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Für Sicherheit in einer angespannten Weltlage: G7-Außenministertreffen in der Nähe von Paris
G7-Außenministertreffen in der Nähe von Paris: Doorstep von Außenminister Wadephul vor Beginn der Gespräche © Photothek Media Lab
Kriege in der Ukraine und im Nahen und Mittleren Osten bestimmen die Beratungen der G7 auf ihrem Außenministertreffen in der Nähe von Paris. Mehr lesen Sie hier.
Am Donnerstag und Freitag kommen die Außenministerinnen und Außenminister der G7-Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten unter französischem Vorsitz in der Nähe von Paris in der Abbaye des Vaux de Cernay zusammen. Inmitten einer weltweit zunehmend fragilen Sicherheitslage sowie den damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken stehen die G7 für gemeinsame Verantwortung und entschlossene Suche nach Lösungen. Gerade in einer solchen Lage sind die G7 unverzichtbar: als Gemeinschaft starker Demokratien, als Forum für offenen, vertrauensvollen Austausch und als wirtschaftlicher Motor in Zeiten globaler Krisen.
Gemeinsam für Freiheit und Sicherheit
Im Mittelpunkt des Treffens stehen zwei Themen, die maßgeblich über Frieden, Stabilität und Wohlstand der kommenden Jahre entscheiden werden: der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Krieg im Nahen und Mittleren Osten. Daneben werden die Ministerinnen und Minister aktuelle Krisen etwa im Sudan, die Lage im Indopazifik und globale Sicherheitsfragen in den Blick nehmen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bleibt auch unter französischem Vorsitz absolute Priorität der G7. Denn die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit. Das gilt für Europa und den Nordatlantik. Die Ministerinnen und Minister werden intensiv beraten, wie ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht und wie die Unterstützung für die Ukraine weiter verstärkt und langfristig abgesichert werden kann. Dabei geht es auch darum, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen. Gemeinsam mit dem ukrainischen Außenminister wollen die G7 erneut das Signal senden, dass sie fest an der Seite der Ukraine stehen. Die russische Bedrohung ist die größte Herausforderung für Sicherheit und Wohlstand in Europa.
Außenminister Wadephul sagte zum Auftakt des Treffens vor Ort:
Wir stehen vor massiven sicherheitspolitischen und ökonomischen Herausforderungen. Herausforderungen, die gerade uns als G7 – die größten Industrienationen der Welt – ganz unmittelbar betreffen. Für Sicherheit, Freiheit und Wohlstand brauchen wir diese globale Zusammenarbeit. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus durch das iranische Regime spüren wir alle bereits in unseren Ländern – mit kaum absehbaren Langzeitfolgen für die Weltwirtschaft. Dies zeigt erneut, wie sehr Sicherheit und Wohlstand einander bedingen.
Unser Ziel ist klar und da bin ich mir mit meinen britischen und französischen Kollegen einig: eine weitere Destabilisierung verhindern, unsere wirtschaftliche Freiheit sichern und Perspektiven für ein Ende der Kampfhandlungen und die Zeit danach entwickeln.
Zweites wesentliches Thema: Unsere gemeinsame Unterstützung für die Ukraine. Die darf jetzt nicht bröckeln. Dies wäre mit Blick auf die euro-atlantische Sicherheit ein strategischer Fehler. Putin muss wissen: Wer in der Ukraine Städte in Schutt und Asche legt und die Zivilbevölkerung terrorisiert, darf auf keine Nachsicht hoffen. Die Ukraine muss sich auf die G7 verlassen können.
Im Fokus: Humanitäres System und der Schutzmantel von Tschernobyl
Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen sind in Zeiten großer humanitärer Krisen und Ungewissheiten die künftige Aufstellung des humanitären Systems und die Reformbemühungen rund um UN-Friedensmissionen.
Zudem steht die Reparatur der Schutzhülle des Tschernobyl-Reaktors auf der Agenda. Seit einem Drohneneinschlag im Jahr 2025 ist die Anlage nicht mehr vollständig funktionsfähig. Ohne umfassende Instandsetzung sind langfristig die Stabilität und die Schutzfunktionen und damit auch die sichere Bergung des Reaktors gefährdet. Die G7 werden das Vorhaben gemeinsam mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und mit der Ukraine beraten. Deutschland hatte im Rahmen seiner eigenen G7-Präsidentschaft 2022 eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung von Mitteln übernommen. Heute geht es darum, gemeinsam mit Frankreich und den Partnern Verantwortung für den langfristigen sicheren Zustand des Standorts zu übernehmen – auch mit Blick auf den 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im April 2026.
Gemeinsame Antwort auf den Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Die Rolle Irans und die Lage im Nahen und Mittleren Osten werden die Beratungen maßgeblich prägen. Dabei geht es um die Sicherung von Seewegen und der Schifffahrt, auch in der Straße von Hormus und den angrenzenden Seewegen, die Stabilität der Energiemärkte und die Sicherheit von Lieferketten, aber auch die Unterstützung der Staaten, die Ziel der nicht zu rechtfertigenden Angriffe Irans oder seiner Stellvertreter geworden sind. Die G7-Außenministerinnen und -minister hatten dies zuletzt in einer gemeinsamen Erklärung bekräftigt und ihre unerschütterliche Unterstützung für die Sicherheit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit der betroffenen Partner unterstrichen.
Bereits jetzt spüren wir in Europa und weltweit die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges. Die Straße von Hormus muss so schnell wie möglich wieder passierbar werden, damit dringend benötigte Energie- und Warenlieferungen die Weltmärkte entlasten. Andernfalls warnen die UN schon jetzt vor dramatischen Engpässen, etwa bei der globalen Ernährungssicherheit. Es ist völlig klar: Iran darf niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen und die Region weiter destabilisieren. Dafür setzten wir uns gemeinsam mit unseren Partnern ein.
Bereits jetzt spüren wir in Europa und weltweit die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges. Die Straße von Hormus muss so schnell wie möglich wieder passierbar werden, damit dringend benötigte Energie- und Warenlieferungen die Weltmärkte entlasten. Andernfalls warnen die UN schon jetzt vor dramatischen Engpässen, etwa bei der globalen Ernährungssicherheit. Es ist völlig klar: Iran darf niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen und die Region weiter destabilisieren. Dafür setzten wir uns gemeinsam mit unseren Partnern ein.
Weitere regionale Schwerpunkte: Sudan, Haiti, Indopazifik
Wer Verantwortung für internationale Sicherheit beansprucht, darf nicht nur auf Krisen vor der eigenen Haustür blicken. Der Sudan, Haiti oder der Indopazifik mögen weit weg scheinen, aber ihre Stabilität hat direkte Auswirkungen auf Europa, von Migration über Ernährungssicherheit bis zu Handelswegen.
Die G7 sind ein informelles Format, das auch andere Partner einbindet. Neben den Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union als Beobachterin sind für das Treffen bei Paris auch wichtige globale Partner eingeladen. Die Außenministerinnen und Außenminister aus Brasilien, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien und der Ukraine nehmen ebenfalls am Treffen teil sowie die Präsidentin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD).