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Grußwort der Staatsministerin des Auswärtigen Amtes, Cornelia Pieper, aus Anlass des 4. Außenwirtschaftstages Medizintechnik und Laborausstattung im Auswärtigen Amt

Rede

Am 4. Außenwirtschaftstag für Medizintechnik und Laboraus- stattung im Auswärtigen Amt haben rund 130 Vertreter aus Wirtschaft und Politik teilgenommen. Staatsministerin Pieper unterstrich, dass das Gesundheitswesen ein Schwerpunkt der deutschen Außenwirtschaftsförderung sei.

-- Es gilt das gesprochene Wort! --

Sehr geehrter Herr Parlamentarischer Staatssekretär Burgbacher, sehr geehrter Herr Staatssekretär Ilka, sehr geehrter Herr Fichtner, sehr geehrter Herr Dr. Weiler, meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr über Ihre Einladung, den heutigen Außenwirtschaftstag "Medizintechnik und Laborausstattung" zu eröffnen.

Aufgrund der positiven Resonanz und der großen Teilnehmerzahl in den vergangenen drei Jahren findet die Veranstaltung nun bereits zum vierten Mal im Europasaal des Auswärtigen Amts statt. Dieser Außenwirtschaftstag ist das Ergebnis der Arbeit eines starken Teams, eine gemeinschaftliche Anstrengung.

Es ist zwar selbstverständlich, aber lassen Sie mich trotzdem sagen, wie sehr ich mich über die gute und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung, zwischen Auswärtigem Amt und dem Bundesministerium für Gesundheit sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie freue. Dasselbe gilt für unsere Zusammenarbeit mit SPECTARIS und der German Healthcare Export Group ebenso wie den deutschen Unternehmen, die darüber hinaus auch im ZVEI, mit der German Healthcare Partnership mit Germany Trade and Invest und in anderen Arbeitsgruppen und Foren diese Zusammenarbeit pflegen.

Deutschland kann sich mit den Produkten und Leistungen seines Gesundheitswesens international sehen lassen. Deshalb setzt das Auswärtige Amt seit 2010 mit zahlreichen Veranstaltungen bei der Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft einen fachlichen Schwerpunkt seiner Außenwirtschaftsförderung.

Regelmäßig werben wir bei den in Berlin akkreditierten Botschaften mit der Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens, deutscher Medizintechnik und deutscher Pharmaforschung und ermutigen sie, Partnerschaften ihrer Länder mit deutschen Technologieführern zu fördern. Zuletzt haben wir im Mai dieses Jahres ein Botschafter- und Unternehmerfrühstück Medizintechnik im Auswärtigen Amt durchgeführt. Im März haben wir anlässlich des Besuchs des indonesischen Präsidenten Yudhoyono Vertreter der deutschen Wirtschaft mit hochrangigen Gästen zusammengebracht. Gemeinsam haben wir überlegt, welchen Beitrag Deutschland für die Weiterentwicklung des indonesischen Gesundheitswesens leisten kann.

Auch mit dem heutigen Außenwirtschaftstag wollen wir zum internationalen Erfolg deutscher Medizintechnik und deutscher Gesundheitsleistungen beitragen.

Unter dem Motto: "Kompetenz und Netzwerke für den Hightech-Mittelstand" möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, darüber zu diskutieren, welchen weltweiten Herausforderungen sich Ihre ständig wandelnde und fortentwickelnde Branche heute stellen muss, um sich bestmöglich international aufzustellen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Deutschlands Stellung als eines der führenden Exportländer gesundheitswirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen zu festigen und auszubauen.

der Gesundheitssektor gehört zu den am stärksten wachsenden Branchen auf der ganzen Welt und wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Aufgrund des demografischen Wandels steigt nicht nur der allgemeine Bedarf an Gesundheitsversorgung, sondern auch die Anforderungen an die Produkte und Dienstleistungen selbst.

Deutschland ist hier gut aufgestellt. Besonders im Sektor der Medizintechnik genießt die Marke "Made in Germany" international seit langem einen sehr guten Ruf. Die Qualität und Zuverlässigkeit deutscher medizintechnischer Produkte und Leistungen, sowie die technologische Spitzenkompetenz Ihrer Unternehmen tragen wesentlich zu diesem hervorragenden Ansehen bei. Deutsche Unternehmen im Gesundheitssektor sind weltweit aktiv und setzen sich mit ihrem Know-how, ihren Technologien und ihren Produkten in vielen Ländern dafür ein, dass es den Bürgerinnen und Bürgern im wahrsten Sinne des Wortes besser geht.

Beim letzten Außenwirtschaftstag „Medizin und Laborausstattung“ hatten wir einen besonderes Augenmerk auf die BRICS-Staaten gelegt, und das mit Recht, denn die rasante Entwicklung in vielen dieser Länder macht auch vor dem Gesundheitssektor nicht halt und bietet Unternehmen aus Ihrer Industrie eine Vielzahl neuer Chancen. Zugleich gilt aber auch, dass Firmen aus diesen Ländern, insbesondere aus China und Brasilien, ernst zu nehmende Konkurrenten werden, die mit deutschen Unternehmen um Aufträge konkurrieren.

