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Menschenrechtsbeauftragter Nooke fordert Aufklärung über die Aussetzung von Rohingya-Flüchtlingen vor der thailändischen Küste

19.01.2009 - Pressemitteilung

Zu aktuellen Berichten über die Aussetzung von Rohingya-Flüchtlingen vor den Küsten Thailands erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Günter Nooke, heute (19.01.) in Berlin:

„Mit Bestürzung habe ich Meldungen vernommen, denen zufolge hunderte von Flüchtlingen der aus Myanmar und Bangladesch stammenden Rohingya-Minderheit von thailändischen Sicherheitsbehörden in thailändischen Hoheitsgewässern aufgegriffen und in ihren Booten ohne Motor wieder auf hoher See ausgesetzt worden sein sollen. Viele der Flüchtlinge sollen hierbei umgekommen sein oder noch vermisst werden.

Ich fordere die thailändische Regierung auf, die Vorfälle vorbehaltlos aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Vorfall zeigt auch, dass das Flüchtlingsproblem in der Region dringend einer politischen Lösung bedarf.“

Die Rohingya sind eine muslimische Ethnie im Rakhine-Staat im Westen Myanmars. Ihre Angehörigen werden von der myanmarischen Regierung nicht als eigene Staatsangehörige betrachtet. Sie erleiden dabei gravierende Menschenrechtsverletzungen von Seiten der Armee und lokaler Behörden. Immer wieder hat es daher Flüchtlingswellen nach Bangladesch gegeben, insbesondere im Jahr 1991 mit etwa 250.000 Flüchtlingen. Von Bangladesch aus versuchen viele der Rohingya-Flüchtlinge mit Booten illegal Thailand zu erreichen, zumeist über Schlepperbanden.

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