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Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Kenia und Äthiopien
Vor seiner Abreise nach Kenia und Äthiopien erklärte Außenminister Wadephul heute (20.01.):
In einer sich rapide verändernden Welt ist es für Deutschland wichtiger denn je, unsere Beziehungen zu globalen Schlüsselpartnern auszubauen. Deutschland hat dabei den Ländern unseres Nachbarkontinents Afrika ein hervorragendes Angebot zu machen. Unser Land steht für internationale Kooperation, für wirtschaftliche Offenheit und politische Verlässlichkeit.
Die Seewege vor den Küsten Ostafrikas sind eine der Hauptadern des Welthandels. Der Region rund um das Horn von Afrika kommt dabei besondere strategische Bedeutung zu. Meine erste Reise als Außenminister auf dem afrikanischen Kontinent führt mich daher nach Kenia und Äthiopien. Zu zwei zentralen Akteuren mit Gestaltungsanspruch weit über die Region hinaus.
Kenia ist unser engster Partner in der Region und eine echte Säule der Stabilität. In einer von Krisen geprägten Region spielt Kenia eine wichtige Vermittlerrolle – wie in der Vergangenheit etwa in Ostkongo und Südsudan. Kenia ist zudem wichtiger Truppensteller für die Mission der Afrikanischen Union in Somalia. Aber auch weit über die Region hinaus übernimmt Kenia Verantwortung für Frieden und Sicherheit, etwa als größter Truppensteller für die UN-Friedensmission in Haiti. Schon heute ist Kenia unser wichtigster Handelspartner in Ostafrika. Darauf wollen wir aufbauen und noch mehr deutsche Unternehmen dazu ermuntern, den Schritt nach Kenia zu gehen. Mit meinem Amtskollegen Mudavadi werde ich zudem darüber sprechen, wie wir die Mobilitäts- und Migrationspartnerschaft noch besser umsetzen können.
Äthiopien trägt entscheidende Verantwortung für Frieden und Stabilität am Horn von Afrika. Die Lage in Tigray und die Beziehungen mit Eritrea bleiben weiter angespannt. Ich will mit meinem Besuch dazu ermutigen, Lösungen für den friedlichen Interessensausgleich zu finden. Als zweitbevölkerungsreichstes Land Afrikas birgt Äthiopien riesiges Potenzial für die deutsche Wirtschaft. Klar ist: Stabilität und Rechtsstaatlichkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Investitionsklima. Über die dafür notwendigen Rahmenbedingungen werde ich in Addis Abeba sprechen.
In einer multipolaren Welt entwickelt sich Afrika immer weiter zu einem Gravitationszentrum. Deswegen wollen wir auch unsere Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union weiter ausbauen. Uns eint dabei der Einsatz für die regelbasierte Weltordnung und eine Zusammenarbeit, in der multilaterale Lösungen nationalen Alleingängen vorgezogen werden. Mit dem Kommissionsvorsitzenden der Afrikanischen Union werde ich in Addis Abeba darüber sprechen, wie das innerafrikanische Konfliktmanagement weiter gestärkt werden kann. Gleichzeitig setzt sich Deutschland dafür ein, dass die Stimme Afrikas auch angemessen im UN-Sicherheitsrat vertreten ist.
In Zeiten von Handelsbeschränkungen und Abschottungstendenzen sind wir als Exportnation darauf angewiesen, uns noch breiter aufzustellen und unsere weltweiten Netze noch enger zu knüpfen. Auf keinem anderen Kontinent ist der Anteil junger Menschen an der Bevölkerung so hoch wie in Afrika, auf keinem anderen Kontinent bieten sich ähnliche Wachstumschancen. Deutschlands Wirtschaft hat auf dem Weg in Afrikas Zukunft viel zu bieten und viel zu gewinnen - daher begleitet mich eine Wirtschaftsdelegation aus unterschiedlichsten Branchen.