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Corona: Deutscher Einsatz für faire Impfstoffverteilung

Lieferung von Impfstoffen im Rahmen der COVAX-Plattform an Vietnam

Lieferung von deutschen Impfstoffspenden im Rahmen der COVAX-Plattform an Vietnam, © Deutsche Botschaft Hanoi

12.05.2022 - Artikel

Deutschland setzt sich für die faire und weltweite Verteilung von Impfstoffen ein. Der Kampf gegen die Covid-19 Pandemie ist einer der Schwerpunkte des G7-Vorsitzes.

Die Pandemie kann nur besiegt werden, wenn sie weltweit unter Kontrolle gebracht wird: Deutschland hat sich deshalb schon früh stark gemacht für eine gemeinsame und solidarische Antwort auf die global weiterhin virulente Pandemie. Dies ist auch ein wichtiges Anliegen des deutschen G7-Vorsitzes. Konkret soll es dabei um die Stärkung der internationalen Gesundheitsarchitektur und eine nachhaltige globale Impfstoffgerechtigkeit gehen.

Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen bekräftigte Außenministerin Baerbock am 25. Februar:

Wir intensivieren unsere Unterstützung für die multilaterale Impfkampagne, indem wir auch 2022 wieder unseren gerechten Beitrag zum ACT-Accelerator und zu COVAX leisten. Wir spenden auch weiterhin große Mengen an Impfstoffen. Dieses Jahr geben wir bisher bereits 75 Mio. Impfdosen ab – vor allem über COVAX.

Deutschland hat als Gründungsmitglied im April 2020 den Koordinierungsmechanismus Access to Covid-19 Tools Accelerator (ACT-A) aus der Taufe gehoben und ist bis heute mit 3,3 Milliarden Euro dessen zweitgrößter Geber. Deutschlands Unterstützung kommt dabei vor allem der internationalen Impfstoffplattform COVAX zu, die Teil von ACT-A ist und die mittlerweile über 1,4 Milliarden Impfstoffdosen an über 145 Staaten und Gebiete verteilt hat.  

Weltweite Impfrate bleibt hinter Erwartungen zurück

Trotz dieser Bemühungen bleibt die Impfrate in vielen Ländern hinter den Zielen der Weltgesundheitsorganisation zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von schwachen Gesundheitsstrukturen, fehlender Aufklärung bis hin zu unzureichender Logistik vor Ort. Daher setzt die Bundesregierung im laufenden Jahr den Löwenanteil ihres Beitrags für ACT-A für die „Last Mile“ Initiative ein. Ziel ist es, Staaten mit niedrigen Impfraten dabei zu helfen, dass gelieferte Impfstoffe auch wirklich verimpft werden und all diejenigen erreichen, die sie brauchen.

Dabei setzt die Initiative an verschiedenen Stellen an: Zum einen geht es konkret darum, Falschinformationen zu bekämpfen und vor den Gefahren einer Corona-Infektion zu warnen, damit sich mehr Menschen für eine Impfung entscheiden. Zum anderen wird die Initiative dabei helfen, Gesundheitspersonal auszubilden, Kühlketten und Lagermöglichkeiten zu verbessern, aber auch die nötigen Spritzen, Kanülen und Schutzausrüstungen zu liefern. Das Auswärtige Amt arbeitet dabei mit Partnern wie UNICEF zusammen.

Das Thema der Impfgerechtigkeit stellt auch einen Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft dar, den auch die G7-Partner unterstützen.

Bisher hat Deutschland über 100 Millionen Impfdosen gespendet

Die Bundesregierung hat seit August 2021 auch Impfstoffe aus eigenen Lieferverträgen gespendet, die für die nationale Versorgung nicht benötigt wurden. Deutschland hat bislang rund 104 Millionen Dosen gespendet und ausgeliefert – der überwiegende Teil (rund 96 Mio. Dosen) über COVAX. Rund 8 Millionen Dosen hat Deutschland bilateral gespendet, an Ägypten, Ghana, Namibia, Thailand, Ukraine und Vietnam.

Zusätzlich hat Deutschland weitere über 30 Millionen Dosen für COVAX bereitgestellt, die sich derzeit in Auslieferung oder Liefervorbereitung befinden.

Die EU plant, mindestens 700 Millionen Dosen Impfstoffe abzugeben. Die G7-Staaten wollen gemeinsam mindestens 870 Millionen Dosen bis Ende 2022 zur Verfügung stellen. Diese Impfstoffspenden sollen zum größten Teil an COVAX gehen, das für eine global gerechte Verteilung sorgt.

Deutschland engagiert sich – weltweit

Deutschland und die EU setzen sich zudem auch dafür ein, die Produktion von Impfstoffen insbesondere in Afrika zu fördern. Deutschland will den Aufbau der Impfstoffproduktion z.B. in Südafrika und Senegal finanziell unterstützen.

Um aus der Pandemie zu lernen und in Zukunft die globale Pandemieresilienz zu erhöhen, setzt sich Deutschland außerdem für eine Stärkung der globalen Gesundheitsarchitektur mit der WHO im Zentrum ein. Ein internationales Verhandlungsgremium diskutiert im WHO-Rahmen ein neues Abkommen über den Umgang mit Pandemien; zudem beteiligt sich Deutschland aktiv an Reformdiskussionen zu den Internationalen Gesundheitsvorschriften. Um bestehende Finanzierungslücken zu schließen, unterstützt Deutschland die Etablierung eines neuen Fonds für Pandemieprävention und –vorsorge.

