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Gemeinsame Erklärung der Bundesrepublik Deutschland und des Königreichs Marokko - Zweite Sitzung des multidimensionalen strategischen Dialogs
Der Minister des Königreichs Marokko für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und marokkanische Staatsangehörige im Ausland, Herr Nasser Bourita, hat den Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Dr. Johann Wadephul, am 30. April 2026 im Rahmen der zweiten Sitzung des deutsch-marokkanischen multidimensionalen strategischen Dialogs in Rabat empfangen.
Die beiden Minister äußerten ihre Zufriedenheit angesichts der ausgezeichneten Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Marokko und begrüßten die positive Dynamik, die sich seit der am 28. Juni 2024 in Berlin unter dem gemeinsamen Vorsitz der deutschen Außenministerin und des marokkanischen Außenministers abgehaltenen ersten Sitzung des deutsch-marokkanischen multidimensionalen strategischen Dialogs im bilateralen Verhältnis entwickelt hat. Im Rahmen der zweiten Sitzung des strategischen Dialogs ergriffen sie die Gelegenheit, die Ziele des Dialogs zu bekräftigen, namentlich ein Festhalten an den prioritären Interessen der beiden Länder, die Stärkung der Kohärenz in den verschiedenen Bereichen der bilateralen Zusammenarbeit, die Auslotung neuer Möglichkeiten für eine beiderseits nutzbringende Zusammenarbeit und Partnerschaft in Schlüsselbereichen, die Stärkung von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis sowie eine Konsolidierung der Zusammenarbeit auf den Gebieten Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sicherheit.
Die beiden Minister begrüßten die Anstrengungen, die seit der 2024 in Berlin verabschiedeten Gemeinsamen Erklärung unternommen wurden, sowie die seitdem erzielten Fortschritte. Sie begrüßten mit Zufriedenheit die bedeutenden Fortschritte bei der Umsetzung der in der Gemeinsamen Erklärung festgeschriebenen gemeinsamen Agenda und bekräftigten ihre einhellige Entschlossenheit, die Umsetzung auf der Grundlage gemeinsamer Werte und Interessen sowie gegenseitigen Respekts fortzuführen. Sie begrüßten die sich durch diese zweite Sitzung des multidimensionalen strategischen Dialogs ergebende Möglichkeit, sich über bilaterale, regionale und internationale Themen von gemeinsamem Interesse auszutauschen, gemeinsame Errungenschaften der letzten zwei Jahre zu bewerten und die multidimensionale Partnerschaft in allen Bereichen weiter zu stärken.
Die beiden Minister begrüßten es, dass in diesem Jahr der 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Marokko begangen wird, wodurch die Tiefe der bilateralen Beziehungen unterstrichen wird und sich eine Gelegenheit bietet, sieben Jahrzehnte historischer Partnerschaft sowie all die Frauen und Männer aus beiden Ländern zu feiern, die an der Fortschreibung der Freundschaft zwischen Deutschland und Marokko insbesondere durch das neue Entwicklungsmodell gearbeitet haben.
Der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland begrüßte die vom Königreich Marokko unter der Führung Seiner Majestät König Mohammed VI. durchgeführten Reformen, die darauf abzielen, die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes zum Wohl aller Marokkanerinnen und Marokkaner voranzutreiben.
Die beiden Minister waren sich einig, dass es wichtig ist, die Arbeit im VN-Menschenrechtsrat zur Förderung der Menschenrechte fortzuführen. Sie betonten die Bedeutung des Menschenrechtsdialogs zwischen der EU und Marokko. Sie beschlossen eine Fortsetzung des bilateralen Dialogs und der bilateralen Abstimmung zu Menschenrechtsfragen.
Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit
Die beiden Minister begrüßten das hohe Niveau deutscher Investitionen und das erhebliche Engagement des deutschen Privatsektors in Marokko, insbesondere in der Automobil-, Luftfahrt- und Pharmaindustrie sowie in der Digitalwirtschaft, und betonten die Möglichkeiten im Bereich erneuerbarer Wasserstoff und Energiewende sowie unter anderem auf den Gebieten Infrastruktur und Kreislaufwirtschaft. Die beiden Minister bekräftigten ihr Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Investitions- und Handelsbeziehungen und ermunterten Wirtschaftsakteure, bestehende Möglichkeiten weiterzuentwickeln und neue zu erschließen. Sie betonten das erhebliche Investitionspotenzial Marokkos sowie die Teilnahme des Landes an der G20-Initiative „Compact with Africa“.
