungsgütern und 'Rückgabe' nur ein Aspekt. Es braucht eine breite gesamtgesellschaftliche Debatte, um der Verantwortung gerecht zu werden.

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