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Zentralasien: Mehr Sicherheit durch Zusammenarbeit

13.11.2017 - Artikel

Die Wirtschaft in der rohstoffreichen Region boomt. Wie kann das Wachstum für mehr Nachhaltigkeit, Sicherheit und Demokratie genutzt werden? 

Neuer InhaltDer historische Registan-Platz in Samarkand.
Der historische Registan-Platz in Samarkand.© AA

In der usbekischen Stadt Samarkand hat am 10. und 11. November die internationale Konferenz zur Sicherheit und nachhaltigen Entwicklung in Zentralasien stattgefunden. Zu den hochrangigen Teilnehmern gehörten die Hohe Vertreterin der EU für Außenpolitik, Federica Mogherini, prominente UNO-Vertreter, die Außenminister der Länder Zentralasiens, Irans und Afghanistans und der Generalsekretär der OSZE. Deutschland wurde durch Andreas Peschke vertreten, den Beauftragten des Auswärtigen Amts für die Region Zentralasien.  

„Nur durch friedliche Kooperation und Zusammenarbeit können wir das Potenzial unserer Region entwickeln und für Sicherheit sorgen“, sagte der usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev zu Beginn der Konferenz. Unter seiner Regierung hat Usbekistan eine Politik der Öffnung und Annäherung gegenüber seinen Nachbarstaaten eingeleitet. Der Handel mit ihnen konnte erheblich ausgebaut werden, unklare Grenzverläufe sollen geklärt und die Verteilung der knappen Wasserressourcen in der Region einvernehmlich geregelt werden.

Ressourcen fair verteilen 

Neuer InhaltAndreas Peschke mit dem kirgisischen Außenminister Erlan Abdyldaev
Andreas Peschke mit dem kirgisischen Außenminister Erlan Abdyldaev© AA

„Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner für die zentralasiatischen Staaten“, sagte Peschke in Samarkand. Neben Kooperationsprojekten mit einzelnen Ländern wie zum Beispiel im Gesundheitsbereich unterstützt die Bundesregierung seit Jahren auch den „Berliner Prozess“. Dabei geht es darum, die gemeinsame Nutzung von Wasservorräten in der Region zu verbessern. Denn immer wieder gibt es Streit zwischen den Ländern, in denen die großen Flüsse Zentralasiens entspringen, und den Ländern am Unterlauf dieser Flüsse, die das Wasser landwirtschaftlich nutzen.

Demokratisierung und Menschenrechte

Deutschland unterstützt außerdem die EU bei der Erarbeitung einer neuen Zentralasien-Strategie, die bis Ende 2019 fertig werden sein soll. Aus deutscher Sicht sollten dabei Sicherheitsfragen eine wichtige Rolle spielen. Auch die Demokratisierung der Gesellschaften und Bemühungen zur Einhaltung der Menschenrechte müssen fortgesetzt werden, um die Radikalisierung junger Menschen zu verhindern. Schließlich sollen unter dem Stichwort „Konnektivität“ die enormen Möglichkeiten der Region als Knotenpunkt für Transportwege, Infrastruktur und den Austausch von Daten und Ideen erschlossen werden.

Afghanistan spielt Schlüsselrolle

Viele Teilnehmer der Konferenz hoben hervor, dass auch die Entwicklung in Afghanistan, dessen Außenminister an der Konferenz teilnahm, ein zentraler Faktor für die Sicherheit in der Region sei. Nur wenn es gelingt, die Lage dort dauerhaft zu stabilisieren, werden negative Einflüsse auf die Länder Zentralasiens gestoppt werden können. Deutschland leistet sehr viel für die Stabilisierung und den Wiederaufbau in Afghanistan. „Wir begrüßen, dass sich jetzt auch die Nachbarn Afghanistans vor allem wirtschaftlich stärker engagieren möchten“, sagte Peschke. Insbesondere von Usbekistan und Turkmenistan, aber auch von Tadschikistan aus werden immer mehr grenzüberschreitende Energie- und Infrastrukturprojekte verwirklicht.

Samarkand mit seiner über zweitausendjährigen Geschichte im Herzen Mittelasiens wurde bewusst als Ort für die Konferenz gewählt. Im Mittelalter war es ein glänzendes Zentrum der Seidenstraßen-Handelsroute zwischen Europa und Asien. Der einflussreiche Fürst Amir Timur machte die Stadt im 14. Jahrhundert zum wirtschaftlich-politischen Zentrum seines riesigen Reiches in Zentralasien. Unter seinem Enkel Ulug Beg, der selbst astronomisch forschte, wurde sie ein wissenschaftliches Zentrum mit weltweiter Ausstrahlung. Architektonische Denkmäler wie der berühmte Registan-Platz zeugen noch heute von dieser großartigen Vergangenheit.



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