Die beiden Außenminister würdigten die bemerkenswerte Dynamik im Handel zwischen Deutschland und Marokko mit Rekordwachstum und einer ausgeglichenen Handelsbilanz. Sie begrüßten die kontinuierliche Stärkung der bilateralen Wirtschaftspartnerschaft und die gestärkte Position des Königreichs unter den Handelspartnern Deutschlands.
Die beiden Minister betonten die Bedeutung der bilateralen gemeinsamen Wirtschaftskommission. Regelmäßige deutsch-marokkanische Wirtschaftsforen wie dieses werden als zentrale Plattformen öffentliche und private Akteure beider Länder zusammenbringen mit dem Ziel, Industriepartnerschaften zu stärken, den Handel zu erleichtern, grenzübergreifende Investitionen zu fördern und strategische Projekte zu unterstützen, insbesondere in den Bereichen Industrie, integrierte Wertschöpfungsketten, erneuerbare Energien und Wasserstoff sowie Digitalisierung einschließlich KI. Ferner könnten sie dazu beitragen, neue Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit von hohem Mehrwert zu erschließen.
Die beiden Minister vereinbarten, darauf hinzuwirken, das große Potenzial der Komplementarität und der Möglichkeiten zu erschließen, die die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Marokko bieten. Private deutsche Investitionen in Marokko fördern nachhaltige Entwicklung, berufliche Bildung und den Mittelstand.
Die beiden Minister begrüßten die Ausrichtung der deutsch-marokkanischen Regierungsverhandlungen über Entwicklungszusammenarbeit, die im November 2025 in Berlin stattfanden und gemeinsame Prioritäten für den Zeitraum 2026-2027 setzten. Dazu gehören die Unterstützung der marokkanischen Reformbemühungen mit dem Ziel, einen nachhaltigen, dekarbonisierten und gerechten Umbau der Wirtschaft mit Blick auf die Erschließung des privatwirtschaftlichen Potenzials für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum zu fördern, die Unterstützung der marokkanischen Energiewende einschließlich des Markthochlaufs einer auf grünem Wasserstoff basierenden Wirtschaft, die Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasserressourcen, die den Auswirkungen des Klimawandels Rechnung trägt, sowie weitere Bereiche von gemeinsamem Interesse.
Die beiden Minister waren sich einig, wie wichtig es ist, den Privatsektor und privatwirtschaftliche Institutionen beider Länder enger in die Entwicklungszusammenarbeit einzubinden und die Verbindungen zwischen dem bilateralen Entwicklungszusammenarbeitsportfolio und dem Privatsektor zu stärken.
Die beiden Minister bekräftigten ihr Interesse an einer Fortführung der Dreieckskooperation etwa im Rahmen des Femmpact-Projekts und der Süd-Süd-Zusammenarbeit zugunsten des afrikanischen Kontinents, wobei sie auf den Erfahrungen der deutsch-marokkanischen Zusammenarbeit aufbauen und laufende Projekte weiterführen sowie die Möglichkeit prüfen möchten, solche Projekte auf weitere afrikanische Länder auszuweiten.
Die beiden Minister bekräftigten ihr Bekenntnis zur Förderung ehrgeiziger internationaler Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen mit dem Ziel, im Sinne einer nachhaltigen und gedeihlichen Zukunft die Erderwärmung zu begrenzen und die Resilienz zu stärken, unter anderem durch Zusammenarbeit in den Bereichen Wiederaufforstung und Anpassung an den Klimawandel sowie mit Blick auf erneuerbare Energien, Energieeffizienz und die Erzeugung von grünem Wasserstoff. Sie kamen überein, im Vorfeld der nächsten COP ihren engen Austausch über Klimadiplomatie fortzuführen.
