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Videostatement von Außenminister Heiko Maas anlässlich des Treffens der Allianz für Multilateralismus

25.09.2020 - Rede

Was ein Jahr so alles verändern kann! Ich erinnere mich noch gut an die Begeisterung bei unserem ersten großen Ministertreffen am Sitz der Vereinten Nationen vor zwölf Monaten. 

Seitdem hat die COVID-19-Pandemie die Welt auf den Kopf gestellt.

Wie Sie wahrscheinlich wissen spreche ich aus der Quarantäne zu Ihnen, weil ich kürzlich Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte – so ist das Leben zu Corona-Zeiten. Angesichts steigender Infektionszahlen in Europa und anderen Teilen der Welt müssen wir wachsam bleiben. Die Pandemie ist keineswegs vorbei.

Und gleichzeitig hat uns COVID-19 noch einmal gezeigt, worum es bei der Allianz für den Multilateralismus geht:

Kein Land kann den Kampf gegen die Pandemie – oder gegen den Klimawandel – allein gewinnen. Wir müssen zusammenarbeiten. 

In diesem Sinne haben wir eine Reihe von Initiativen ins Leben gerufen:

  • Erstens unterstützen wir einen gleichberechtigten globalen Zugang zu COVID-19-Behandlungen und  Impfstoffen. Die von der Weltgesundheitsorganisation eingerichtete Innovationsplattform „ACT-Accelerator“ und die zugehörige Impfstoffplattform „COVAX“ sind hier von entscheidender Bedeutung. Darüber werden wir später noch mehr erfahren.
  • Zweitens bekämpfen wir die Ursachen von Infektionskrankheiten. Eine davon ist die Zerstörung von Ökosystemen, welche die Übertragung des Coronavirus, aber auch von HIV und Ebola, begünstigt. 
    Die vollständige Umsetzung der sogenannten Berliner Prinzipien, die letztes Jahr auf der Konferenz “One Planet, One Health, One Future” beschlossen wurden, bleibt daher unverändert wichtig.
  • Drittens hat das Virus die Herausforderungen, vor denen wir in der digitalen Welt stehen, noch verschärft. UN-Generalsekretär Guterres hat einen Fahrplan für digitale Kooperation vorgestellt – die “Roadmap for Digital Cooperation”. Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen diese Initiative mit praktischen Vorschlägen zur Zukunft der digitalen Zusammenarbeit.
  • Schließlich darf Geschlechtergerechtigkeit nicht der Pandemie zum Opfer fallen. Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern bei Einkommen, Gesundheit oder Sicherheit nehmen zu. Daher unterstützt Deutschland die COVID-19-Aktivitäten des Fonds für Frauen, Frieden und humanitäre Maßnahmen – den “Women’s Peace and Humanitarian Fund”.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Pandemie könnte zu einer weiteren Zersplitterung des internationalen Systems führen – mit Ländern, die um Impfstoffe und Medikamente konkurrieren. 

Sie könnte aber auch internationale Zusammenarbeit stärken – wenn wir etwa gemeinsam alle Menschen mit Impfstoffen gegen das Coronavirus versorgen.

Wir haben die Wahl.

Und dabei steht für uns fest: Multilaterale Zusammenarbeit bleibt die Grundlage für Frieden, Wohlstand und Gerechtigkeit.

Das war so, als wir uns vor einem Jahr zum ersten Mal trafen.

Und das gilt heute umso mehr. 

Vielen Dank und bleiben Sie gesund! 

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