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Grußwort von Bundesminister Heiko Maas zur Vorstellung der neuen Staatssekretäre und Staatsminister im Weltsaal des Auswärtigen Amts

22.03.2018 - Rede

Liebe Mitglieder des Deutschen Bundestages,

Vertreter des diplomatischen Corps,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen heute das alte Leitungsteam dieses Hauses zu verabschieden und unser neues Leitungsteam vorzustellen.

Lassen Sie mich ohne Umschweife beginnen, und zwar mit dem, der schon gegangen ist: Lieber Markus Ederer, seit sechs Monaten blicken Sie als EU-Botschafter von Moskau aus auf dieses Haus. Ich weiß, dass Sie vom Basketball kommen. Als Staatssekretär waren Sie einer, der die Bälle verteilt und das Spiel mit brillanten Ideen gestaltet hat. Minsk, Iran, die Neuaufstellung des Hauses im Rahmen des Review – all das trägt Ihre Handschrift. So haben Sie sich nicht nur in diesem Haus sondern weit darüber hinaus einen großartigen Ruf erarbeitet. Seitdem gilt: Ein „Ederer“, das ist eine sehr große Maßeinheit der Diplomatie – wobei man in Zukunft mit Wortspielen mit „Maß“ vorsichtig sein sollte. Deshalb bin ich froh, dass es nicht hieß ein großes „Maas“ an Diplomatie. Sehr geehrter Herr Ederer, Danke für alles, was Sie für die Diplomatie in diesem Land getan haben. Herzlichen Dank. 

Einer geht jetzt. Lieber Rainer Sontowski, es ist ein Einschnitt für dich, aber auch für die ganze Bundesregierung. Denn als Vizekanzleramts-Staatssekretär warst du einer der Architekten der letzten Koalition. Der Mindestlohn, die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen und die Bewältigung der großen Flüchtlingsbewegungen wären ohne dich als kluger Architekt im Hintergrund nicht gelungen. Und das ist nicht nur so daher gesagt, lieber Rainer. Denn ich bin dabei gewesen und konnte mich davon überzeugen, wie geschickt Du oftmals im Hintergrund die Fäden zu ziehen und ganz unterschiedliche Persönlichkeiten und Temperamente zusammenzuführen wusstest. Und dass du im letzten Jahr en passant noch den Haushalt des Auswärtigen Amtes auf ein Allzeithoch gelupft hast, schätze ich dann heute mehr denn je. Der Architekt in dir arbeitet schon am nächsten Großprojekt – nämlich an einem Haus in der Uckermark. Angeblich gibt es dort eine Nachbarschaft, zu der es dich hinzieht und die du auch aus anderem Zusammenhang kennst. Lieber Rainer, wir sind dir zu großem Dank verpflichtet. In den letzten Jahren ist wirklich einiges geleistet worden in der deutschen Bundesregierung. Es ist ganz wesentlich auch von dir begleitet worden und deshalb von mir ein großes Dankeschön. 

Maria Böhmer haben wir ja schon letzte Woche verabschiedet. Aber auch von dieser Stelle aus möchte ich mich bei ihr für ihre Arbeit ganz herzlich bedanken. 

Damit komme ich zu denen, die bleiben: Lieber Walter, noch nie hatte das Auswärtige Amt über so lange Zeit nur einen „eigenen“ Staatssekretär wie in den letzten sechs Monaten. Du hast diese Herausforderung und diese Verantwortung bravourös geschultert – das ist in diesem zeitlichen Umfang so bisher noch nie der Fall gewesen. Es freut mich, dass ich auf dich als Staatssekretär auch in Zukunft zählen kann. Ich schätze deinen Teamgeist, deine wahrhaft unerschütterliche Gelassenheit und dein diplomatisches Urteil. Und ich bin auch ganz sicher: Dein großer Erfahrungsschatz – als Sprecher des Auswärtigen Amts, als Krisenbeauftragter, Afrika-Direktor, Botschafter und Staatssekretär – wird uns helfen, das Auswärtige Amt auch in schwierigen Zeiten, in denen wir uns ganz sicher befinden, nicht nur in Europa, sondern darüber hinaus auf Kurs zu halten. Danke, dass du bleibst. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit. 

