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Menschenrechtsbeauftragte Kofler zur Ermordung Marielle Francos

19.03.2018 - Pressemitteilung

Zur Ermordung der brasilianischen Menschenrechtsaktivistin und Politikerin, Marielle Franco, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Bärbel Kofler, heute (19.03.):

Die Morde an Marielle Franco und Anderson Gomes bestürzen mich sehr. Ich verurteile diese hinterhältige Tat auf das Schärfste. Frau Franco war als Abgeordnete des Stadtparlaments von Rio de Janeiro und als Leiterin der Menschenrechtskommission eine Inspiration für all diejenigen, die sich für den Schutz und die Achtung der Menschenrechte einsetzen. Sie trat entschlossen gegen Polizeigewalt ein und machte sich für die Rechte von Frauen, insbesondere Afrobrasilianerinnen, stark.

Den Familien und den Angehörigen von Frau Franco und Herrn Gomes gilt mein tiefstes Mitgefühl.

Die brasilianischen Behörden haben eine vollständige Aufklärung der Morde angekündigt. Ich erwarte, dass diese Untersuchung zügig, gründlich, transparent und unabhängig erfolgt, um die Verantwortlichen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.

Hintergrund:

Am Abend des 14.03.18 wurde die brasilianische Menschenrechtsaktivistin und Politikerin Marielle Franco im Zentrum von Rio de Janeiro ermordet. Auch ihr Fahrer, Anderson Gomes, wurde bei dem Anschlag getötet. Die Täter konnten entkommen. Frau Franco war im Oktober 2016 in den Stadtrat von Rio de Janeiro gewählt worden.

Die ausgebildete Sozialwissenschaftlerin stammte aus der Großfavela Mare und war als Menschenrechtsaktivistin weit über Rio de Janeiro hinaus bekannt. Immer wieder hatte sie Polizeigewalt in den Favelas angeprangert und sich für die Rechte von Frauen stark gemacht.

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