Die beiden Minister einigten sich darauf, die bilateralen Handelsbeziehungen in der Landwirtschaft auszubauen, das Potenzial für eine Zusammenarbeit in Bezug auf Technologie, Innovation und Digitalisierung in der Landwirtschaft zu nutzen und die erfolgreiche hochrangige ressortübergreifende Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft fortzuführen. Sie kamen weiterhin überein, die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Behörden fortzuführen, und begrüßten das bestehende bilaterale Kooperationsprogramm zu biologischer Landwirtschaft und Kooperativen als umfassenden Ansatz für eine widerstandsfähige und nachhaltige Landwirtschaft.
Zusammenarbeit in einzelnen Bereichen und territoriale Zusammenarbeit
Die beiden Minister begrüßten die im Januar 2026 in Rabat unterzeichnete Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Fondation Nationale des Musées, die für eine Stärkung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Marokko in Wissenschaft, Bildung und Kultur steht und einen allgemeinen Rahmen für eine Zusammenarbeit auf der Grundlage einer gemeinsamen Vision von Kulturerbe als Hebel für interkulturellen Dialog, Wissensaustausch und nachhaltige Entwicklung festlegt.
Beide Parteien unterstrichen die Bedeutung ihrer Partnerschaft in den Bereichen Hochschulbildung, Wissenschaft und Innovation. Die beiden Länder äußerten ihre gemeinsame Entschlossenheit, diese Zusammenarbeit durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung zu Hochschulbildung, Wissenschaft und Innovation weiter zu stärken, sowie ihr Bekenntnis zu einer Stärkung der bestehenden Förderprogramme für den Erwerb der deutschen und der arabischen Sprache, der Ausweitung der PASCH-Initiative innerhalb des marokkanischen Schulsystems, der Intensivierung von Austauschprogrammen, dem Austausch bewährter Verfahren zwischen Schulen und dem verstärkten Aufbau von Kapazitäten im Lehrkräftebereich im Rahmen der PASCH-Initiative.
Die beiden Minister bekräftigten, wie wichtig es ist, die bilaterale Zusammenarbeit in Kultur, Religion und im akademischen Bereich zu fördern, zwischenmenschliche Kontakte zu stärken und die Anzahl der an deutschen Hochschuleinrichtungen eingeschriebenen marokkanischen Studierenden zu erhöhen, auch durch einschlägige EU-Initiativen. Die beiden Minister erkannten die wichtige Rolle an, die Mitglieder der deutsch-marokkanischen Community in beiden Ländern als Bindeglieder für eine Förderung der Wirtschaftszusammenarbeit und des kulturellen Austauschs spielen.
Die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Marokko gründet auf einem soliden und etablierten Rahmen, der auf dem 1987 unterzeichneten und 1990 in Kraft getretenen deutsch-marokkanischen Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit aufbaut. Seitdem steht dieses Abkommen für das kontinuierliche Engagement beider Länder, ihre kulturellen Verbindungen aufrechtzuerhalten und weiter zu stärken. Aufbauend auf dieser Grundlage und in Anerkennung der zentralen Rolle, die Kultur dabei spielt, die Menschen unserer beiden Länder und unsere einander freundschaftlich gesinnten Nationen enger zusammenzubringen, äußerten beide Minister ihre Bereitschaft, ihre bilaterale kulturelle Zusammenarbeit weiter zu stärken und dem kulturellen Austausch neue Impulse zu verleihen, und möchten in Bereichen von gemeinsamem Interesse Erfahrungen und Fachwissen austauschen.
Die beiden Minister begrüßten die 2025 in Marokko abgehaltene erste Sitzung der deutsch-marokkanischen Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Absichtserklärung über Religionspolitik.
Die beiden Minister kamen ferner überein, die Zusammenarbeit im Bereich Sport zu fördern; in diesem Zusammenhang beglückwünschte der deutsche Minister Marokko zur Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2030 zusammen mit Portugal und Spanien und betonte das Interesse seines Landes, durch Einbindung deutscher Unternehmen einen Beitrag zur Durchführung dieses Großereignisses zu leisten, das sich auf allen Ebenen erheblich auf die Entwicklung Marokkos auswirken wird.