Lieber Michael Roth, auch du bleibst – und darüber bin ich wirklich außerordentlich froh. Der Titel des Koalitionsvertrages, den Du mit ausgehandelt hast, ist ein Dreiklang. Dass Europa dabei an erster Stelle steht, ist sicherlich ganz in Deinem Sinne und auch Dein Verdienst. Wir wollen die großen europapolitischen Aufgaben, die vor uns liegen, jetzt zügig und kraftvoll angehen. Meine ersten Reisen, die ich seit Amtsübergabe unternommen habe, haben mir persönlich deutlich gemacht, wie groß die Erwartung an unser Land und an unsere Europapolitik sein wird. Deshalb: Ein Staatsminister für Europa wird in der kommenden Zeit so wichtig sein wie selten zuvor. Ich bin Dir herzlich dankbar, dass ich mich wie meine beiden Vorgänger auf Dich stützen kann. Wir kennen uns auch persönlich schon sehr lange. Und wer Dich kennt, der weiß, dass Du wieder von Tag 1 an – unter Ausbeutung deiner Gesundheit, wie wir gerade wieder sehen – deine ganze Energie für Europa in die Waagschale wirfst, und das ist auch bitter nötig. Darum freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Dir, lieber Michael. 

Jetzt zu denen, die neu kommen: Liebe Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik – es war überfällig, dieses Amt einzuführen. Durch Deine Arbeit im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hast Du ohnehin schon lange einen klaren Blick für die schrumpfenden Spielräume, in denen sich Medien, Bürgerrechte und Zivilgesellschaften in vielen Teilen der Welt bewegen. Wo die Spielräume kleiner werden, da wollen wir uns mit Dir noch stärker engagieren. Und genau an diesen Orten ist das bitter notwendig Ich bin daher froh und dankbar dafür, dass wir auf deine Erfahrung, aber vor allem auch auf dein riesiges Engagement zurückgreifen werden können. Und deshalb Dir ein herzliches Willkommen. Ich freue mich darauf, mit Dir zusammenarbeiten zu können. 

Unser Haus wird verstärkt durch Niels Annen, der hier bei Leibe kein Unbekannter ist. Er hat sich schon seit vielen Jahren im Deutschen Bundestag mit auswärtiger Politik beschäftigt. Als ich Dich, lieber Niels, vor einigen Tagen gebeten habe, mit an den Werderschen Markt zu kommen, hast du ohne großes Zögern ja gesagt. Denn Außenpolitik ist ein Thema, das dich nicht nur beschäftigt, sondern es ist ein Thema, bei dem du ganz wesentlich auch die Werte, die dein politisches Engagement prägen, in die Arbeit einbringen willst. Nach vielen Jahren im Auswärtigen Ausschuss bist du bestens gestählt für das, was kommt. Und es wird einiges kommen. Davon können wir ausgehen. Wir alle in diesem Haus werden von deiner immensen Sachkenntnis, aber auch von deiner Tatkraft profitieren. Sei herzlich willkommen, lieber Niels. 

Last but certainly not least: Lieber Andreas Michaelis! Als klar war, welches Amt auf mich zukommt, habe ich angefangen, mich zu erkundigen, und den einen oder anderen gefragt: Wer könnte in die Fußstapfen von Markus Ederer treten? Und ehrlich gesagt, ich habe immer den gleichen Namen gehört. Und das war Ihrer. Nachdem wir unsere ersten Besprechungen, unsere ersten gemeinsamen Reisen hinter uns haben, da weiß ich auch aus eigener Erfahrung, warum ich überall diese Antwort bekommen habe. Sie sind leidenschaftlicher Diplomat mit unerschöpflicher Energie, mit Fingerspitzengefühl und, das ist gerade jetzt besonders wichtig, klarem Kompass. Als Politischer Direktor haben Sie in der diplomatischen Champions League die ganz großen Räder schon bisher meisterlich gedreht. Die schwierigen Verhandlungen um die Bewahrung des Atomabkommens mit Teheran, die Sie auch in den nächsten Wochen weiterführen, sind nur ein besonders wichtiges Beispiel. Deshalb freue ich mich ganz besonders auf unsere Zusammenarbeit. Herzlichen Dank, dass Sie diese Aufgabe übernommen haben. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, uns allen im Weltsaal und in aller Welt, für das ganze große Team des Auswärtigen Amtes, wünsche ich mir vor allem drei Dinge für die großen Aufgaben, die vor uns liegen:

Erstens, den Anspruch an uns selbst, zu gestalten. Wir nehmen die Welt, wie sie ist. Aber wir finden uns nicht damit ab, sie so zu belassen.

Zweitens, jede Menge Beharrlichkeit. Denn, dass sich Probleme per Federstrich lösen lassen, gehört sicherlich nicht zum Wesen der Diplomatie. Das wissen Sie besser als ich. 

Vor allem wünsche ich uns aber ein gehöriges Maß an Teamgeist. Diplomatie ist ihrem ganzen Wesen ein Gemeinschaftskunstwerk. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn wir in den nächsten Jahren gute Arbeit machen wollen, dann kommt es auf jede und jeden Einzelnen von Ihnen an. Und ganz sicher nicht nur auf die, die heute in der ersten Reihe sitzen. Ich freue mich auf diese Zusammenarbeit mit Ihnen. Herzlichen Dank!

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