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Grußwort von Staatsminister Werner Hoyer zur Eröffnung der Fotoausstellung "150 Jahre deutsch-japanische Beziehungen" (Berlin, 17.10.2011)

17.10.2011 - Rede

--es gilt das gesprochene Wort --

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit nunmehr stolzen 150 Jahren verbinden Deutschland und Japan enge und freundschaftliche Beziehungen.

Alles begann 1861 mit der Unterzeichnung des „Freundschafts-, Schiffahrts- und Handelsvertrags“ zwischen Preußen und Japan

In vielen Bereichen ist dieser erste deutsch-japanische Austausch noch heute spürbar: sei es in der japanischen Staatsverfassung, in der Rechtswissenschaft oder in gegenseitigen kulturellen Einflüssen.

Die gemeinschaftliche Fotoausstellung der Nachrichtenagenturen Kyodo und der Deutschen Presse Agentur dokumentiert die Beziehungen und Begegnungen zwischen Deutschen und Japanern anhand eines bunten Straußes bewegender Bilder.

In rund 70 Fotos wird nach der Eröffnung durch den Kronprinzen im Mai 2011 nun das deutsche Publikum mitgenommen auf eine Zeitreise durch 150 Jahre gemeinsam gelebte und erlebte Geschichte.

Auf ganz unterschiedlichen Fotos von damals bis heute werden wichtige und spannende Etappen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan sichtbar.

Japans fremde Kultur lockte viele Deutsche aus allen Bereichen der Wissenschaft, Kunst und Musik schon um die Jahrhundertwende in das Land.

Und so entstanden viele gemeinsame Momente, die auf Fotos festgehalten wurden und einen Teil unserer gemeinsamen Vergangenheit widerspiegeln.

Zu sehen sind Begegnungen hoher Würdenträger ebenso wie Aufnahmen des Alltags der Bevölkerung. Von Kunst bis Politik, von Manga bis Kanzler erlaubt die Ausstellung dem Besucher Einblicke in die Vielfältigkeit unserer langjährigen Freundschaft.

Das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft in Tokyo unterstützen die Ausstellung, die bis zum 10. November 2011 in Berlin zu sehen sein wird.

Sie ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe „150 Jahre Deutschland und Japan“.

Am 16. Oktober 2010 wurde diese facettenreiche Veranstaltungsreihe an der deutschen Schule Tokyo-Yokohama feierlich mit mehreren tausend Menschen eröffnet.

Seitdem haben bereits eine Vielzahl von Ausstellungen, Projekten, Konzerten und Dialogen in Deutschland und Japan stattgefunden und den Blick der teilnehmenden Besucher für die Kultur des Partnerlandes geschärft.

Hierbei wollen wir besonders bei der japanischen Jugend das Interesse an Deutschland wecken.

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet in diesen Tagen das Deutschlandfest „Solidarität mit Japan“, das am 23. Oktober 2011 auf dem Gelände des Arisugawa-Parks und der deutschen Botschaft in Tokyo mit viel Musik, Tanz und deutscher Küche gefeiert wird.

Bundespräsident Christian Wulff wird im Rahmen seiner einwöchigen Japanreise das Deutschlandfest besuchen.

Das Jahr 2011 hat das „Land der aufgehenden Sonne“ vor große Herausforderungen gestellt.. Die Solidarität und Anteilnahme der Deutschen mit den von der dreifachen Katastrophe betroffenen Menschen im Nordosten Japans war beeindruckend groß. Und auch weiterhin kann sich Japan unserer Unterstützung sicher sein.

Deshalb haben wir uns dazu entschieden, das Programm „150 Jahre Deutschland und Japan“ bis 2012 zu verlängern und mit zusätzlichen Veranstaltungen in der von der Katastrophe betroffenen Region Tohoku fortzuführen.

Projekte wie das im Juni 2011 durchgeführte Fußballcamp, bei dem Kinder vom deutschen Fußballtrainer Pierre Littbarski unterrichtet wurden, sollen - zumindest für einen kurzen Moment - dazu beitragen, dass ein Stück Normalität in das Leben der betroffenen Bevölkerung zurückkehren kann.

Auch als Ausdruck der Verbundenheit und der Solidarität haben Bundespräsident Christian Wulff und Seine Kaiserliche Hoheit der japanische Kronprinz Naruhito die gemeinsame Schirmherrschaft über die Fotoausstellung übernommen.

Ein altes japanisches Sprichwort besagt: „Keine Straße ist lang - mit einem Freund an der Seite.“ Wir werden die zukünftigen Aufgaben gemeinsam bewältigen. Ich hoffe auf eine weiterhin so lebendige Freundschaft unserer beider Länder.

Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte – in diesem Sinne wünsche ich der Ausstellung, die unsere engen bilateralen Beziehungen eindrucksvoll visualisiert und reflektiert, zahlreiche neugierige Blicke und weiterhin viel Erfolg!

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