Die beiden Minister waren sich einig, dass der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle zukommt, und begrüßten, dass im September 2025 am Rande der 80. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York die Nachtragsvereinbarung zum Abkommen vom 24. November 1966 über technisch-wirtschaftliche Zusammenarbeit über die deutschen politischen Stiftungen in Marokko unterzeichnet wurde. In diesem Zusammenhang bekräftigten sie die Bedeutung der Umsetzung des Abkommens und würdigten die Aktivitäten der deutschen politischen Stiftungen in Marokko. Die beiden Minister begrüßten die Bereitschaft der deutschen politischen Stiftungen, die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern durch ein kontinuierliches, transparentes und langfristiges Engagement in Marokko zu begleiten.
Die beiden Minister betonten die Bedeutung der Einbindung regionaler und lokaler Behörden sowie nichtstaatlicher Akteure in die Dynamik der bilateralen Partnerschaft. Sie begrüßten Partnerschaften zwischen einzelnen Regionen, darunter die Partnerschaft zwischen der Region Tanger-Tétouan-Al Hoceïma und Niedersachsen.
Im Bereich der Migrationszusammenarbeit würdigten die beiden Minister die gemeinsame strategische und verlässliche Partnerschaft und begrüßten es, dass diese Partnerschaft auf gemeinsamer Verantwortung und einer strukturierten Herangehensweise bei der Steuerung von Migrationsbewegungen basiert. Die beiden Minister brachten ihre Unterstützung für die Arbeit der bilateralen gemischten Arbeitsgruppe für Migration (PMMG) zum Ausdruck. Ferner begrüßten sie die Vorbereitungen für die nächste Sitzung der Gruppe, die 2026 in Deutschland stattfinden soll. Sie waren sich einig, dass die Reduzierung irregulärer Migration ein gemeinsames Ziel darstellt und einen umfassenden Ansatz erfordert, der die internationalen Menschenrechtsstandards wahrt. Sie bekräftigten ihre Entschlossenheit, weiterhin die Verfahren für Rückkehr und Rückübernahme zu stärken, die Mobilität von Fachkräften und die legale Migration zu verbessern, wobei auf Erfahrungen aus Pilotprojekten im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zurückgegriffen werden soll, sowie die Wiedereingliederung zu fördern, insbesondere durch EU-Talentpartnerschaften im Rahmen des Rabat-Prozesses und des Globalen Migrationspakts.
Regionale und internationale Themen
Die beiden Minister bekräftigten ihr unerschütterliches Bekenntnis, Frieden und Sicherheit auf regionaler und internationaler Ebene zu fördern, die Menschenrechte zu schützen und die nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Sie betonten die Bedeutung einer regelbasierten internationalen Ordnung, in deren Mittelpunkt die Vereinten Nationen stehen, und brachten ihre Verurteilung jedweder Verletzung der fundamentalen Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen zum Ausdruck. Sie bekräftigten ferner ihr Bekenntnis zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten und unterstrichen die zentrale Rolle der Vereinten Nationen und multilateraler Institutionen bei der Bewältigung globaler Herausforderungen. Beide Minister bekannten sich zur Zusammenarbeit im Hinblick auf die Stärkung multilateraler Institutionen und zur weiteren Verbesserung der Kooperation und Abstimmung in internationalen Organisationen, insbesondere den VN. Die beiden Minister begrüßten ihre Abstimmung zu Themen von gemeinsamem Interesse im Rahmen internationaler Organisationen und Gremien.
Die beiden Minister bekräftigten ihr Bekenntnis zu dem von den Vereinten Nationen geführten Prozess betreffend Westsahara und begrüßten Resolution 2797 (2025) des VN-Sicherheitsrats, in der die volle Unterstützung für den Generalsekretär und seinen Persönlichen Gesandten bei der Erleichterung und Führung von Verhandlungen auf der Grundlage des Autonomievorschlags Marokkos mit dem Ziel, zu einer gerechten, dauerhaften und für beide Seiten annehmbaren Beilegung der Streitigkeit im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen zu gelangen, bekundet wird; in der konstruktive Vorschläge von den Parteien in Reaktion auf den Autonomievorschlag begrüßt werden; in der die Parteien aufgefordert werden, diese Gespräche auf der Grundlage des Autonomievorschlags Marokkos ohne Vorbedingungen aufzunehmen, um eine endgültige und für beide Seiten annehmbare politische Lösung herbeizuführen, die die Selbstbestimmung des Volkes der Westsahara vorsieht; in der anerkannt wird, dass wahre Autonomie das praktikabelste Ergebnis sein könnte, und in der die Parteien ermutigt werden, Ideen vorzulegen, mit denen eine endgültige, für beide Seiten annehmbare Lösung unterstützt wird, wobei sie zur Kenntnis nahmen, dass in Resolution 2797 des VN-Sicherheitsrats erklärt wird, dass wahre Autonomie unter marokkanischer Souveränität die praktikabelste Lösung darstellen könnte.
