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Schlusswort von Staatsministerin Müntefering zum Tag der Deutschen Welle im Auswärtigen Amt

30.05.2018 - Rede

-- es gilt das gesprochene Wort --

Lieber Herr Limbourg,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Welle,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

bereits durch meine Arbeit als Abgeordnete habe ich die Deutsche Welle kennen und schätzen gelernt. Daher war es mir ein besonderes Anliegen, zum Abschluss des DW-Tages im Auswärtigen Amt ebenfalls kurz das Wort zu ergreifen.

Wie ich hörte, will die DW ihre Arbeit kommende Woche auch im Deutschen Bundestag vorstellen. Daher freue ich mich umso mehr, dass die DW schon heute hier ins Auswärtige Amt gekommen ist, um unseren Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit vorzustellen.

Ich habe mir als Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik für diese Legislaturperiode Schwerpunkte gesetzt. Zentral ist dabei das Thema „Freiheit stärken“, das sich in den zentralen Elementen der Arbeit der DW widerspiegeln:

  • Die DW informiert Menschen weltweit durch einen unabhängigen Qualitätsjournalismus.
  • Sie setzt sich für den freien Zugang zu vielfältigen Informationen und für die freie Meinungsäußerung ein.
  • Zugleich gibt sie deutschen, europäischen und anderen Sichtweisen weltweit eine Kommunikationsplattform und fördert die deutsche Sprache.
  • Damit prägt die DW Deutschlands Bild als europäisch gewachsene Kulturnation und freiheitlich verfasster, demokratischer Rechtsstaat – so wie es im Deutsche-Welle-Gesetz als Auftrag verfasst ist.

Doch wie stellt sich dieser Auftrag im Jahr 2018 dar? Wie wird er in den kommenden Jahren aussehen? Das sind die Fragen, die sich angesichts verschiedener Herausforderungen stellen und die wir diskutieren müssen.

Der Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt, Andreas Görgen, hat in seiner Begrüßung heute früh bereits einiges zu den Herausforderungen, vor denen wir in der Auslandskommunikation stehen, gesagt – und anhand konkreter Fälle ihre Dimension verdeutlicht.

Klar ist: Die Kommunikation entwickelt sich rasant. Die klassischen Medien werden immer digitaler, soziale Medien sind mittlerweile zu den größten Umschlagplätzen für Kommunikation geworden.

Und zugleich erleben wir ein Erstarken autoritärer Tendenzen, die unmittelbar auf Kommunikation zielen. Autoritäre Staaten nutzen das Internet und soziale Medien für Propaganda und Desinformation und sie unterdrücken Informations- und Pressefreiheit.

Zudem beobachten wir vor allem im Internet einen Wettbewerb der Narrative, einen Wettbewerb um Meinungen und Ideen, dem wir uns stellen müssen.

Die DW ist für uns ein wichtiger Partner angesichts dieser Entwicklung. Sie nutzt modernste Medien und das Internet konsequent und kommuniziert crossmedial. Aber sie bleibt bei ihrem Kern: Information und Qualitätsjournalismus.

Ich meine: Unser Ansatz kann es nicht sein, Propaganda mit Gegenpropaganda zu beantworten, sondern mit unabhängigem Journalismus, mit faktenbasierter Information und demokratisch-freiheitlichen Werten. Wir glauben an die Kraft der Aufklärung.

Erst vor kurzem habe ich auf meinen Reisen in Afrika in Gesprächen mit Künstlern und Journalisten erfahren, wie breit das Radioprogramm der DW z.B. in Kisuaheli rezipiert wird und wie die DW durch ergänzende Angebote auf facebook auch die junge Generation erreicht.

Das ist gut. Die DW ist auf einem guten Weg. Ihre Aktivitäten berühren unsere Arbeit hier im Auswärtigen Amt unmittelbar. Davon konnten Sie sich heute ein Bild machen.

Dabei unterstützen wir die DW durch die Förderung von Projekten weltweit,  insbesondere in Regionen, in denen die Pressefreiheit aufgrund von Konflikten und anderen Einschränkungen vor besonderen Herausforderungen steht.

Gern möchte ich den Shababtalk hervorheben.

Herrn Jaafar, der heute im AA durch das Programm führt, möchte ich an dieser Stelle Dank sagen für Ihre Arbeit.

An vielen Orten der arabischen Welt moderieren und produzieren Sie diese beliebte Sendung, oft unter sehr schwierigen Bedingungen. Damit entsteht ein Zugang zu jungen Menschen, der unabhängige und glaubwürdige Informationen vermittelt, die wir so dringend brauchen.

Ein anderes Beispiel ist der Multimediale Fremdsprachendienst, den die Deutschen Welle mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) realisiert.

Zahlreiche Redaktionen übernehmen die Inhalte in ihre Medienangebote und verbreiten so deutschen Qualitätsjournalismus in aller Welt.

Internationalen Multiplikatoren und Medien wird eine kostenfreie Berichterstattung über wesentliche Ereignisse in Deutschland und internationale Themen mit Bezug zu Deutschland zur Verfügung gestellt.

Übrigens verwenden auch das AA und seine über 200 Auslandsvertretungen diese journalistischen Produkte auf zahlreichen Kommunikationsplattformen, die Sie vielleicht auch kennen.

Für die Vermittlung von Informations-, Meinungs- und Pressefreiheit braucht es auch den internationalen Dialog. Daher freue ich mich auf das elfte Global Media Forum am 11. Juni in Bonn.

Ich bin sicher, auch in Bonn werden wir wieder genug miteinander zu besprechen haben. Die Themen gehen uns nicht aus.

Dieser internationale Medienkongress, den das AA fördert, bringt Medienvertreter aus aller Welt mit Akteuren aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit zusammen. Ich werde auch dabei sein.

Denn: Meine Damen und Herren,

die Bedeutung der DW nimmt nicht ab, sondern in Zeiten von Desinformation und Einschränkungen der Pressefreiheit nimmt die Bedeutung der DW weiter zu. Daher hat die Koalition im Koalitionsvertrag beschlossen, die DW finanziell zu stärken und die Zusammenarbeit mit der DW weiter auszubauen. Mehr denn je brauchen wir Qualitätsjournalismus und eine starke Stimme für Freiheit, Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit der DW. Ich danke, Ihnen lieber Herr Limbourg und dem ganzen Team der DW herzlich dafür, dass sie den heutigen Tag der DW im Auswärtigen Amt möglich gemacht haben!

Ich wünsche uns gemeinsam weiterhin viel Erfolg bei der Aufgabe erfolgreicher Auslandskommunikation!

Vielen Dank!

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