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Statement von Außenminister Wadephul zur Sitzung des Sicherheitsrats zur Ukraine

23.09.2026 - Rede

Einmal mehr sind wir hier in der Runde der Ministerinnen und Minister zusammengekommen, um über den unprovozierten, ungerechtfertigten, illegalen und extrem brutalen Angriffskrieg zu sprechen, den Russland gegen die Ukraine führt.

Und über Russlands Kampagne der hybriden Kriegsführung.

Seit der letzten hochrangigen Versammlungswoche haben sich zwei Dinge geändert.

Aber nicht zum Besseren.

Zum einen hat Russland seinen brutalen Angriffskrieg intensiviert.

Vor einigen Wochen war ich in der Ukraine.

Ich bin nach Charkiw gereist, wo stündlich die Luftalarmsirenen heulen. Und dennoch führen die Menschen – die tapferen Frauen und Männer der Ukraine – ihr Leben weiter, so gut es geht.

Ich war in Kyjiw, dessen Einwohnerinnen und Einwohner inzwischen im Grunde genommen an der Front leben, da Raketen und Drohnen Tag und Nacht auf sie herabregnen und dabei immer mehr zivile Ziele angreifen.

Im fünften Kriegsjahr bleibt es Russlands Ziel, den Widerstand der Ukraine zu brechen.

Doch der Wille des ukrainischen Volkes, seine Freiheit zu verteidigen, bleibt ungebrochen. Genau wie unsere Unterstützung hierfür.

Das Zweite, was sich geändert hat, ist dies:

Russlands hybride Angriffe auf die Unterstützer der Ukraine, die Unterstützer des Völkerrechts, haben ein neues Ausmaß erreicht.

Am 4. August versuchte Russland, mit einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen zwei Frachtmaschinen zur Explosion zu bringen.

Dabei handelt es sich bei Weitem nicht um das einzige Beispiel für Russlands unverantwortliche und gefährliche Eskalation in Europa.

Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Folgen dieses Krieges überall auf der Welt spürbar sind.

Die diesjährige Getreideernte in der Ukraine war sehr ertragreich. Aber aufgrund der russischen Angriffe auf ukrainische Häfen kann das Getreide nicht auf den Weltmarkt exportiert werden. Dadurch verschärft Russland Hunger und Elend weltweit.

Lassen Sie uns dafür sorgen, dass diese Spirale der Gewalt und Zerstörung durchbrochen wird.

Ich bin überzeugt, dass das gelingen kann.

Zuerst brauchen wir einen sofortigen und vollständigen Waffenstillstand, der am Schwarzen Meer beginnt, damit die lebenswichtigen Lieferungen von Getreide und Nahrungsmitteln erfolgen können.

Zweitens muss ein umfassender Austausch von Kriegsgefangenen erfolgen, damit all jene heimkehren können, die lange genug gelitten haben.

Und drittens bedarf es einer Rückkehr an den Verhandlungstisch, in redlicher Absicht und auf Grundlage der Prinzipien des Völkerrechts, um einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden den Weg zu ebnen.

Die Ukraine ist seit Langem zu solchen Verhandlungen bereit.

Russland jedoch lehnt sie weiterhin ab. Und kommt damit seiner Verantwortung als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats nicht nach.

Die Ukraine ist bereit.

Wir Europäer sind bereit.

Und Deutschland steht bereit, zu der Friedenslösung beizutragen, die wir so dringend brauchen.

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