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WASH: Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung

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Mehr als 600 Millionen Menschen haben kei­nen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,5 Milliarden Menschen keine angemessene Sanitärversorgung. An den daraus resul­tierenden Krankheiten sterben mehr Kinder als an Malaria, Masern und AIDS zusammen.


Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht© dpa/picture alliance

Ein investierter Dollar in sauberes Wasser - acht Dollar Ertrag

Die Menschenrechte auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung sind zwar universell anerkannt, es mangelt jedoch an ihrer Umset­zung. Die Rechte sehen vor, dass jeder Mensch Zugang zu gesundem, annehmbarem, physisch erreichbarem und bezahlbarem Wasser haben muss - und zwar in ausreichender Menge für sich selbst und den Haushalt. Auch sanitäre Versorgung muss sicher, hygienisch, sozial und kulturell annehmbar und bezahlbar sein, sowie Privatsphäre und Würde schützen. Das ist zwar nicht kostenlos zu erreichen, hat aber einen enormen wirtschaftlichen Nutzen: Ein Euro Investition in diesem Bereich kann das Bruttoinlandsprodukt um acht Euro steigern.

Deutsch-spanische Initiative für Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung

Trinkwasserversorgung in Pakistan
Trinkwasserversorgung in Pakistan© dpa/picture alliance

Daher setzen Deutschland und Spanien sich seit Langem gemeinsam für die Menschenrechte auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung ein. 2008 haben beide Länder erreicht, dass der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen das Mandat eines unabhängigen Experten für das Menschenrecht auf Trinkwasser und Sanitärversorgung geschaffen hat. In seinem Amt trägt er etwa dazu bei, auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen und „best practices“ zu identifizieren und damit auch die inhaltliche Ausgestaltung des Rechts zu klären. Deutschland unterstützt die Arbeit der Sonderberichterstatters nicht nur finanziell, sondern in internationalen Gremien wie dem Menschenrechtsrat und dem 3. Ausschuss der Generalversammlung durch flankierende Resolutionen.

2013 schließlich gelang es Deutschland und Spanien, die UN-Generalversammlung zu überzeugen, erstmals das Menschenrecht auf Wasser explizit anzuerkennen. 2015 beschloss die die UN-Generalversammlung eine Resolution, in der die Rechte auf Wasser und Sanitärversorgung verankert wurden. Damit soll unter anderem erreicht werden, dass dem Aspekt der Sanitärversorgung größere Aufmerksamkeit zugestanden wird.

Die Gewährleistung der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung ist ein Individualrecht und schafft keine Ansprüche zwischen Staaten. Das Menschenrecht verpflichtet zwar primär Staaten, diese Menschenrechte umzusetzen, wie das geschieht, auf staatlicher oder privater Basis, bleibt den Staaten selbst überlassen.

Es bleibt noch viel zu tun

Dennoch bliebt gerade in diesem Bereich noch viel zu tun: Nicht zuletzt muss das Thema Sanitärversorgung enttabuisiert werden und eine größere Sensibilität im Umgang mit unseren endlichen Wasserressourcen geschaffen werden – beide sind Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand und damit ein würdevolles Leben jedes Einzelnen.

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