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Auslandspraktikum in Colombo (Laura, RSA '11)

Erste Eindrücke aus Colombo

Erste Eindrücke aus Colombo: Die Strandpromenade, © AA

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Endlich ging es los – der Teil der Ausbildung, den wohl alle aus meinem Kurs sehnlichst herbeigewünscht haben, denn nun werden wir das Leben, das uns im Auswärtigen Dienst erwarten wird, in der Praxis kennenlernen. Nach acht Monaten Theorie hieß es Anfang Dezember 2011: „Auf ins Auslandspraktikum!“

Den ersten Teil des Weges von Frankfurt nach Doha legte ich noch mit einer Kursfreundin zurück, auf dem zweiten Flug von Doha nach Colombo war ich dann allein mit meinen Gedanken, Vorstellungen und Wünschen, die mir so im Kopf rumgeisterten. Allerdings nicht besonders lange, denn schnell fiel ich in einen Halbschlaf. Als ich aufwachte, befanden wir uns schon im Landeanflug auf Sri Lanka – ich sah das Meer glitzern, Palmen am Strand und konnte es noch gar nicht so richtig fassen – war ich doch in Frankfurt bei Nebel und Regen gestartet.

Schon bei Aussteigen wurde allerdings klar – hier herrscht komplett anderes Klima – heiß und tropisch feucht. Am Ausgang des Flughafens erwartete mich schon einer meiner neuen Kollegen, der mich ins Hotel brachte und auch gleich zahlreiche Fragen beantwortete, die man so hat, wenn man gerade in seinem neuen Zuhause auf Zeit angekommen ist. Nachmittags folgten die ersten Wohnungsbesichtigungen und es wurde mir immer bewusster – „hier werde ich die nächsten neun Monate tatsächlich leben“.

Dann stand auch schon der erste Tag in der Botschaft an. Ich wurde einmal über das komplette Botschaftsgelände geführt und allen vorgestellt (wobei ich gestehen muss, dass ich wohl die Hälfte der Namen am Abend schon wieder vergessen hatte; mittlerweile kenne ich aber die meisten).

Im Anschluss daran bekam ich eine kurze Einführung in die Aufgaben der Zahlstelle – das Gebiet, in dem ich als erstes eingesetzt wurde, um hautnah den Jahresabschluss mit zu erleben. Dieser ist mittlerweile erfolgreich vollbracht und so tauche ich gerade mit meinem Ausbilder tiefer in das tägliche Geschäft eines Zahlstellenverwalters ein.

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Nun kann ich schon auf meine ersten Wochen in Colombo zurückblicken und langsam kehrt auch die innere Ruhe wieder etwas ein.

Die Wohnungssuche ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen, alle Kisten sind wohlbehalten angekommen und ausgepackt und inzwischen weiß ich auch genau, wie ich hierhin und dorthin komme, wo man mal einen leckeren Kaffee trinken kann (nicht immer so leicht in Colombo) und in welchem Laden ich hier welche Alltagsgegenstände erstehen kann.

Denn das war am Anfang oft noch eine Herausforderung – einmal, weil man das von außen gar nicht immer so leicht erkennen kann und auch, weil man im Geschäft auf Nachfrage nicht zwingend auch das präsentiert bekommt, was man haben will. Nicht immer ist dabei klar, ob dies dann an einer sprachlichen oder kulturellen Hürde scheitert.

Auch das Überqueren der Straße klappt mittlerweile ganz gut. Die ersten Male kostet es doch noch etwas Überwindung einfach loszulaufen, obwohl Autos kommen , aber - sie halten an!

Ebenso gewöhnungsbedürftig waren vor Weihnachten die Auftritte unseres „Botschaftschors“ – wann singt man schon mal Weihnachtslieder direkt am Meer, bei 30 Grad und Sandalen an den Füßen? Auch die Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik in allen Einkaufszentren und die reich geschmückten Geschäfte und Restaurants halfen nicht wirklich dabei, weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen.

Man merkt also – besonders der Alltag unterscheidet sich sehr von dem, was man eigentlich gewöhnt ist und wird auch, ab und zu, zu einer kleinen Herausforderung.

Aber es ist ja nicht so, als ob man dafür nicht „entschädigt“ würde.

Wenn man dann abends zum Sonnenuntergang am Galle Face Green (der Strandpromenade in Colombo) entlang schlendert, sich an einem der Wagen frische, saftige Mangostreifen kauft und einen phänomenalen Meerblick genießen kann oder man an einem lauen Sommerabend (im Dezember!) in einer Dachterasse in entspannter Atmosphäre einen anspruchsvollen Arbeitstag ausklingen lassen kann oder man nach einem Tag am Strand in einem der zahlreichen Restaurants direkt am Meer den frischen Fang des Tages verspeist, dann weiß man, dass man sich bei der Postenwahl genau richtig entschieden hat.

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