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Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten

26.06.2017 - Artikel

Kinder sind die Schwächsten in Konflikten - deswegen ist es notwendig, dass die internationale Gemeinschaft Kinder in bewaffneten Konflikten besonders schützt.


Kinder an einer Schule in Jordanien: syrische und jordanische Kinder werden hier in Schichten unterrichtet.
Kinder an einer Schule in Jordanien: syrische und jordanische Kinder werden hier in Schichten unterrichtet.© Thomas Imo/photothek.de

Kinder sind von Kriegen und bewaffneten Konflikten besonders stark betroffen. Sie sind durch Rekrutierungen als Soldaten gefährdet oder werden auch gezielt misshandelt oder getötet. Doch nicht nur diese direkte Gefährdung beeinträchtigt das Leben der Kinder. Oft werden Schulen geschlossen, besetzt und zweckentfremdet. So werden Kinder ihrer Zukunft beraubt.

Kinder wollen lernen, da sie wissen, dass Schulbildung ihnen ein besseres Leben bieten kann. Schulen müssen daher ein sicherer Ort des Lernens und des Spielens sein, die Kindern eine Zukunftsperspektive ermöglichen. Wenn Kinder krank, schwach oder verletzt sind, benötigen sie eine sichere Zuflucht, in der sie versorgt werden, wo man sich um sie kümmert und ihnen Hoffnung gibt.

Listung der Konfliktparteien

Bereits 2005 etablierte der Sicherheitsrat einen Mechanismus zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten. Dieser sieht vor, dass Konfliktparteien, die Kinder rekrutieren, gezielt töten oder verstümmeln oder sexuelle Gewalt gegen Kinder einsetzen, auf einer Liste der Vereinten Nationen geführt werden.

Dadurch werden die Konfliktparteien einerseits diskreditiert; andererseits können auch Sanktionen wie Reisesperren oder das Einfrieren von finanziellen Mitteln gegen sie verhängt werden. Nur wenn gelistete Parteien mit den Vereinten Nationen und der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte kooperieren, können sie von der Liste gestrichen werden

Resolution 1998: Schutz von Schulen und Krankenhäusern

Schülerinnen in einer Grundschule in Äthiopien.
Schülerinnen in einer Grundschule in Äthiopien.© Michael Gottschalk/photothek.de

Deutschland hatte während seiner Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat 2011-2012 den Vorsitz der Arbeitsgruppe Kinder und bewaffnete Konflikte inne. Unter deutschem Vorsitz befasste sich der Sicherheitsrat insbesondere mit dem Schutz von Schulen und Krankenhäusern (Resolution 1998). Seitdem werden auch Parteien, die Schulen oder Krankenhäuser angreifen, in dieser Liste erfasst und haben die Konsequenzen für ihre Taten zu tragen.

Ziel ist es, mit den gelisteten Konfliktparteien Aktionspläne zu erarbeiten, bei deren erfolgreicher Durchführung eine Streichung von der Liste erfolgt. Grundlage einer solchen Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien, der Regierung und den UN sind in der Regel sogenannte Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Reintegrationsmaßnahmen.

Die Bundesregierung setzt sich in den Vereinten Nationen und auch nach Ende des Vorsitzes der Arbeitsgruppe des Sicherheitsrates zu Kindern in bewaffneten Konflikten weiterhin dafür ein, den Schutz von Kindern zu verbessern und Täter zu bestrafen. Deutschland arbeitet dazu eng mit der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und der NATO zusammen. Auch unterstützt Deutschland Projekte zur Prävention der Rekrutierung sowie zur Demobilisierung von Kindersoldaten und zu deren Reintegration in die Gesellschaft, etwa durch Bildungsmaßnahmen.

Die Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte

Die Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte ist seit März 2017 die Argentinierin Virginia Gamba. Die Sonderbeauftragte berichtet jedes Jahr an die einschlägigen Gremien der Vereinten Nationen, aber auch betroffene Regierungen über das Schicksal von Kindern in bewaffneten Konflikten und unterstreicht damit die Notwendigkeit fortgesetzten politischen und diplomatischen Einsatzes zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten.

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