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Von Bots, Trollen und Elfen – Desinformation als gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Handgeschriebener Schriftzug Disinformation

Desinformation, © coloubox.de

06.05.2020 - Artikel

Desinformation und die Frage, wie Europa eine gemeinsame Antwort auf diese Herausforderung finden kann, beschäftigen nicht nur das Auswärtige Amt. Nur ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz und Zusammenarbeit können eine effektive Antwort sein.

Was ist eigentlich Desinformation?

Haben Sie schon einmal über den Rand Ihrer Echo-Blase geschaut? Sind Ihnen auch diejenigen Twitter-Nutzer aufgefallen, die seit ihrem Beitritt vor einem Monat schon mehrere Tausend Tweets abgesetzt haben? Wissen Sie, wie man die umgekehrte Bildersuche im Internetbrowser verwendet? Wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten können, dann haben Sie sich bewusst oder unbewusst schon einmal mit Aspekten von Desinformation beschäftigt.

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Desinformation und die Suche nach Fakten© colourbox.de

Ob es sich um den Einsatz von Bot-Netzwerken handelt, um Troll-Fabriken, den Ankauf von Likes (“50 Cent Army”) oder sog. Deepfakes (welche maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz zur Verfälschung von Bildern und Videos nutzen) – mit diesen und noch weiteren Phänomenen müssen sich Regierungen auseinandersetzen. Desinformation macht sich solche Technologien zu Nutze, um gesellschaftliche Spannungen zu vertiefen und so den eigenen Einfluss zu vergrößern. Ebenso facettenreich wie die Desinformation selbst sind auch Möglichkeiten, ihr etwas entgegenzusetzen: Die Sensibilisierung gegenüber dem Phänomen, also die Aufklärung über die Funktionsweise von Algorithmen oder über die Möglichkeiten von Bild- und Videomanipulationen, stellt einen Aspekt dar. Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Faktenprüfern ist ebenso von zentraler Bedeutung, denn so können Nutzer sozialer Medien schneller sehen, ob eine Information verlässlich ist oder ggf. eine gezielte Falschinformation darstellt. Das Auswärtige Amt setzt zudem auf den Ausbau seiner eigenen Strategischen Kommunikation, um Außenpolitik verständlich zu vermitteln. Durch ein größeres und transparenteres Angebot an Informationen wollen wir Desinformation den Boden entziehen. Darüber hinaus baut das AA eigene Fähigkeiten im Bereich Social Media Monitoring aus, um die eigene Kommunikation besser aufzustellen sowie um Desinformationskampagnen frühzeitig erkennen und gegensteuern zu können.

All diese Maßnahmen, all die unterschiedlichen Akteure alleine werden nur in begrenztem Umfang gegen Desinformation vorgehen können. Ein gemeinsamer Ansatz (u.a. mit unseren Partnern in EU, NATO und G7) kann der gezielten Falschinformation unserer Gesellschaft ein Gewicht entgegensetzen.

Bereits im Mai 2018 hat die EU Kommission in ihrer Mitteilung zu „Bekämpfung von Desinformation im Internet: ein europäisches Konzept“ den Grundstein für eine Reaktion der EU gelegt. Zusätzlich haben der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) und die Europäische Kommission in Kooperation mit den Mitgliedstaaten im Dezember 2018 einen Aktionsplan gegen Desinformation vorgelegt, der eine langfristige Basis für den Umgang mit Desinformation bildet und mögliche Maßnahmen aufzeigt: Besseres Erkennen von Desinformation, koordinierte Reaktion, Zusammenarbeit mit Online-Plattformen und Industrie sowie Steigerung von Bewusstsein und Stärkung der Bürgerinnen und Bürger.

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