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Grußwort von Außenminister Heiko Maas anlässlich der Veranstaltung „Deutschland in den Vereinten Nationen“

29.06.2021 - Rede

Lieber Herr Botschafter Heusgen,
verehrte Botschafterinnen und Botschafter, Exzellenzen,
liebe Freunde,

als Diplomaten sind sicher viele von Ihnen daran gewöhnt, vertrauten Kollegen und Freunden Lebewohl zu sagen. Auf gewisse Weise ist es Teil Ihrer Arbeitsplatzbeschreibung. Wenn ich Ihnen heute also sage, dass ich mich niemals an diese Abschiede gewöhnen werde, so zeigt dies einmal mehr, dass ich eben Politiker bin und kein Diplomat.

Lieber Herr Heusgen, lieber Christoph,
Wir lassen dich schweren Herzens gehen. Ich bin jedoch froh, dich auf deinen letzten Schritten als deutscher Botschafter bei den Vereinten Nationen begleiten zu können, wenngleich nur virtuell vom Außenministertreffen der G20 aus dem wundervollen Bari.

Ich werde die großartigen Gespräche, die wir während meiner zahlreichen Reisen nach New York geführt haben, niemals vergessen. Ich hoffe, dir geht es ebenso. Gemeinsam haben wir unsere Wahl in den Sicherheitsrat gefeiert. Seite an Seite haben wir für humanitären Zugang nach Syrien gekämpft, für Frauen in Konfliktsituationen, für Menschenrechte und für Rechenschaftspflicht überall auf der Welt.

Du hast die Europäische Union im Rat sichtbar gemacht. Ich bin sicher, viele von Ihnen erinnern sich daran, wie sich die Medien nach den Sitzungen auf die europäischen Botschafterinnen und Botschafter gestürzt haben.

Du hast dem Druck standgehalten, auch wenn er aus unerwarteter Richtung kam. Weil du wusstest, dass du für die richtige Sache kämpfst.

Für die Sache der Menschen – seien sie Überlebende sexualisierter Gewalt aus Kongo, Gefangene in Xinjiang oder Folteropfer in einem der Gefängnisse Assads.

Das hat vielleicht manche erzürnt.

Aber es hat viele inspiriert.

Und so ist deine Stimme, die Stimme Deutschlands, zur Stimme dessen geworden, was in der internationalen Diplomatie am wichtigsten ist: Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Vertrauen.

Vielen Dank also, Botschafter Heusgen, für die herausragenden Dienste. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute! Ich bin zuversichtlich, dass sich unsere Wege bald wieder kreuzen werden.

Meine Damen und Herren,
zum Thema dieser Sitzung kann ich Ihnen versichern, dass Deutschland ein starker Verfechter der internationalen Ordnung und insbesondere der Vereinten Nationen bleiben wird.

Gemeinsam mit vielen unter Ihnen haben wir die Allianz für den Multilateralismus ins Leben gerufen. Denn wir glauben daran, dass multilaterale Lösungen gerechter und dauerhafter sind.

Zur Bekräftigung dessen hat die Bundesregierung kürzlich ihr erstes „Weißbuch Multilateralismus“ vorgestellt. Daraus geht hervor, dass die multilaterale Ordnung den Menschen Vorteile bringt – von saubererer Luft bis zu Impfstoffen in einer Pandemie.

Und darin sind Bereiche definiert, meine Damen und Herren, in denen wir unsere bestehende internationale Ordnung verbessern müssen.

Die Diskussionen darüber müssen in den Vereinten Nationen geführt werden – gemeinsam mit allen Mitgliedstaaten und insbesondere jenen, die von Klimawandel, Armut und Konflikten am stärksten betroffen sind.

Gemeinsam müssen wir auf eine globale Partnerschaft zum Nutzen aller hinarbeiten. Deutschland ist dazu bereit, und so kandidieren wir für den Zeitraum 2027-2028 erneut für den Sicherheitsrat. Dabei hoffen wir auf Ihre Unterstützung und Ihre Partnerschaft.

Und damit einmal mehr vielen Dank, Botschafter Heusgen! Und Ihnen allen alles erdenklich Gute aus dem wunderschönen Bari!

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