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Begrüßungsansprache von Staatsministerin Müntefering anlässlich der Veranstaltung „Deutscher Fußball Botschafter 2019“

15.05.2019 - Rede

-- es gilt das gesprochene Wort --

Zunächst einmal: Seien Sie uns herzlich willkommen im Auswärtigen Amt!

Ich freue mich, dass die Veranstaltung zum „Deutschen Fußball Botschafter“ hier nun bereits zum sechsten Mal in Folge stattfindet.

Außenminister Heiko Maas hat mich gebeten, Sie herzlich zu grüßen. Heute ist er anderweitig vergeben - aber normalerweise nimmt er jede sportliche Herausforderung an.

Das weiß ich aus eigener Erfahrung: Auf der anderen Seite dieses Hauses steht eine Tischtennisplatte. Als mir meine Mitarbeiter ein paar Schläger geschenkt haben, hatte ich ihn per SMS zum Duell herausgefordert. Die Antwort kam prompt: „Tut mir leid. Ich mach dich platt.“

Das werden wir übrigens noch sehen. Jedenfalls ist klar: Hier, in der Schaltzentrale der deutschen Diplomatie, wird auch gefightet. Allerdings immer im Sinne des Miteinanders.

Das teilen der Sport und die Internationale Kulturpolitik (zu der die Sportförderung übrigens dazu gehört):

Wir wollen keine schwachen Partner, sondern starke Partner in der Welt. Wir wollen uns nicht gegenüber Schwächeren behaupten, sondern mit starken Partnern am Platz sein. Dafür arbeiten wir.

Die Vermittlung unserer Werte beruht auf dem Grundgesetz, das in diesen Tagen 70 Jahre alt wird.

Es ist Leitlinie unseres Handelns und Grundlage unseres Zusammenlebens.

In einer Welt, die ziemlich in Unordnung geraten ist, ist es umso wichtiger, dass alle Demokraten zusammenstehen und aufpassen, dass diese Fortschritte der Menschheitsgeschichte nicht vor die Hunde gehen.

Denn: Wir können Frieden nur im Miteinander wahren. Multilateralismus kennt und braucht Spielregeln.

Die universellen Menschenrechte sind sein Herz.

Ich bin froh und dankbar, dass sich auch gerade im Fußball so viele eben dafür einsetzen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Wie die Wahl heute auch ausgeht - der Fußball hat eine herausragende Rolle für die Wahrnehmung unseres Landes im Ausland.

Spätestens seit dem Sommermärchen von 2006 war es der Fußball, der das Signal in die Welt sendete, dass Deutschland eine offene, tolerante und multikulturelle Gesellschaft ist - und dass wir auch gute Verlierer sein können. Und das verändert das Deutschlandbild bis heute.

Fußball verbindet - im Ruhrgebiet, wo ich herkomme, sind aus den Ascheplätzen von einst nun immer mehr Kunstrasenplätze entstehen - genauso wie in den Vororten von Johannesburg oder den Straßenplätzen von Rio de Janeiro. Auf diese verbindende Kraft setzen wir hier im Auswärtigen Amt.
Dabei fördern wir nicht nur Fußball: In diesem Jahr zum Beispiel auch Leichtathletik in Mosambik und Gewichtheben in Marokko.

Aber natürlich spielt der Fußball eine herausragende Rolle.

Denn deutsches Fußball-Know-How ist begehrt: Deutsche Fußballtrainer und Trainerinnen sind wahre Exportschlager!

Für das Auswärtige Amt legen sich gerade Michael Nees im Kosovo, Carolin Braun in Botsuana und natürlich Monika Staab in Gambia ins Zeug.

Monika Staab, unsere Fußballbotschafterin von 2014 leitet in Gambia ein Mädchen-Projekt, das ich als Schirmherrin begleiten darf: Gerade erst habe ich die ersten Videos der Trainings angeschaut. Man sieht die jungen Spielerinnen gekonnt die Bälle auf staubigem Grund ins Tor zaubern.

Spielfreude nennt man das.

Das fördert den Sport in Gambia,  aber auf eine ganz praktische Art auch die Gleichstellung: Denn die jungen Frauen gewinnen Selbstvertrauen, und auch die Gesellschaften gewöhnen sich ein Stück mehr daran, Frauen nicht mehr einseitig auf traditionelle Rollen festzulegen.

Da können wir auch in Deutschland noch einiges lernen.

Verehrte Damen und Herren,
eine große deutsche Tageszeitung hat vor einigen Tagen behauptet, einer der heute nominierten sei „der beste Botschafter Deutschlands im Ausland“. Damit will ich dem Ergebnis hier nichts vorwegnehmen.

Doch auch als bekennender Fan von Schalke04 - und als Gründungsmitglied des Bundestagsfanclubs die Kuppelknappen - kann ich heute sagen:

Danke, von Herzen, an die hier heute nominierten, an Sie und all die, die ihre Bekanntheit und ihre gesellschaftliche Verantwortung annehmen und nutzen, wie Sie das tun.

Und deswegen möchte ich auch Aki Watzke hier besonders herzlich begrüßen.

Borussia Dortmund engagiert sich in besonderer Weise gegen Rassismus im Fußball. Dazu gehört auch, dass sich Borussia Dortmund mit einer großzügigen Spende am Erweiterungsbau von Yad Vashem beteiligt.

Das ist bewundernswert!

Das war ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus, das Sie vor zwei Wochen in Jerusalem gesetzt haben. Ein großartiges und wichtiges Engagement.

Verehrte Damen und Herren, es gibt viel zu tun. Gegen Rassismus, Homophobie und Ungleichheit.

Der Sport ist ein Spiegel der Welt und unserer Gesellschaften. Wir haben alle Chancen, das Spiel zu gewinnen.

Nun bin ich gespannt, wer von den Nominierten die Auszeichnung erhält. Der Dank gilt Ihnen allen.

Ich wünsche Ihnen, in alle Richtungen, ein diplomatisches Glückauf!

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