Weiterführende Links:

ACT-Accelerator

COVAX Facility

Fragen und Antworten:

Die COVAX Fazilität hat die weltweit gerechte Verteilung der COVID-19 Impfstoffe zum Ziel und ist insbesondere damit beauftragt, Impfstoffe für die ärmsten 92 Ländern der Welt zur Verfügung zu stellen. Ein wichtiger Baustein der globalen Impfstoffversorgung sind gespendete Impfstoffe. Damit die Impfstoffspenden möglichst zeitnah anderen Ländern zur Verfügung stehen und bedarfsorientiert verteilt werden, sammelt und koordiniert die COVAX Fazilität die Impfstoffspenden für die teilnehmenden Länder (siehe unten für den genauen Prozess). Um den Spendenprozess zu optimieren und die Planung für die Empfängerländer zu vereinfachen, arbeitet COVAX eng mit Herstellern und Geberländern zusammen.

Um die reibungslose Verimpfung der Dosen vor Ort sicherzustellen, unterstützen COVAX und seine Partner zudem Länder mit schwachen Gesundheitssystemen bei der Vorbereitung ihrer Impfkampagnen, u.a. durch Schulungen für Gesundheitsfachkräfte und Informationsmaterialien für nationale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Über das COVID-19 Vaccine Delivery Support (CDS) Programm können Länder außerdem zusätzliche Mittel zur Finanzierung der Impfstoffverteilung beantragen, etwa für Kühlketten oder Kommunikationskampagnen. Das Programm umfasst 822 Mio. USD, davon wurden im Jahr 2021 180 Mio. EUR von Deutschland finanziert.

Geberländer tragen mit ihren Impfstoffspenden zu einem schnelleren und verbesserten Zugang zu Impfstoffen für ärmere Länder und somit zu einer global gerechten Verteilung bei. Rund 40% der von COVAX verteilten Impfstoffdosen entfallen auf Spenden. Grundsätzlich können nur Impfstoffe über COVAX gespendet werden, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Notfallzulassung erhalten haben, also als sicher und wirksam gegen das Coronavirus eingestuft wurden. Zudem können nur Impfstoffe, die sich noch bei den Herstellern befinden, über COVAX an andere Länder abgegeben werden.
COVAX und die Geberländer arbeiten eng zusammen, um den Prozess der Spende einfach und effizient zu gestalten. COVAX hat hierfür gemeinsam mit Partnern Prinzipien für Impfstoffspenden entwickelt, an denen sich auch die Bundesregierung orientiert. Dazu gehört eine größtmögliche Planbarkeit der Spenden, beispielsweise durch eine ausreichende Vorlaufzeit der Spende. So können COVAX und die Empfänger die notwendigen Vorbereitungen treffen, und Transportkosten gesenkt werden. Impfstoffe werden in der Regel ohne Zweckbindung abgegeben, um eine flexible und gerechte Verteilung der Impfstoffdosen zu erreichen. Weiterhin sollten die gespendeten Dosen nach Möglichkeit über eine Mindesthaltbarkeit von 10 Wochen bei der Ankunft im Land verfügen.

Der Prozess der Impfstoffspende besteht aus mehreren Schritten, die für jede Spendenzusage erneut durchlaufen werden.

Der erste Schritt ist die Spendenzusage und -annahme. Der Impfstoffhersteller informiert das Geberland, dass es Impfstoffdosen zugeteilt bekommen hat. Falls sich das Geberland entscheidet diese Dosen über COVAX zu spenden,informiert es COVAX über die Details der Spende (z.B. Impfstoffhersteller, Anzahl der Impfdosen). COVAX muss diese Spende dann formell annehmen und den Impfstoffhersteller informieren.

Im nächsten Schritt wird entschieden, welche Länder wie viele Impfstoffdosen erhalten. COVAX teilt die Spende einem potentiellen Empfängerland zu. Grundlage dafür ist der eigens von der Weltgesundheitsorganisation entwickelte Verteilmechanismus zur weltweit gerechten Verteilung von Covid-19 Impfstoffen. Der Verteilmechanismus berücksichtigt die Impfraten der Länder, akute Bedarfe basierend auf der jeweiligen Pandemiesituation sowie die Möglichkeit der Länder, erhaltene Impfstoffe zügig zu verimpfen.

COVAX benachrichtigt die Empfängerländer über die Zuteilung und diese bereiten sich im dritten Schritt auf die Lieferungen vor. Dazu gehören auch administrative Aspekte wie die notwendigen Importdokumente.

Der letzte Schritt umfasst die Lieferung und wird in der Regel von UNICEFdurchgeführt. UNICEF übernimmt die gesamte Logistik, insbesondere den fachgerechten Transport der bereitgestellten Impfdosen unter Einhaltung der notwendigen Kühlkette.

Die Dauer des Prozesses hängt insbes. vom Impfstoffhersteller, der Reaktion der Empfängerländer sowie der Transportlogistik bei UNICEF ab.

Sobald die Impfstoffe in den Empfängerländern angekommen sind, sind die Länder selbst für die Lagerung, die weitere Verteilung und die Einhaltung der Kühlketten verantwortlich. Bei Bedarf werden die Länder von COVAX und seinen Partnern bei der weiteren Verteilung unterstützt (siehe oben unter Aufgaben von COVAX).

Die Bundesregierung hat im Jahr 2021 bereits rund 103 Millionen Dosen Impfstoff gespendet, der Großteil davon wird über COVAX an verteilt. Rund 7,7 Mio. Dosen wurden bilateral abgegeben. Bislang sind rund 92 Mio. Dosen an über 30 Schwellen- und Entwicklungsländer ausgeliefert worden, die restlichen Dosen befinden sich im Transport und erreichen Ihre Zielländer in den kommenden Wochen. Die deutschen Spenden machen rund 9,33% der in 2021 über COVAX gelieferten Dosen aus. Für 2022 hat die Bundesregierung angekündigt, mindestens weitere 75 Millionen Dosen – ebenfalls größtenteils über COVAX – zu spenden.





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