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EU und Nordamerika

13.07.2021 - Artikel

Gemeinsame Wurzeln und geteilte Werte verbinden die Demokratien auf beiden Seiten des Atlantiks. Die USA bleiben Europas wichtigster Sicherheits- und Wirtschaftspartner. Kanada verbindet eine enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit der EU.

Eine historisch enge wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenarbeit

Flaggen der EU und der USA
Flaggen der EU und der USA© photothek.net

Die Verbindung zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika hat historische Wurzeln: Die Entscheidung der USA, sich 1945 nicht, wie nach Ende des Ersten Weltkriegs, aus Europa zurückzuziehen, sorgte für ein Element der Stabilität und Sicherheit in Zeiten des Kalten Krieges. Dies ermöglichte es, das Projekt der europäischen Einigung anzugehen. Somit war das Zusammenwachsen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl eine historische Leistung der Europäer als auch ein Erfolg weitsichtiger amerikanischer Außenpolitik.

Zwischen der EU und den USA bestehen heute die weltweit umfangreichsten Wirtschafts- und Handelsbeziehungen (2020 Warenaustausch im Wert von 555,5 Mrd. EUR, EU-Exportüberschuss 150,3 Mrd. EUR).Transatlantischer Handel und wechselseitige Investitionen schaffen Wachstum und Arbeitsplätze in der EU und den USA. Die USA nahmen 2020 18,3% der Warenexporte der EU ab und waren damit größter Abnehmer von Waren aus der EU (vor Großbritannien und China). Die USA lieferten 2020 11,8% der in die EU importierten Waren. Mehr lieferte nur China (22,4%). US-Amerikanerinnen und -Amerikaner investierten dreimal so viel in der EU wie in ganz Asien. EU-Bürgerinnen und -Bürger investierten achtmal so viel in den USA wie in China und Indien zusammen (Quelle Eurostat).

Die EU ist dabei zentral für die Bündelung der Interessen Deutschlands und seiner europäischen Partner, etwa im Handelsbereich. Mit nur gut 10 Prozent der Weltbevölkerung erwirtschaften die EU und die USA rund die Hälfte des Weltbruttosozialprodukts, zeichnen für ca. ein Drittel des weltweiten Handels und ein Drittel aller Patentanmeldungen verantwortlich. Sie vereinen 60 Prozent der weltweiten Direktinvestitionen auf sich. 

Auch Kanada und seine Gesellschaft sind aufgrund der Geschichte tief mit europäischen Traditionen verbunden. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit den europäischen Staaten und Institutionen ist sehr eng. Ein „Strategisches Partnerschaftsabkommen“ dient seit 2016 der Vertiefung der Kooperation zwischen der EU und Kanada, insbesondere zu den Themen der internationaler Friedens- und Sicherheitspolitik, Weltordnungspolitik, Energie, Forschung und Entwicklung, Umwelt und Klimawandel. Am 15.06.2021 wurde im Rahmen des EU-Kanada-Gipfels in Brüssel eine strategische Rohstoffpartnerschaft zum Aufbau einer robusten und nachhaltigen Wertschöpfungskette vereinbart.

Seit 2018 wird der EU-kanadische Handel über das gemeinsame Handelsabkommen CETA geregelt. Das führte 2019 zu einer Steigerung des Handelsvolumens um 4,5 Prozent.

Darüber hinaus verbindet die EU und ihre Mitgliedstaaten mit den USA und Kanada eine enge Kooperation im Bereich Sicherheit und Verteidigung. Diese ergänzt die euro-atlantische Sicherheitsallianz der NATO. So unterstützt Kanada seit 2005 regelmäßig Missionen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU, beispielsweise in der Ukraine, Mali, Irak und den Palästinensischen Gebieten. Die USA und Kanada wurden zudem Anfang Mai 2021 zum EU-Projekt der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) zur militärischen Mobilität eingeladen.

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