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Auswärtiges Amt zur Lage in Syrien

28.06.2018 - Pressemitteilung

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte heute (28.06.):

Mit großer Sorge sehen wir die jüngsten Angriffe des syrischen Regimes und seiner Verbündeten im Südwesten Syriens. Die schrecklichen Bilder, die wir aus den brutalen Kämpfen um Aleppo, Homs oder Ost-Ghouta kennen, drohen sich zu wiederholen.

Tausende Menschen aus der Provinz sind bereits auf der Flucht, hunderttausende sind in Gefahr, von den Kämpfen direkt betroffen zu werden. Wieder einmal gehen das syrische Regime und seine Verbündeten bei ihren brutalen Angriffen in der Provinz Daraa rücksichtlos gegen die eigene Zivilbevölkerung vor. Wie schon so oft zählen vor allem Frauen und Kinder zu den Opfern. Und wie häufig zuvor greift das Regime gezielt zivile Infrastruktur wie Krankenhäuser und Schulen an. Wir verurteilen Angriffe auf medizinische Einrichtungen auf das Schärfste und rufen alle Konfliktpartien zur Achtung des humanitären Völkerrechts auf.

Eine weitere militärische Konfrontation birgt unkalkulierbare Risiken. Es drohen desaströse humanitäre Folgen für die Menschen in Daraa. Wir fordern das Regime und seine Unterstützer auf, die De-Eskalationszone im Südwesten zu respektieren. Gerade Russland hat mit der Einrichtung der De-Eskalationszonen eine besondere Verantwortung übernommen. Die Kampfhandlungen sollten unverzüglich eingestellt und uneingeschränkter humanitärer Zugang zu allen vom Konflikt betroffenen Menschen gewährt werden.

Das zeigt erneut, wie dringend wir in diesem Konflikt Fortschritte auf politischer Ebene brauchen. Wir unterstützen deshalb nachdrücklich die Anstrengungen des UN-Sondergesandten de Mistura, eine politische Lösung zu erreichen, die im Einklang mit Resolution 2254 des Sicherheitsrats steht.

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