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Residenzprogramme

19.08.2019 - Artikel

Residenzen stellen Künstlerinnen und Künstlern Zeit, Raum und Ressourcen zur Verfügung, um sich herausgelöst aus ihrer normalen Alltagsumgebung und deren Zwängen auf einzelne Projekte oder Fragestellungen konzentrieren zu können. Sie ermöglichen es, in der Begegnung mit Kunst und Kultur des Gastlandes die eigenen Sichtweisen und ästhetischen Kategorien in neuer Umgebung kritisch zu hinterfragen und in der Auseinandersetzung mit ihr fortzuentwickeln. Residenzaufenthalte haben sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Lebensläufe einer zunehmend global ausgerichteten jüngeren Künstlergeneration entwickelt.
Die deutschen Residenzprogramme und –projekte im Ausland werden überwiegend aus dem Bundeshaushalt gefördert. Mit der Kulturakademie Tarabya in Istanbul, den Residenzen Villa Aurora und Thomas Mann House in Los Angeles wie auch den weltweit wachsenden Residenzprogrammen und -projekten des Goethe-Instituts  ist auch das Auswärtige Amt zunehmend in diesem wichtigen Bereich der Auswärtigen Kulturpolitik ein wichtiger Förderer.

Villa Aurora

Die Künstlerresidenz wurde 1995 im Haus des Exil-Schriftstellers Lion Feuchtwanger in Pacific Palisades/Los Angeles gegründet und hat sich als allseits anerkannte Einrichtung des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs etabliert. Im Fokus steht das geistig-kulturelle Erbe des deutschen und europäischen Exils in L.A. Die Villa Aurora vergibt jährlich bis zu 12 dreimonatige Stipendien für herausragende Künstlerinnen und Künstler der Sparten Bildende und Performance-Kunst, Komposition, Film und Literatur aus Deutschland. Während ihres Aufenthalts tauchen die Stipendiaten in die Kunst- und Kulturszene Los Angeles ein. Die Villa Aurora organisiert zusammen mit den Stipendiaten  Kulturprogramme und Ausstellungen vor Ort. Daneben fördert die Villa Aurora mit einem Berlin Fellowship die Begegnung US-amerikanischer Künstlerinnen und Künstler mit der Berliner Szene und den Alumni des Stipendiatenprogramms des Vereins. Zu Ehren des 2017 verstorbenen Kameramanns Michael Ballhaus wird jährlich unter der Schirmherrschaft des Bundesaußenministers ein Stipendium vergeben, das einen dreimonatigen Aufenthalt in der Villa Aurora umfasst.

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Thomas Mann House

Im November 2016 erwarb das Auswärtige Amt das ehemalige Wohnhaus von Thomas Mann, das er  während seiner Zeit in den USA erbaute und nutzte. Seit 2018 wird das Thomas Mann House als Residenzhaus betrieben, um einen lebendigen transatlantischen Debattenort zu schaffen. Das Thomas Mann House ist Teil der kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Netzwerke in Südkalifornien. Die Fellowships werden an herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Kultur vergeben, die während ihres Aufenthalts in Los Angeles die Möglichkeit haben, mit amerikanischen Gesprächspartnern aus verschiedenen Fachrichtungen, intellektuellen und künstlerischen Traditionen in Austausch zu treten. Das „Haus der sieben Palmen“, wie Mann sein Haus selbst bezeichnete, steht für künstlerisches Schaffen und für den Austausch unter Intellektuellen und Künstlern zu zentralen Fragen unserer Zeit. Das Thomas Mann House ist eng mit den Erfahrungen des deutschen und europäischen Exils verbunden.

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Residenzprogramm Goethe-Institut

Das Goethe-Institut hat die Zahl und Vielfalt der Residenzmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler beständig erweitert. Im November 2016 eröffnete das erste Residenzhaus auf der Südhalbkugel, Vila Sul in Salvador de Bahia.

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