In diesem Zusammenhang begrüßte Deutschland die Bereitschaft Marokkos, in redlicher Absicht mit allen betroffenen Parteien zusammenzuarbeiten, um die Ausgestaltung dieses Autonomieplans, den Deutschland als ernsthafte und glaubwürdige Grundlage für Verhandlungen erachtet, darzulegen und die Form der Autonomie unter marokkanischer Souveränität zu erläutern.
Deutschland ist bereit, im Rahmen der Vereinten Nationen Unterstützung bei der Erleichterung von Konsultationen zwischen den Parteien zu leisten und die Bemühungen des Persönlichen Gesandten des Generalsekretärs zu unterstützen. In dieser Hinsicht würde Deutschland im Einklang mit dem Völkerrecht entsprechend seiner Standpunkte auf diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene handeln.Die beiden Minister tauschten sich zu aktuellen internationalen Angelegenheiten aus und unterstrichen den aktiven und konstruktiven Einsatz ihrer beiden Länder für die Bewahrung von Stabilität, Sicherheit und Frieden in ihren jeweiligen Regionen, insbesondere im Sahel, in Libyen, im Nahen Osten, in Iran, in den Golfstaaten und in Europa. Die beiden Minister beklagten die schwierige Lage, die seit Russlands Verletzung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine vor über vier Jahren andauert, erinnerten insbesondere an die verschiedenen Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur Ukraine und bekräftigten die Verpflichtung aller Staaten, im Rahmen ihrer internationalen Beziehungen die Androhung oder Anwendung von Gewalt zu unterlassen. Sie betonten die Notwendigkeit, so schnell wie möglich zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine im Einklang mit den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen und dem Völkerrecht zu gelangen. Sie bekräftigten ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen.
Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten riefen die beiden Minister alle Beteiligten dringend auf, die Waffenruhe überall in der Region vollständig einzuhalten, alle militärischen Operationen einzustellen und die Freiheit der Schifffahrt sowie die freie und ungehinderte Durchfahrt durch die Straße von Hormus uneingeschränkt zu gewährleisten. Diplomatie ist der Schlüssel zur Lösung aller ausstehenden Fragen. Die beiden Minister bekräftigten das Bekenntnis ihrer Länder zu einer auf dem Verhandlungsweg herbeigeführten Zweistaatenlösung, bei der ein demokratisches, unabhängiges und lebensfähiges Palästina Seite an Seite in Frieden und Sicherheit mit Israel existiert. Der deutsche Minister würdigte die konstruktive Rolle des Königreichs Marokko im Nahen Osten, insbesondere das persönliche Engagement Seiner Majestät König Mohammed VI. als Vorsitzender des al-Quds-Komitees. Der marokkanische Minister würdigte die deutsche Unterstützung für die Palästinensische Behörde sowie die erhebliche humanitäre Unterstützung und Entwicklungszusammenarbeit, die Deutschland den Palästinenserinnen und Palästinensern bisher zur Verfügung gestellt hat und auch weiterhin bereitstellen wird.
Der deutsche Außenminister würdigte ferner die aktive und konstruktive Rolle und den Beitrag Marokkos, unter der Führung Seiner Majestät König Mohammed VI., für Frieden und Stabilität in der Region und bekräftigte dabei erneut, dass das Königreich ein zentraler Partner der Europäischen Union, der NATO und Deutschlands in Afrika sowie ein bedeutendes Bindeglied zwischen Nord und Süd ist. In diesem Zusammenhang lobte er Marokkos Bemühungen bei der Bekämpfung von Terrorismus und irregulärer Migration. Der marokkanische Außenminister brachte seinerseits das feste Bekenntnis Marokkos zu der strategischen Partnerschaft mit der Europäischen Union und den Wunsch des Landes nach engeren Beziehungen zu Deutschland als einen wesentlichen europäischen Partner zum Ausdruck.
