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Luftbrücke mit Moldau: 117 Geflüchtete aus dem Krieg in der Ukraine kommen nach Thüringen

01.04.2022 - Pressemitteilung

Zweiter Flug nach Deutschland landete heute in Erfurt

Nach dem erfolgreichen Start der von der Bundesregierung angestoßenen internationalen Luftbrücke sind heute mit einem zweiten Flug 117 Geflüchtete in Erfurt angekommen. Auch sie hatten nach der Flucht aus dem Krieg in der Ukraine zunächst Zuflucht in Moldau gefunden.

Deutschland hat zugesagt, in einem ersten Schritt 2500 ukrainische Geflüchtete aus dem kleinsten Nachbarland der Ukraine aufzunehmen.

Thüringens Migrationsminister Dirk Adams begrüßte die Menschen am Flughafen Erfurt-Weimar.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock:

Solange Russland weiter mit aller Brutalität Wohnhäuser, Kliniken und Schulen in der Ukraine bombardiert, solange werden vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen in die Nachbarländer der Ukraine fliehen. Vor einer Woche haben wir mit unserem ersten Flug mit über 130 ukrainischen Flüchtlingen aus Moldau nach Rheinland-Pfalz eine humanitäre Luftbrücke gestartet, um Moldau zu entlasten. Heute startet der zweite Flug in Chisinau, der auch diesmal wieder besonders hilfsbedürftige Personen an Bord hat und nach Thüringen gehen wird. Es freut mich sehr, dass nun bereits mehrere europäische Partner die Aufnahme von insgesamt 15.000 ukrainischen Flüchtlingen aus Moldau angeboten und mit Übernahmeflügen begonnen haben.

Für kommenden Dienstag habe ich gemeinsam mit Frankreich und Rumänien zu einer internationalen Unterstützungskonferenz für Moldau nach Berlin eingeladen. Mir ist wichtig: Wir müssen unsere Unterstützung für Moldau breiter fassen. Entlastung bei der Flüchtlingsaufnahme zählt für mich ebenso dazu wie das Stärken staatlicher Strukturen und die Tatsache, dass wir die Abhängigkeit von fossiler Energie insgesamt reduzieren - vor allem natürlich was Russland betrifft.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser: 

Innerhalb kürzester Zeit haben wir die Luftbrücke aus Moldau eingerichtet. Heute kommt der zweite Flug in Erfurt an. Ich bedanke mich sehr herzlich beim Freistaat Thüringen für die Bereitschaft, die geflüchteten Menschen aufzunehmen. Sie haben furchtbares Leid erlebt durch den verbrecherischen russischen Angriffskrieg. Viele Familien wurden auseinandergerissen. Vor allem die geflüchteten Kinder, Frauen, alten Menschen und Menschen mit Behinderungen brauchen dringend unsere Hilfe. Jetzt geht es insbesondere um ein Ankommen in Sicherheit, um gute medizinische Versorgung und die Betreuung der Kinder in Deutschland. Bund, Länder und Kommunen stemmen diese große humanitäre Aufgabe gemeinsam in sehr enger Zusammenarbeit.

Migrationsminister des Landes Thüringen, Dirk Adams:

Thüringen ist bereit zur Aufnahme von Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine. Dazu wird seit Wochen alles vorbereitet. Daher war es für mich keine Frage, dass Thüringen Geflüchtete aus der Ukraine, die sich in der Republik Moldau in Sicherheit gebracht haben, im Rahmen der von der Bundesregierung initiierten humanitären Luftbrücke aufnimmt. Dabei stützen wir uns auf zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie die Kommunen, die bei Kriegsausbruch schnell und besonnen gehandelt haben, um Geflüchtete unterzubringen. Die wichtigste Aufgabe ist nun, den Menschen aus der Ukraine einen sicheren Aufenthalt in Thüringen zu ermöglichen.

Die Bundesregierung arbeitet dabei eng und v.a. vor Ort in Chisinau mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammen. Ziel ist, den flüchtenden Menschen in ihrer besonders schwierigen Situation schnellstmöglich zu helfen und Moldau zu entlasten. Etwa 380.000 Flüchtlinge, die seit Kriegsbeginn in die Republik Moldau eingereist waren, stellen angesichts der Einwohnerzahl von knapp 2,6 Millionen und zusätzlich zur Gesamtbedrohungslage eine enorme Herausforderung dar.

Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge stehen dabei besonders im Fokus. Zu dieser Personengruppe zählen vor allem Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Personen mit schwerwiegenden Erkrankungen sowie alleinreisende Mütter mit Kindern, aber auch verwundete Menschen. Sie alle erhalten nach ihrer Registrierung bei Bedarf Unterkunft, Hilfeleistungen und medizinische Versorgung in Deutschland.

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