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Staatsminister Hahn bei seiner Ankunft in Kyjiw
Bei seiner Ankunft in Kyjiw erklärte Staatsminister Hahn heute (22. April 2026):
Bei meinem ersten Stopp in Lwiw gestern Abend und auch heute bei Ankunft in Kyjiw zeigt sich wieder einmal ganz deutlich: Bei allem Schrecken, den Putins Russland über die Ukraine bringt, zeigt die ukrainische Bevölkerung weiterhin unglaubliche Widerstandskraft – seit 1.518 Tagen, jeden einzelnen Tag aufs Neue. Seit über vier Jahren kämpfen Soldaten an der Front, bangen Familien um ihre Liebsten, trotzen Menschen im ganzen Land Angriffen auf Städte, Wohnhäuser, die Energieversorgung. Auch in dem letzten, unfassbar harten Kriegswinter, bei zweistelligen Minusgraden.
In Lwiw habe ich gestern gleich als Erstes den im Verteidigungskampf gefallenen Soldatinnen und Soldaten gedacht. Jenen, die Putins brutalen Eroberungskrieg direkt an der Front erleben müssen. Ihrem Heldenmut, ihrer Stärke, ihrer Entschlossenheit verdanken wir es, dass Putins Eroberungsphantasien auch im fünften Frühling, den die Ukraine im Krieg erleben muss, bisher nicht aufgegangen sind.
Denn es ist so offensichtlich wie nie: Putin hat sich völlig verkalkuliert. Auf der einen Seite gibt es massive Verluste auf russischer Seite, auf der anderen Seite eine geeinte und wehrhafte NATO, eine standhafte Ukraine sowie die Solidarität und die volle Unterstützung Deutschlands und der EU, die wir unverbrüchlich und entschlossen fortsetzen werden.
Ganz zentral für den Abwehrkampf der Ukraine ist auch ihre Fähigkeit zu bahnbrechender Innovation und zu kreativen, flexiblen wirtschaftlichen Herangehensweisen. Davon können und davon müssen wir lernen, denn Russlands aggressiver, imperialer Revisionismus reicht über die Ukraine hinaus und bedroht uns in Deutschland und in der EU auch ganz unmittelbar. Das haben wir auch bei den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in der vergangenen Woche betont. Deswegen plane ich neben politischen Gesprächen zahlreiche Termine mit deutschen und ukrainischen Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern. Wir möchten Wege finden, wie wir noch besser, schneller und intensiver zusammenarbeiten können und die Vereinbarungen bei den Regierungskonsultationen für ein stärkeres deutsches Engagement in der Ukraine direkt mit Leben füllen.
Mehr Kooperation ist richtig und wichtig, denn klar bleibt: Wir in Deutschland und auch als Europäische Union haben das unverrückbare Ziel: Ein gerechter und dauerhafter Frieden für die Ukraine. Auf die wiederholt unter Beweis gestellte, sofortige Verhandlungsbereitschaft der Ukraine reagiert Putin mit mehr Zynismus und noch mehr Lügen, mit mehr Gewalt und Terror. Deshalb werden wir den Druck auf Russland weiter erhöhen und bleiben fest an der Seite der Ukraine. Diese Unterstützung und Solidarität für die Ukraine und das ukrainische Volk möchte ich für die Bundesregierung mit meinem Besuch hier vor Ort gegenüber allen meinen Gesprächspartnern deutlich machen.