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Rede von Außenminister Wadephul vor dem UN-Sicherheitsrat in der Offenen Aussprache zu maritimer Sicherheit

28.04.2026 - Rede

Deutschland steht hinter der von der EU später noch abzugebenden Erklärung.

Küchen bleiben kalt. Weil kein Flüssiggas fließt.

Reis wächst nicht. Weil keine Düngemittel ausgebracht werden können.

Bänder stehen still. Weil Energie zu einer knappen Ressource geworden ist.

Dies passiert weltweit, wenn die maritime Sicherheit angegriffen wird.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die maritime Sicherheit ist kein abstraktes Konzept.
Vielmehr ist sie das eigentliche Fundament unserer stark vernetzten Weltwirtschaft.

Jedes Land, ob Küsten- oder Binnenstaat, ist direkt oder indirekt von sicheren Seewegen und freier und sicherer Schifffahrt abhängig.

Dadurch entsteht nicht nur Wohlstand, sondern auch Verletzbarkeit.

Störungen auf nur einem strategischen Wasserweg haben das Potenzial, die Lebensgrundlagen, die Stabilität und die wirtschaftliche Resilienz weltweit zu beeinträchtigen.

In der Golfregion hat Iran ein Netzwerk bösartiger Milizen geschaffen und bewaffnet, das die gesamte Region destabilisiert.

Hier seien nur die Angriffe auf Handelsschiffe, Entführungen und widerrechtliche Inbesitznahme genannt.

Solche Aktionen stellen eine klare Verletzung des Völkerrechts dar, einschließlich des Seerechts, wie es im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen niedergelegt ist.

Dies gilt auch für Mautzahlungen.

Eine fortgesetzte Eskalation, einschließlich Raketenangriffe auf zivile Ziele in den Golfstaaten, bergen das Risiko einer weiteren Destabilisierung.

Und die Auswirkungen reichen weit über die Golfregion hinaus.

Schon jetzt wird der Mangel an Düngemitteln zu geringeren Reisernten in Asien führen als üblich.

Schon jetzt steigen die Lebensmittelpreise auf Märkten in Afrika aufgrund viel höherer Transportkosten.

Schon jetzt wird der Zugang der Bedürftigsten zu humanitärer Hilfe immer mehr erschwert.

Dieser Teufelskreis muss beendet werden, bevor es zu spät ist und bevor noch mehr Menschen leiden.

Iran muss die Straße von Hormus jetzt wieder öffnen.

Gleichzeitig unterstützt Deutschland die Task Force der Vereinten Nationen, die aufgestellt worden ist, um diese Risiken einzudämmen.

Und wir hoffen, dass auch andere die entscheidenden und lebensrettenden Bemühungen der Vereinten Nationen unterstützen können.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

lassen Sie mich Ihnen für die Führungsrolle danken, die Sie in den vergangenen Wochen durch die Einbringung von zwei Resolutionen im Sicherheitsrat übernommen haben.

Resolution 2817 legt klares Zeugnis vom globalen Widerstand gegen die aktuellen unverantwortlichen Aktionen ab.

Deutschland bedauert, dass es dem Sicherheitsrat nicht gelang, den zweiten Resolutionsentwurf ebenfalls anzunehmen.

Deutschland ist bereit, dazu beizutragen, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten, sobald die Feindseligkeiten beendet sind.

Unsere Botschaft im Einvernehmen mit all unseren Partnern lautet:

Iran muss aufhören, andere Länder anzugreifen.

Iran muss sein Atomprogramm beenden.

Die Straße von Hormus muss für den freien und sicheren Seeverkehr offen sein.

Zum Wohle aller.

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