Neben den BRICS entstehen weitere neue Gestaltungsmächte, die zum Motor der Weltwirtschaft geworden sind. Ihre wirtschaftliche Stärke verleiht ihnen zudem politisches Gewicht. Sie sind bedeutende Partner für uns, in der Politik, in der Wirtschaft und auch im Gesundheitswesen.

Deshalb wollen wir heute neue Märkte mit großem Potential für die deutsche Gesundheitswirtschaft genauer betrachten. Ich denke dabei in Lateinamerika an Mexiko und Kolumbien, aber auch an die Staaten Südostasiens, insbesondere Indonesien. Die Bevölkerungen dieser Staaten wachsen nach wie vor deutlich. Gleichzeitig gibt es auch in diesen Ländern Anzeichen für einen demographischen Wandel hin zu älteren Gesellschaften. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hat das Wachsen einer gesundheits- und selbstbewussten Mittelschicht befördert. Diese Mittelschicht erwartet von ihren Regierungen ein gutes, funktionierendes, aber dennoch bezahlbares Gesundheitssystem.

Viele Regierungen haben dies erkannt und sehen in Deutschland einen wichtigen Partner. So etwa Indonesien, wo die Bundeskanzlerin und der indonesische Präsident im vergangenen Jahr in der Jakarta-Erklärung u. a. zur Intensivierung der Zusammenarbeit auf den Gebieten Medizintechnik, Krankenhaus-Management, der Förderung traditioneller Medizin, bei der Ausgestaltung des Versicherungswesens und bei der Entwicklung von Standards aufgerufen haben.

Um die Potenziale dieser Wachstumsmärkte zu nutzen, aber auch unsere eigenen Potenziale auszuschöpfen, stehen Ihnen das Auswärtige Amt und die deutschen Botschaften und Generalkonsulate in allen Ländern der Welt mit ihren Möglichkeiten zur Verfügung. Nutzen Sie diese Netzwerke, um auf den hart umkämpften Märkten erfolgreich zu konkurrieren.

In leider immer mehr Ländern glauben Politiker und Behörden, den Aufbau der eigenen Gesundheitswirtschaft durch höhere Markteintrittsbarrieren schützen zu müssen. Andere wollen Importeure zu hohen "local content" Anteilen zwingen und glauben, dadurch Investitionen ins eigene Land holen zu können.

Dabei übersehen sie, dass der Import medizinischer Hochtechnologie immer mit einem erheblichen Transfer von Anwendungs-Knowhow einhergeht. Dass gerade deutsche Mittelständler sich für die Markterschließung im Zielland geeignete Partner suchen, die sie dann qualifizieren, um Kundendienst anzubieten, um Nutzer und Servicetechniker auszubilden und um vor Ort marktnahe Anwendungen zu konzipieren. Wer seine Märkte gegen deutsche Hochtechnologie-Mittelständler abschottet, verhindert, dass heimischen Kliniken und Patienten diese fortgeschrittene Technologie zur Verfügung steht und dass die damit verbundenen Qualifikationen und Kompetenzen überhaupt ins Land kommen.

Lassen Sie mich zum Schluss noch einmal an Sie alle appellieren, für Ihr internationales Geschäft die Netzwerke und die Instrumente zu nutzen, die Ihnen die Bundesregierung zur Verfügung stellt.

Ich hoffe, dass immer mehr deutsche mittelständische Unternehmen immer erfolgreicher ihre Produkte exportieren und so zu wirtschaftlichem Fortschritt und zur internationalen Konkurrenzfähigkeit Deutschlands beitragen.

Lassen Sie mich auch die Gelegenheit nutzen, auf zwei weitere Veranstaltungen hier im Auswärtigen Amt hinzuweisen, die für Sie von Interesse sein könnten. Am 27. August 2013 findet wieder der Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz statt. Wir erwarten auch in diesem Jahr mehr als 1000 Vertreter aus Verbänden und Unternehmen, die mit unseren Botschaftern und Generalkonsuln über außenwirtschaftliche Trends diskutieren werden. Sie sind herzlich eingeladen.

Vom 20. bis 22. Oktober 2013 findet erstmals im Auswärtigen Amt der World Health Summit unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin, des französischen Präsidenten Hollande und des Präsidenten der Europäischen Kommission, Barroso, statt. Der Gipfel bringt Akteure aus allen Dimensionen des Themas Gesundheit zusammen: Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer, Nichtregierungsorganisationen und viele mehr. Themen wirtschaftlicher Relevanz, z. B. Forschung und Entwicklung oder bezahlbare Krankenversicherungen für alle, werden in diesem Jahr eine herausragende Rolle spielen. Ich bin überzeugt davon, dass der World Health Summit eine für Sie ganz besonders interessante Veranstaltung werden wird.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Außenwirtschaftstag, gute Gespräche, gute Diskussionen und natürlich auch gute Geschäfte.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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