Die beiden Minister bekundeten ihre Unterstützung für die enge Zusammenarbeit und strategische Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und dem Königreich Marokko und begrüßten die Ergebnisse der 15. Tagung des Assoziationsrats zwischen der Europäischen Union und dem Königreich Marokko, die im Januar 2026 stattfand. In diesem Zusammenhang hoben die beiden Minister ferner die wichtige und konstruktive Rolle hervor, die Marokko in der südlichen Nachbarschaft der EU als vertrauenswürdiger Partner und engagierter Akteur für Stabilität und Wohlstand in der Region spielt. Zu diesem Zweck begrüßten sie den im November 2025 in Barcelona ins Leben gerufenen Pakt für den Mittelmeerraum, der auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung den Geist einer erneuerten Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und ihren südlichen Partnern fördert. Die beiden Minister betonten, wie wichtig es ist, Synergien zu schaffen und die Zusammenarbeit durch Initiativen und Programme der Europäischen Union zu verstärken.
Der deutsche Minister begrüßte ferner die Bemühungen Marokkos zur Förderung von Frieden, Stabilität und sozioökonomischer Entwicklung in Afrika durch die zahlreichen unter der Führung Seiner Majestät König Mohammed VI. ins Leben gerufenen Initiativen. Der marokkanische Minister hob insbesondere die königliche Initiative für einen erleichterten Zugang der Sahel-Staaten zum Atlantischen Ozean, den African State Process und das Projekt der Afrika-Atlantik-Gaspipeline hervor.
Sicherheitspolitische Zusammenarbeit
Die beiden Minister brachten ihre Absicht zum Ausdruck, die militärische Zusammenarbeit sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Rüstung und Verteidigung auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens und Respekts weiter zu stärken. Die Absichtserklärung zur Militärkooperation wird einen wichtigen Schritt hin zu einer fortgesetzten, ehrgeizigen und nutzbringenden militärischen Zusammenarbeit darstellen.
Die beiden Minister begrüßten die Stärkung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Marokko, insbesondere bei der Terrorismusbekämpfung, die dem intensiven Austausch zwischen deutschen und marokkanischen Sicherheitsbehörden und der Zusammenarbeit mit der Globalen Koalition zur Bekämpfung von IS zu verdanken ist. Sie ermutigten ferner zu einer fortgesetzten engen Zusammenarbeit bei grenzüberschreitender organisierter Kriminalität, Drogenschmuggel sowie dem Thema Gewährleistung der Sicherheit bei Großveranstaltungen, darunter die Fußball-Weltmeisterschaft 2030, durch eine verbesserte Zusammenarbeit im operativen Bereich, den Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse und Polizeiausbildung. In diesem Zusammenhang sind die deutschen Sicherheitsbehörden bereit, ihr Fachwissen in Bezug auf die Ausrichtung sicherer Sportveranstaltungen auf der Grundlage der jüngsten Erfahrungen in Deutschland zu teilen.
Die beiden Minister begrüßten die Fortschritte in den Verhandlungen für ein bilaterales Sicherheitsabkommen und bei der Einrichtung eines sicherheitspolitischen Dialogs in Ergänzung der bestehenden Zusammenarbeit, um Konsultationen zu Themen von gemeinsamem Interesse, insbesondere bei der Terrorismusbekämpfung und in Bezug auf regionale Sicherheit, zu untermauern.
Die beiden Minister betonten ihre Absicht und ihr Bekenntnis, die Unterzeichnung eines Abkommens über Verschlusssachen und Sicherheit voranzubringen.
Die beiden Minister kamen überein, weiter auf ein Abkommen zwischen Deutschland und Marokko zur Abschaffung der Visumspflicht für Dienstpässe hinzuarbeiten.
Die beiden Minister betonten die freundschaftliche, offene und konstruktive Atmosphäre ihres Austauschs und vereinbarten, den multidimensionalen strategischen Dialog zur Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung durch regelmäßige Konsultationen fortzuführen, um die umfassende Partnerschaft zwischen Deutschland und Marokko zu stärken.