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Außenminister Steinmeier zur Unterzeichnung des Friedensabkommens in Kolumbien

26.09.2016 - Pressemitteilung

Außenminister Steinmeier sagte anlässlich der heutigen Unterzeichnung des Friedensabkommens in Kolumbien (26.09.):

Kolumbien schreibt heute Geschichte!

Mit dem Friedensabkommen beweisen die Konfliktparteien, dass Frieden möglich ist – auch nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit über 300.000 Toten und Millionen Vertriebenen.

Das ist ein Grund zur Freude - für die Menschen in Kolumbien und für die ganze Welt. Und es macht Mut für andere auch unlösbar erscheinende gewaltsame Konflikte.

Zum Ziel geführt haben fester politischer Wille, Kompromissbereitschaft, diplomatische Beharrlichkeit und eine wache, engagierte Zivilgesellschaft.

Jetzt haben es die kolumbianischen Wählerinnen und Wähler in der Hand, mit ihrer Stimme dem Friedensschluss eine Chance zu geben.

Wir werden uns auch weiter für Frieden in Kolumbien einsetzen, etwa im Bereich Übergangsjustiz und Versöhnung.

In der Postkonflikt-Phase wird schnelle Unterstützung gefragt sein, um besonders vom Konflikt betroffene Gebiete zu stabilisieren. Hierfür wurde eigens ein Treuhandfonds der UN eingerichtet, an dem wir uns jetzt schon mit einem Betrag von zwei Millionen Euro beteiligen.

Hintergrund:

Am 26.09. findet die Unterzeichnungszeremonie des Friedensabkommens durch Regierungsvertreter und FARC in Cartagena, Kolumbien statt.

Deutschland engagiert sich seit zehn Jahren für den Friedensprozess, der Beauftragte des Außenministers für den Friedensprozess, Tom Koenigs, setzt sich persönlich dafür ein.

Aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit hat Deutschland in den letzten zehn Jahren mit 367 Millionen Euro den Friedensprozess unterstützt, zusätzlich seit 2014 auch Kredite in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt. Mit zusätzlichen Mitteln aus dem Auswärtigen Amt werden in den Konfliktgebieten Minen geräumt, Minenopfern wird geholfen, Binnenvertriebene werden untergebracht und medizinisch versorgt. Deutsche Projekte helfen ihnen bei der Jobsuche.

Es ist zu begrüßen, dass die ELN anlässlich des Referendums am 2. Oktober eine Feuerpause angekündigt hat.

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