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Erklärung der Mitglieder der Koalition zur Verhinderung von Gräueltaten und für Gerechtigkeit in Sudan zu den Gräueltaten in Al-Faschir am 26. Oktober 2025

26.10.2026 - Pressemitteilung

Übersetzung aus dem Englischen

Vor einem Jahr, am 26. Oktober 2025, erreichte die Gewalt in und um Al-Faschir nach Monaten der Belagerung und eskalierender Angriffe durch die Rapid Support Forces (RSF) einen verheerenden Höhepunkt. Zivilistinnen und Zivilisten wurden Opfer entsetzlicher Gräueltaten, darunter Massentötungen, ethnisch motivierte Tötungen, summarische Hinrichtungen, Folter, Verschwindenlassen, Zwangsrekrutierung, willkürliche Inhaftierungen und weit verbreitete sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Ganze Gemeinschaften wurden gewaltsam vertrieben und der humanitäre Zugang wurde blockiert, was Hunger, Unsicherheit, menschliches Leid und Not verschlimmerte.

Die Koalition zur Verhinderung von Gräueltaten und für Gerechtigkeit in Sudan steht heute geeint, um an das Leid der Opfer und Überlebenden zu erinnern und dieses anzuerkennen und unsere gemeinsame Entschlossenheit, weitere Gräueltaten zu verhindern und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, zu bekräftigen.

Die Ergebnisse der Unabhängigen Internationalen Ermittlungsmission der Vereinten Nationen für Sudan haben das Ausmaß und die Schwere der Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sowie die in und um Al-Faschir begangenen Verletzungen und Verstöße mit Blick auf die internationalen Menschenrechtsnormen offengelegt. Die Koalition unterstützt die VN-Ermittlungsmission und ihre Arbeit und begrüßt die kürzlich erfolgte Erneuerung ihres Mandats. Wir begrüßen ferner die Arbeit der Ermittlungsmission der Afrikanischen Union sowie ihre Zusammenarbeit mit den VN.

Ein Jahr später haben noch immer viele Zivilistinnen und Zivilisten mit den Folgen dieser Gräueltaten zu kämpfen. Überall in Sudan leidet die Zivilbevölkerung weiterhin unter Gewalt, darunter systematische und weit verbreitete sexualisierte Gewalt, Vertreibung, Angriffe auf zivile Infrastruktur und Beschränkungen der humanitären Hilfe. Der zunehmende Einsatz von Drohnen bei Angriffen, die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben, sowie auf zivile Infrastruktur erhöht den humanitären Bedarf und die Risiken in Bezug auf den Schutz der Bevölkerung. Zusammengenommen zeigt dies, dass die Gefahr akut bleibt, dass Gräueltaten in Sudan weiter in großem Umfang verübt werden. Die Beschränkungen des humanitären Zugangs und die wiederholten Angriffe auf humanitäre Akteure sowie lokale und an vorderster Front tätige Helferinnen und Helfer sind inakzeptabel und verstärken das Leid von Millionen sudanesischer Zivilistinnen und Zivilisten. Dieser Jahrestag ist eine Mahnung, dass wir gemeinsam handeln müssen, um zu verhindern, dass sich solche Ereignisse wiederholen.

Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht sind unerlässlich, um zu einem dauerhaften Frieden in Sudan zu gelangen. Opfer und Überlebende verdienen Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht für die während dieses Konflikts begangenen abscheulichen Verbrechen. Diejenigen, die für die schwerwiegenden Verstöße und Verletzungen verantwortlich sind, müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Die Koalition wird weiter mit sudanesischen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um glaubwürdige Rechenschaftsprozesse zu fördern, was auch die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Bezug auf Darfur umfasst, und eine substanzielle Unrechtsaufarbeitung im Transitionsprozess für die Menschen in Sudan zu unterstützen.

Sudanesische Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger sowie zivilgesellschaftliche Organisationen in Sudan spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Opfern und Überlebenden, indem sie Missbrauch dokumentieren und sicherstellen, dass sudanesische Perspektiven Eingang in die Gestaltung der zukünftigen Bemühungen um Rechenschaftspflicht und Gerechtigkeit finden. Sie arbeiten oft unter großem persönlichen Risiko und sind unverzichtbare Partner im Streben nach Frieden, Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht. Opfer von konfliktbezogener sexualisierter Gewalt müssen einen sicheren und vertraulichen Zugang zu medizinischer, psychosozialer und juristischer Unterstützung haben.

Es gibt keine militärische Lösung für diesen Konflikt. Dieser Krieg muss enden. Die Koalition fordert alle Parteien auf, das humanitäre Völkerrecht vollumfänglich einzuhalten, auch durch den Schutz der Zivilbevölkerung und das Erleichtern eines sicheren, raschen und ungehinderten humanitären Zugangs. Ferner fordern wir alle Staaten auf, das Völkerrecht einzuhalten und ihren Einfluss zu nutzen, um Zivilpersonen zu schützen, weitere Gräueltaten zu verhindern und dazu beizutragen, dass dieser verheerende Konflikt endet, unter anderem indem sie den Krieg in Sudan nicht länger mit Waffen unterstützen, finanzieren oder anderweitig ermöglichen und indem sie die VN-Sanktionen einschließlich des Waffenembargos für Darfur vollständig einhalten.

Ein Jahr nach Al-Faschir lautet unsere Botschaft ganz klar: Die Opfer werden nicht in Vergessenheit geraten, die Stimmen der Überlebenden werden gehört und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Mitglieder der Koalition – Dänemark, Deutschland, Europäische Union, Frankreich, Irland, Kanada, Niederlande, Norwegen, Schweden, Sierra Leone, Vereinigtes Königreich

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