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Internationaler Kampf gegen Drogen
Vernichtung von Mohnfeldern in Afghanistan © picture alliance / Photoshot
Nur durch gebündelte internationale Anstrengungen kann die globale Dimension des Drogenproblems erfolgreich angegangen werden. Wie sich Deutschland für die Bekämpfung von Rauschgifthandel und Drogenmissbrauch einsetzt, erfahren Sie hier.
Die Drogenproblematik ist eine der großen Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft. Der Umsatz im weltweiten Drogengeschäft wird auf rund 500 Mrd. US-Dollar pro Jahr geschätzt. Illegaler Drogenhandel stützt Strukturen der Organisierten Kriminalität maßgeblich, wirkt auf besonders betroffene Staaten destabilisierend, gefährdet die öffentliche Gesundheit und wird nicht zuletzt auch zur Finanzierung terroristischer Aktivitäten genutzt.
Als eines der Hauptgeberländer im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel in den UN folgt Deutschland - gemeinsam mit ihren Partnern in der EU - einem ausgewogenen und umfassenden Ansatz. Hierbei ist das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) eine wichtige internationale Koordinierungsstelle.
Repressive Maßnahmen gegen Rauschgiftanbau und -handel allein sind nicht ausreichend, um dem weltweiten Problem ganzheitlich zu begegnen. Tragfähige Alternativen zur Drogenwirtschaft in den Entwicklungs- und Schwellenländern müssen geschaffen werden. In den betroffenen Ländern müssen ausreichende alternative Verdienstmöglichkeiten geschaffen werden. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung für Aufbau und Stärkung funktionierender staatlicher Strukturen ein, um die Nachhaltigkeit der positiven Entwicklungen zu sichern.
Neben der bilateralen Zusammenarbeit spielt das Zusammenwirken in der EU eine wichtige Rolle. Auf der Basis einer im Rahmen der EU- Drogenstrategie und eines flankierenden maßnahmenbezogenen EU-Drogenaktionsplans wird in den Bereichen Reduzierung von Angebot und Nachfrage, internationale Zusammenarbeit, Schadensreduzierung, Information und Evaluierung eine verbesserte Drogenpolitik in Europa und der Welt verfolgt. Das EU-Zentrum zur Drogenbekämpfung wurde 2023 zu einer vollen Agentur (EUDA) ausgebaut.
Im Rahmen der drei Drogenkontrollkonventionen der UN besteht die Verpflichtung, die Produktion und den Vertrieb von Betäubungsmitteln zu kontrollieren, die Nachfrage zu reduzieren, Drogenmissbrauch und illegalen Handel zu bekämpfen, die hierzu notwendigen Institutionen zu schaffen und den internationalen Organen über ihre Tätigkeit zu berichten. Die Einhaltung wird vom Internationalen Suchtstoffkontroll-Amt (INCB, International Narcotics Control Board) überwacht. Jährlich tagt in Wien als drogenpolitischer Gipfel die UN-Suchtstoffkommission (Commission on Narcotic Drugs, CND).