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Rede von Außenminister Wadephul zum Tag der Deutschen Einheit in Rom

01.10.2026 - Rede

Sehr geehrter Herr Minister,

Sehr geehrter Präsident des Verfassungsgerichts,

Sehr geehrter Vizepräsident der Abgeordnetenkammer,

Sehr geehrter Herr Abgeordneter Calovini,

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete und Senatoren,

Sehr geehrter Herr Zentralbankgouverneur,

Exzellenzen, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Diplomatischen Korps,

Signor Ministro Foti,

Signor Presidente della Corte Costituzionale,

Signor Vice Presidente della Camera dei Deputati,

Onorevole Calovini,

Stimati Deputati e Senatori,

Signor Governatore della Banca d’Italia,

Eccelence, stimati rappresentanti del corpo diplomatico,

Cari ospiti,

liebe Gäste,

es ist eine große Freude, mit Ihnen allen hier zusammenzukommen.

Sehr geehrter Herr Botschafter, lieber Herr Bagger, vielen Dank, dass Sie uns dies zusammen mit Ihrem Team ermöglichen.

Der Tag der deutschen Einheit erinnert uns an einen epochalen Umbruch.

È per me una grande gioia essere qui con tutti Voi.

Stimati Ambasciatore, caro Signor Bagger, grazie per avere reso questo possible insieme al Suo team.

Il Giorno dell’Unità tedesca ci ricorda una transformazione epocale.

Die Menschen in der DDR kämpften friedlich für ihre Freiheit gegen eine kommunistische Diktatur, und schufen ein Momentum, in dem die zwei deutschen Staaten wiedervereinigt werden konnten.

Was für ein Glück lag in dieser Freiheitsbewegung.

Sie zeigt uns: wenn Menschen die Zuversicht haben, dass sie auch angesichts der Krisen in der Welt ihre Zukunft selbst gestalten können, dann vollbringen sie scheinbar Unmögliches.

Meine Damen und Herren, vergangene Woche war ich in New York.

In der Generalversammlung.

Im Sicherheitsrat.

Ich habe dort eine Verunsicherung, eine große Unruhe gespürt, angesichts der vielen Krisen in der Welt.

Das war Kernthema der vielen bi- und multilaterale Gespräche und Diskussionen.

Doch es ging eben auch um Handeln, um Engagement, es ging darum, wie wir gemeinsam, als Partner etwas bewegen können, um uns den Krisen entgegenzustellen.

Und genau aus solchen Partnerschaften ziehe ich die Zuversicht, die es angesichts dieser Krisen braucht.

So auch aus der engen Partnerschaft, aus der echten Freundschaft zwischen unseren Ländern, zwischen Italien und Deutschland.

Heute haben wir einen Baum gepflanzt, eine Eiche, hier im Garten der Residenz.

Diese Eiche ist der erste von 75 Bäumen, die bis Ende des Jahres in ganz Italien gepflanzt werden.

Ein Baum für jedes Jahr der diplomatischen Beziehungen unserer Länder.

Das was damals unter Adenauer und de Gasperi begann, ist heute eine feste Partnerschaft geworden.

Adenauer und Gasperi führten unsere Länder aus den Trümmern des zweiten Weltkriegs in eine freie, demokratische und vor allem europäische Zukunft.

In den vergangenen 75 Jahren ist aus unseren Ländern ein europäisches Kraftzentrum entstanden.

Das ist sozusagen der Baum, den Adenauer und Gasperi damals einpflanzten.

Diese Errungenschaften sind nicht selbstverständlich.

Meine Damen und Herren, ich möchte zum Tag der deutschen Einheit auch ein paar Worte zu den jüngsten Landtagswahlen in Deutschland sagen.

Ihre Ergebnisse wurden im Ausland zur Kenntnis genommen, auch hier in Italien.

Daher lassen sie mich unterstreichen:

Die deutschen Institutionen und unser Grundgesetz sind demokratisch, wehrhaft und stabil.

Wir sind uns in der Bundesregierung der Verantwortung Deutschlands in Europa auch angesichts unserer Geschichte sehr bewusst.

Die freiheitlich demokratische Verfasstheit unseres Staates halten wir aufrecht, so wie die feste Verankerung Deutschlands in Europa.

Wir setzen uns jeden Tag für ein starkes und verlässliches europäisches Deutschland ein.

Das Stabilität zeigt, angesichts der Krisenlagen in der Welt.

Dafür braucht es politische Stabilität, aber auch eine stabile wirtschaftliche Basis.

Und hier sind Deutschland und Italien nach wie vor führend.

Liebe Gäste, unsere Länder sind heute die größten Industrienationen Europas.

Gemeinsam stehen sie für 40 % der Industrieproduktion der Europäischen Union. Deutschland und Italien sind auch die größten Exportnationen Europas.

Ca. 38 % der europäischen Exporte in Länder außerhalb der EU kommen aus unseren Ländern – insbesondere Industrieexporte.

Wir wollen, dass wir diese starken Positionen nicht nur aufrechterhalten, sondern ausbauen.

Auch deswegen hatten wir sehr erfolgreiche Regierungskonsultationen Anfang dieses Jahres hier in Rom.

Deutschland und Italien sind die Heimat von europäischen Erfolgsgeschichten.

Ich blicke da sehr konkret auf Erfolge wie die deutsch-italienische Forschungskooperationen für die Raumfahrt, Partnerschaften im Verteidigungsbereich wie zwischen Leonardo und Rheinmetall.

Unsere engste Abstimmung über verschiedene Gesetzesvorhaben in Brüssel, wie zum Beispiel zur Migration oder gemeinsame Initiativen u.a. zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Und ich blicke auf mehr als 400 kommunale Partnerschaften, die die Bürgerinnen und Bürger unserer Länder tagtäglich zusammenbringen.

Meine Damen und Herren, 2026 haben wir das „Jahr der Gelegenheiten“ genannt.

Mir ist besonders wichtig, dass aus dem Momentum dieses Jahres Projekte und Initiativen entstehen, die bleiben.

Die Erfolgsgeschichten werden.

Und unsere Länder mit Zuversicht erfüllen.

Und in 75 Jahren ist aus dem Baum hier im Garten eine mächtige Eiche geworden, die unseren Nachfahren Schatten spenden wird – auch dieser Gedanke erfüllt mich mit Zuversicht.

Meine Damen und Herren:
„E viva l’amicizia tra Italia e Germania“!

Vielen Dank!

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