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Lateinamerika und die Karibik: eine strategisch wichtige Region

Lateinamerika-Konferenz

Lateinamerika-und-Karibik-Konferenz im Auswärtigen Amt im Mai 2019 © Florian Gaertner/photothek.net

22.07.2026 - Artikel

Die EU, Deutschland und die Länder Lateinamerikas teilen zahlreiche Werte und Interessen. Ein wichtiges Ziel ist das Engagement für Demokratie und eine Stärkung der regelbasierten internationalen Ordnung.

Auch bei der Diversifizierung globaler Lieferketten für kritische Rohstoffe und der Bekämpfung des Klimawandels spielt die Region eine Schlüsselrolle. Die Karibik wünscht sich insbesondere eine Stärkung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. Deutschland setzt sich für die Intensivierung der Partnerschaft ein.

Gemeinsam machen die Länder Europas, Lateinamerikas und der Karibik mehr als ein Drittel der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen aus. Lösungen für globale Herausforderungen sollen gemeinsam und in multilateralen Foren gefunden werden. Dafür hat die EU eine Strategische Partnerschaft mit Lateinamerika und der Karibik vereinbart. Diese umfasst alle Länder der EU, Lateinamerikas und der Karibik und damit mehr als eine Milliarde Menschen. Sie wurde im Juni 1999 beim ersten EU-LAK-Gipfel in Rio de Janeiro begründet. Beide Regionen arbeiten auf dieser Grundlage auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem und wissenschaftlich-technologischem Gebiet eng zusammen. Neben Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs finden regelmäßig Treffen auf Minister- und hochrangiger Beamtenebene statt. Sie sind ein Forum des politischen Dialogs zu wichtigen globalen Fragen und Impulsgeber für die Ausgestaltung der konkreten bi-regionalen Beziehungen, wie beispielsweise Assoziierungs- oder Partnerschaftsabkommen und die Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Assoziierungs- oder Partnerschaftsabkommen mit einzelnen Regionalgruppen oder Ländern sind dabei wesentlicher Bestandteil der Beziehungen zwischen der EU einerseits und Lateinamerika andererseits. Sie vertiefen die gegenseitige wirtschaftliche Verflechtung, bauen Zölle und Handelshemmnisse weitgehend ab und setzen neue Impulse für Beschäftigung und Investitionen auf beiden Seiten des Atlantiks. Begleitet werden die Abkommen mit ambitionierten Bekenntnissen zum Umweltschutz, der Sicherung arbeitsrechtlicher Mindeststandards sowie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Lateinamerika- und Karibik-Initiative des Auswärtigen Amts

Die 2019 ins Leben gerufene Lateinamerika- und Karibik-Initiative des Auswärtigen Amtes stärkt die Kooperation zwischen Deutschland und der Region, indem sie Regierungen, Institutionen und die Zivilgesellschaft unterstützt, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Gleichzeitig schafft sie Dialogräume für politischen und fachlichen Austausch. Die Initiative koordiniert das Frauennetzwerk Unidas, das den Dialog über Frauenrechte und die Teilhabe von Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zwischen Lateinamerika, der Karibik und Deutschland fördert.

Die Unterstützung im Bereich Rechtsstaatlichkeit erfolgt vor allem durch Fortbildungen für Justizangehörige zur geschlechtsspezifischen Gewalt, um Ermittlungs- und Verfahrensabläufe sowie den gleichberechtigten Zugang zur Justiz zu verbessern. Andere Fortbildungsthemen sind Korruption und Geldwäsche.

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