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Menschenrechtsbeauftragte Kofler zur Inhaftierung der iranischen Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh

13.06.2018 - Pressemitteilung

Zur Inhaftierung der iranischen Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh erklärte die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung im Auswärtigen Amt Bärbel Kofler heute (13.06.):

Ich habe heute mit Bestürzung von der erneuten Verhaftung von Nasrin Sotudeh erfahren.
Die iranische Rechtsanwältin, Menschenrechtsaktivistin und Trägerin des Sacharow-Preises für geistige Freiheit kämpft seit vielen Jahren unermüdlich für die Menschenrechte in Iran und saß dafür bereits mehrere Jahre in Haft.

Zuletzt hat sich Frau Sotudeh unter anderem für eine Künstlerin eingesetzt, die wegen Blasphemie angeklagt worden war, und für zwei junge Iranerinnen, die wegen ihres Protestes gegen die Kopftuchpflicht verhaftet wurden.

Nun ist sie selbst wieder im Gefängnis. Ich bin sehr besorgt.

Hintergrund:

Die iranische Menschenrechtsaktivisten und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemannes am 13.06. verhaftet worden. Der Grund ihrer erneuten Verhaftung ist unklar.

Nasrin Sotudeh ist eine bekannte iranische Menschenrechtsanwältin. Zu ihren Mandanten zählten minderjährige Straftäter in Todeszellen ebenso wie die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi und deren Schwester Nushin Ebadi, die Journalistin Isa Saharakhiz oder der Generalsekretär der verbotenen Partei „Demokratische Front“, Heshmatollah Tabarzadi. Sie hat sich mehrfach öffentlich zu rechtstaatlichen Mängeln und Unzulänglichkeiten der Justizverwaltung in Iran geäußert. Nasrin Sotudeh war 2010 wegen angeblicher Propaganda zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde später auf sechs Jahre reduziert. 2012 erhielt sie in Abwesenheit zusammen mit Jafar Panahi den Sacharow-Preis für geistige Freiheit, den das Europäische Parlament seit 1988 jährlich verleiht. 2013 wurde sie vorzeitig aus der Haft entlassen. 2014 wurde auch ihr Arbeitsverbot aufgehoben.

In den letzten Monaten hatte sie unter anderem die Verteidigung der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar übernommen, die wegen Blasphemie angeklagt worden war, sowie von zwei jungen Frauen, die öffentlich gegen die Kopftuchpflicht protestiert hatten und daraufhin inhaftiert worden waren.

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